Tonkünstler erlebt böse Überraschung

Zur 26. Ausgabe des Westsächsischen Töpfermarktes präsentierten sich am Gablenzer Parkteich nicht nur klassische Töpferei-Betriebe. Auch der Crimmitschauer Bildhauer Andreas Wilde war erstmals dabei - und musste reichlich Lehrgeld zahlen.

Gablenz.

Andreas Wilde hat am Wochenende völlig neue Eindrücke gesammelt. Schließlich war der Crimmitschauer Bildhauer mit seinen Tonfiguren zum ersten Mal beim Westsächsischen Töpfermarkt in Gablenz als Anbieter dabei. "Bisher durften ausschließlich Töpfereien an diesem Markt teilnehmen, mit dieser Begründung wurden meine Anfragen in den letzten Jahren immer abgelehnt", sagte der 61-Jährige und wollte nicht verschweigen, dass Petra Ludwig - ihre Töpferei befindet sich in der Nachbarschaft der Werkstatt von Andreas Wilde - einen großen Anteil an seiner Teilnahme auf dem Töpfermarkt hatte.

"Als Crimmitschauer sich bei einer Crimmitschauer Veranstaltung dem Publikum zu präsentieren, ist schon eine tolle Geschichte", meinte der Bildhauer mit einem Lächeln im Gesicht. Andreas Wilde hatte sich auch etwas Arbeit mit auf das Gelände am Parkteich gebracht, womit er den Besuchern seine Kunst vor Ort demonstrieren konnte. Selbst, als eine kräftige Windböe seinen Stand einschließlich der darauf stehenden Figuren umgeblasen hatte, ließ sich der Crimmitschauer von seinem Konzept nicht abbringen. "Das Ganze hat für einen mächtigen Scherbenhaufen gesorgt. Aber bei der ersten Teilnahme an einem solchen Markt ist es vielleicht das notwendige Lehrgeld", meinte Andreas Wilde und wollte dem "Zwischenfall" keinen zu großen Raum geben.


Allerdings hatte sich der umgewehte Stand ziemlich schnell bei den anderen Anbietern des Töpfermarktes herumgesprochen. Auch bei Petra Ludwig. "Gerade, weil ich Andreas Wilde zu einer Teilnahme hier in Gablenz animiert hatte, tut mir das Ganze schon ein bisschen leid", sagte die Crimmitschauerin, nach deren Meinung in diesem Jahr nicht ganz so viele Besucher wie in der Vergangenheit auf dem vom Gablenzer Heimatverein prächtig vorbereiteten Areal unterwegs waren. "Es ist trotzdem wieder eine tolle Veranstaltung, bei der sich die Töpfereien aus den unterschiedlichsten Landstrichen präsentieren", meinte Petra Ludwig angesichts der mehr als 60 teilnehmenden Betriebe aus ganz Deutschland, von denen der Großteil bereits seit Jahren zum festen Stamm der Anbieter gehören. "Für diesen Markt lohnt sich der ganze Aufwand, den ich betreiben muss", sagte beispielsweise Uta Piehler aus dem oberfränkischen Zedtwitz, die mit ihrer "Gute Laune Keramik" auch in diesem Jahr das Interesse der Besucher fand.

Letzteres galt übrigens zum Teil auch für den kulturellen Rahmen des Töpfermarktes, für den unter anderem das Spielmannsduo "Pampatut" mit "Max von Gluchowe" und Holger Hopfenstreich sowie Theo Theodor mit seinem flotten Mundwerk zuständig waren. "Für mich ist dieser Töpfermarkt mit den vielen interessanten Werkstätten und den entspannten Besuchern einfach fantastisch", sagte der Reimesprecher aus Pirna. "Wenn es anders wäre, hätte ich nach meinem ersten Besuch dankend abgelehnt."

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