Tourismuskonzept für Talsperre wird zur Chefsache gemacht

Die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Kober sind Geschichte. Die Bilanz fällt positiv aus. Doch wie geht es mit dem Areal weiter?

Langenhessen.

Die Saison an der Kober steht vor dem Abschluss. Das Bad hat bereits geschlossen, die ersten Dauercamper haben den Zeltplatz verlassen. Allmählich zieht wieder Ruhe ein. Damit endet auch so langsam das Jubiläumsjahr der Talsperre. Denkt Werdaus Oberbürgermeister Sören Kristensen (Unabhängige Liste) an die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Kober vor zwei Wochen zurück, kommt er noch immer ins Schwärmen. "Auch wenn das eine oder andere nicht optimal gelaufen ist, war es eine grandiose Veranstaltung. Mehr als 4000 Besucher sind eine Zahl, die sich sehen lassen kann", sagt das Stadtoberhaupt. Sören Kristensen weilte während der Feierlichkeiten fast den ganzen Tag an der Talsperre und packte mit an, wo seine Hilfe gebraucht wurde. Das hat er auch schon vor 15 Jahren gemacht, als an der Talsperre das 75-jährige Bestehen gefeiert wurde. "Damals hat es geregnet und sich ein Großteil der Aktivitäten auf das Strandbad beschränkt. Die Veranstaltung war mit der zum 90-Jährigen nicht vergleichbar." Kristensen weiß wovon er spricht. Auch zum 60. Jahrestag der Talsperre war der Langenhessener mit vor Ort als Parkplatzeinweiser im Einsatz und kann so Vergleiche ziehen.

Dass es dieses Mal Probleme mit der Versorgung am Abend gab, sieht Kristensen gelassen. "Es gibt immer Leute, denen das eine oder andere nicht passt. Es gab am Tag 16 Stellen, an denen es etwas zum Essen und zum Trinken gab. Mit einem derartigen Ansturm, wie am Abend zum Feuerwerk herrschte, hatte im Vorfeld keiner gerechnet. Das ist aber ein Fakt, aus dem wir lernen und das auch noch intern auswerten", sagt das Stadtoberhaupt.

Kritische Worte gab es auch von einigen Besuchern, was die Parkplatzsituation besonders am Abend betraf. Zum Zeitpunkt des Feuerwerkes, zu dem rund 1500 Besucher anreisten, stand der Parkplatz am Autokino nicht mehr zur Verfügung. "Das war gewollt. Die Feierlichkeiten standen unter dem Motto Tag der offenen Kober. Dabei präsentierte alle an der Talsperre ansässigen Vereine und Firmen ihre Angebote. Dazu gehörte auch das Autokino, das am Abend sogar mit zwei Deutschlandpremieren aufwartete." Ein Teil der Besucher musste auf den Parkplatz am Koberbachcentrum ausweichen, andere sogar auf den an der Kirche in Langenhessen. Positive Worte gab es dagegen von den beteiligten Vereinen. Einige von ihnen konnten während der Veranstaltung neue Mitglieder gewinnen.

Ob es 2020 wieder ein Fest an der Kober geben wird, so wie von vielen Besuchern gewünscht, das soll in den nächsten Tagen mit den Beteiligten an den Feierlichkeiten zum 90-Jährigen besprochen werden. Sollte es eine Neuauflage geben, dann jedoch nicht unter Regie der Stadt. "Wir waren nicht der Veranstalter, sondern nur einer der Beteiligten. Selbstverständlich werden wir auch weiterhin das Ganze unterstützen", so das Stadtoberhaupt.

Für Kristensen haben die Feierlichkeiten noch einmal gezeigt, wie breit die Palette der Angebote an der Talsperre ist, welche vielfältigen Möglichkeiten sie bietet und welches Potenzial in dem Naherholungsgebiet steckt. Für ihn alles Gründe, die Erarbeitung eines touristischen Entwicklungskonzeptes für die Talsperre zur Chefsache zu erklären. Mit dem Papier sollen Wege zur weiteren Entwicklung des gesamten Naherholungsgebietes aufgezeigt werden. "Wir sind an der Talsperre mit unseren städtischen Gesellschaften der größte Player und haben schon deshalb Interesse an einer positiven Entwicklung des Naherholungsgebietes." Ob es künftig einen Zweckverband geben wird, wie es bis zur Wende der Fall war, lässt das Stadtoberhaupt offen. Ein ähnliches Modell gibt es bereits an der Talsperre Pöhl im Vogtland.

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