Trotz Wechsels bleibt das Händlerangebot überschaubar

Die Marktgilde ist seit einem Jahr für die Wochen- und Monatsmärkte in Crimmitschau verantwortlich. Ein selbst gestecktes Ziel hat sie bisher verfehlt.

Crimmitschau.

Zwischen zehn und zwölf Händler bieten mittwochs und samstags zu den Wochenmärkten in Crimmitschau ihre Waren feil. Damit hat die Deutsche Marktgilde ihr Ziel, weitere Teilnehmer für den Wochenmarkt zu begeistern, verfehlt. Das Unternehmen hat genau vor einem Jahr - am 1. April 2018 - die Bewirtschaftung von Wochen- und Monatsmärkten übernommen. Die Stadtverwaltung gab also die Aufgabe in die Hände eines privaten Unternehmens.

"Das Sortiment ist steigerungsfähig. Stadt und Marktgilde würden sich über einen weiteren Zuwachs an Händlern freuen", sagt Katrin Schiel von der Marktgilde-Niederlassungsleitung in Dresden. Sie informiert, dass sich die Suche nach neuen Händlern immer schwieriger gestalten würde. Dafür gebe es verschiedene Ursachen: Supermärkte und Discounter setzen verstärkt auf Frische, Bio und Regionalität. Dazu kommt die Konkurrenz des Online-Handels. "Viele Händler können wirtschaftlich nicht mehr mithalten und geben ihre Geschäfte auf. Zudem zieht es die verbleibenden Händler auf die Wochenmärkte mit der stärksten Kundschaft, also in die bevölkerungsreichsten Städte", sagt Katrin Schiel. Dazu kommt, dass Händler, die aus Altersgründen aufhören, oft keine Nachfolger finden. Mit Blick auf die Monatsmärkte, die jeweils am ersten Samstag stattfinden, schrieb die Marktgilde im Januar rund 250 Händler an. Dadurch konnten einige neue Anbieter, die Honig, Fleisch und Wurst vom Pferd, Eier und Lederwaren verkaufen, gefunden werden. Trotzdem räumt Katrin Schiel ein: "Der Rücklauf war spärlich."

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Ein Blick zurück: Im Dezember 2017 stellte die Marktgilde ihr Konzept für die Wochen- und Monatsmärkte in Crimmitschau vor. Gerhard Johnson, Sprecher des Marktgilde-Vorstandes, informierte, dass das Unternehmen deutschlandweit in 120 Städten die Märkte betreibt. "Wir haben dadurch viele Händlerkontakte, die wir auch für Crimmitschau nutzen wollen", sagte Johnson bei der Präsentation. Dieser Plan ist jedoch, wie die eigene Zwischenbilanz deutlich macht, bisher nicht aufgegangen.

Die Verantwortlichen im Rathaus haben auf die Möglichkeit, die Zusammenarbeit mit der Marktgilde zu beenden, verzichtet. "Wir haben einen verlässlichen Partner mit umfangreichen Händlerkontakten gefunden, dem man auch die entsprechende Zeit geben sollte, sich in Crimmitschau immer besser zu etablieren. Die Umsetzung neuer Ideen benötigt Zeit, Geduld und Vertrauen", sagt Wirtschaftsförderin Andrea Beres und verweist auf einen im Amtsblatt veröffentlichten Fragebogen. Einwohner sollen unter anderem eine Einschätzung zum Angebot auf dem Wochenmarkt abgeben. Das hat Tom Würker, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, im Gespräch mit "Freie Presse" bereits gemacht. Sein Fazit: "Der Betreiberwechsel von Wochen- und Monatsmarkt hat keine positiven Änderungen gebracht. Es sind nicht mehr Händler vertreten." Der Chef der Werbegemeinschaft kritisiert, dass die Stadtverwaltung die Aufgabe abgegeben hat. Davon verspricht man sich einen Einspareffekt von 11.000 Euro. "Die Stadt muss die Märkte selbst und mit Herzblut organisieren", sagt Würker.

Die Marktgilde nimmt nun einen Anlauf, um einen ersten Markt unter einem saisonalen Motto in Crimmitschau zu organisieren. Am 4.Mai findet der Monatsmarkt als Frühjahrs- und Pflanzenmarkt statt. Dann sollen Gärtnereien und Blumenhändler das Angebot bereichern. Helge Klemm, Mitarbeiter der Stadtinformation, schlüpft bei einer Stadtführung in die Rolle des Stadtgärtners. Allerdings: Der Monats- und Pflanzenmarkt überschneidet sich mit dem Töpfermarkt im Ortsteil Gablenz.

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