Von der Bürgergemeinschaft auf die AfD-Liste

Wahlen 2019: Um einen Platz im Stadtrat von Crimmitschau bewerben sich 88 Kandidaten. Eine Personalie hat zuletzt für Wirbel gesorgt.

Crimmitschau.

Die Bürgervereinigung "Für Crimmitschau" ist in der Vorbereitung auf die Stadtratswahlen, die am 26. Mai stattfinden, knapp an einem Eklat vorbeigeschrammt. Auf der Kandidatenliste stand zwischenzeitlich Heiko Schütze, der sich nun für die Alternative für Deutschland (AfD) um einen Platz im Stadtrat und im Kreistag bewirbt. "Herr Schütze hat uns mitgeteilt, dass er aus persönlichen Gründen auf eine Kandidatur für die Bürgervereinigung verzichtet", sagte der Vereinsvorsitzende Thomas Gömbi am Dienstagabend nach der Sitzung des Gemeindewahlausschusses und schob erleichtert nach: "Darüber sind wir auch nicht traurig."

Ein Blick zurück: Am 28. Januar hatte die Bürgervereinigung bei einer Mitgliederversammlung im Hotel "Atrium" die Kandidaten für den Stadtrat gekürt. Auf der Bewerberliste, die am Mittwoch noch auf der Internetseite zu sehen war, steht der Name von Heiko Schütze - an 25. Stelle, hinter Stadtrat Siegfried Schmutzler und DRK-Vorstandsmitglied Margot Klein. Die Bürgervereinigung kürte an jenem Tag insgesamt 33 Kandidaten. Auf der Liste, die nun beim Gemeindewahlausschuss eingereicht wurde, stehen allerdings nur noch 32 Frauen und Männer. Schützes Name fehlt. "Ich wollte ursprünglich für die Bürgergemeinschaft kandidieren, habe mich dann aber anders entschieden und muss meine Energie bündeln", sagte Heiko Schütze auf Anfrage der "Freien Presse". Der Mann ist Betreiber eines Fitnessclubs an der Hainstraße in Crimmitschau.


Ein Blick zurück: Dort fand im August 2017 eine Wahlkampfveranstaltung des AfD-Kreisverbandes mit der damaligen Bundes- und Landesvorsitzenden Frauke Petry statt. Ein Großteil der 750 Stühle, die in der Tennishalle standen, war besetzt. Obwohl Heiko Schütze die Türen seines Unternehmens vor anderthalb Jahren für eine AfD-Veranstaltung öffnete, wäre er nun fast bei der Bürgervereinigung gelandet. Wie konnte das passieren? Thomas Gömbi bemühte sich um Schadensbegrenzung. Er berichtete von einem Gespräch zwischen Vereinsmitgliedern und Heiko Schütze. Dabei sei es zunächst um kommunalpolitische Themen gegangen und später die Idee für die Stadtrats-Kandidatur entstanden. "Wir werden künftig bei Bewerbern, die für die Bürgervereinigung antreten wollen, genauer hinschauen", versicherte Gömbi. Für Crimmitschau zählt 90 Mitglieder. 13 Frauen und Männer aus der Bürgervereinigung sitzen im Stadtrat. Der Verein ist damit stärkste kommunalpolitische Kraft in der Stadt an der Pleiße, stellte bis 2017 mit Holm Günther auch den Oberbürgermeister.

Der Gemeindewahlausschuss hat sieben Wahlvorschläge für die Stadtratswahl zugelassen. Neben Für Crimmitschau mit 32 Bewerbern und der AfD mit drei Kandidaten treten die CDU (18 Kandidaten), die Linken (13 Kandidaten), die SPD (6 Kandidaten) und die FDP (15 Kandidaten) an. Dazu kommt der Sächsische Heimatschutz Frankenhausen (SHV). Der Verein, der sich unter anderem um das Kloster in Frankenhausen kümmert, schickt Ronny Bauer ins Rennen. Dabei handelt es sich um den Gesellschafter des Eishockey-Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau. Der SHV ist bisher weder im Stadtrat noch im Landtag vertreten. Deshalb mussten Unterstützungsunterschriften für die Kandidatur gesammelt werden. 80 Unterschriften wären erforderlich gewesen. 119 Bürger unterstützten mit ihrer Unterschrift die Bauer-Kandidatur.

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