Von Hand gemacht - mit Freude bedacht

Schauen, staunen, selbst probieren hieß es im Deutschen Landwirtschaftsmuseum Blankenhain. Das kam nicht nur bei kleinen Besuchern an.

Blankenhain.

Unter dem Motto "Sägen, Hämmern, Bohren, Schnitzen" stellte sich am Sonntag traditionelles Handwerk rund 400 Besuchern im schönen Schlossareal vor. Bei Schauvorführungen und Mitmachaktionen kamen Gewerke und Gäste schnell ins Gespräch. "Kann ich meine Sense vorbeibringen?" wird Mario Knoll gefragt. Der zertifizierte Sensenlehrer im Sensenverein Deutschland schärft Schnittwerkzeuge und Umweltbewusstsein: "Die Mahd von Hand schont Pflanzen und Tiere, gibt wertvolles Futter, kräftigt den Körper und entspannt den Geist. Das lernt sich gut an einem Tag."

Alte Hochdruck-Technik praktizieren Besucher bei Museumsfördervereinsmitglied Janine Seifert: Kittel übergestülpt, Holzschnitt mit Farbe eingewalzt und viel Armkraft auf Textil gepresst - "Achtung, Atmen nicht vergessen!" - fertig ist der mit Pflanzen- oder Tiermotiv gestaltete Stoffbeutel. Weil's "so schön" geworden ist, möchten die Leipziger Zwillingsschwestern Almut und Agnes Weber gar nicht aufhören. "Wunderbar" finden Mutti Veronika, Freundin Katja Dumschat und deren Sohn Ben den Ferienausflug. "Wir wollten nur das Schloss besuchen. Mit dem Kunsthandwerkermarkt haben wir doppelt Freude und nun auch Taschen für selbst gefertigte Kerzen und Getöpfertes."


Auf Besucherneugier setzen 16 Aktionsstände - darunter Imker, Sattler, Filmkünstler und der Kleinreinsdorfer Dachdeckermeister Andreas Dengler. Sorgfältig bearbeitet der Unternehmer mit dem Spitzhammer Schieferplatten. "Klar möchten wir heute auch Nachwuchs fürs Handwerk begeistern." - Der stärkt sich gerade bei hausgemachter Brause und Wildkräuterfladen am Stand der Langenbernsdorfer Gesundheitspraxis Sonja Röpke. Der Teller wird von Anita Müller mit Ringelblume und Borretsch garniert: "Das Auge ist mit. Alles handgemacht!" "Soll ich Ihr Essen aufwärmen?" fragt Schmied Andreas Trommer augenzwinkernd und holt einen glühenden Eisenrohling aus der 1200 Grad heißen Esse. In Sekundenschnelle hämmert er ein kunstvolles Musterelement für den Gartenzaun. "Macht Spaß, interessierten Besuchern sein Gewerk vorzustellen", sagt der Mitarbeiter des Blankenhainer Metallbaubetriebes Oertel.

Der stellvertretende Museumsdirektor Jörg Hahnel freut sich über engagierte Mitstreiter an Ständen, Mühle bis Sägewerk. Und besser kann das Besucher-Feedback nicht ausfallen. Nach Fachsimpelei mit der Reichenbacher Geigenbaumeisterin Romy Rade verabschiedet sich Kultur- und Musikwissenschaftler Stefan Müller: "Herzlichen Dank. Es war höchst interessant!"

Besuchertipp: Sonntag, 14 bis 16 Uhr: Sonderführungen und Schulstunden in der Alten Dorfschule mit Doris Döring für Schulanfänger und deren Familien.

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