"Weidmannsruh": Telekom schaltet analogen Anschluss ab

Mitten im Werdauer Wald ist die Traditionsgaststätte ein Anlaufpunkt. Doch diese Idylle könnte jetzt existenzbedrohend für den Pächter des Lokals und sein Team werden.

Leubnitz.

Die Gaststätte "Weidmannsruh" liegt inmitten des Werdauer Waldes in Leubnitz-Forst - zweifellos ein Anlaufpunkt in idyllischer Lage. Doch genau das könnte für André Diegnitz und seine Mitarbeiter in wenigen Tagen zu einem riesigen Problem werden. Zum 1. Januar wird dem Traditionslokal der analoge Telefonanschluss abgeschaltet.

"Darüber hat uns die Telekom informiert. Es sei nicht wirtschaftlich, da nur wir und noch ein Nachbarhaus an dieser Leitung hängen." Im Zeitalter der Digitaltechnik sei das alles ja kein größeres Problem. Aber rund um die "Weidmannsruh" ist ein Funkloch, ein "weißer Fleck" im Handynetz. Wer mit dem Mobiltelefon anrufen möchte, ohne dass das Netz mehrfach zusammenbricht, der muss ein paar Hundert Meter bis an eine Waldkreuzung fahren. So hat das auch André Diegnitz in diesem Jahr viele Monate lang gemacht, als durch Sturmschäden die Telefonleitung zur Gaststätte unterbrochen war. "Mehrere Gesellschaften hatten uns abgesagt, weil sie uns nicht erreichten. Vor allem für ältere Besucher ist es enorm wichtig, per Telefon einen Ansprechpartner zu haben." An einen Notfall, bei dem vielleicht Krankenwagen oder Feuerwehr gerufen werden müssen, mag André Diegnitz gar nicht denken. Er sei mit jeder Lösung zufrieden, die der "Weidmannsruh" eine weitere Erreichbarkeit sichere.


Seit Wochen versucht der 34-Jährige, der in der "Weidmannsruh" auch an den Kochtöpfen steht, mit der Telekom eine machbare Lösung zu finden, die nach dem 1. Januar nicht das langsame Aus seines Betriebes bedeutet. Bisher allerdings vergeblich. "Ich hing ewig in irgendwelchen Warteschleifen und bei Servicehotlines, wurde hin und her verbunden, habe Briefe geschrieben. Irgendwann verliert man dann mal die Nerven." Nach einer entsprechenden Anfrage der "Freien Presse" reagierte die Pressestelle des Telefonunternehmens allerdings prompt. "Unser technischer Service steht mit Herrn Diegnitz in Verbindung und sucht gemeinsam nach einer schnellen Lösung." Hierbei will den Gastwirt auch der CDU-Landtagsabgeordnete Jan Löffler unterstützen. Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte bei seinen zahlreichen Besuchen in der Region wiederholt betont, wie sich die CDU für schnelles Internet und für die Abschaffung der "weißen Flecken" einsetzen wird. "Ich werde mich umgehend mit der ,Weidmannsruh' in Verbindung setzen und gemeinsam mit André Diegnitz nach Lösungen suchen", sagte Jan Löffler.

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