Wie man den Pfunden zu Leibe rückt

Das Adipositas-Netzwerk Zwickau gewinnt weiter an Gewicht. Zum ersten Patiententag danken Besucher für respektvolle und professionelle Gestaltung.

Zwickau.

Zehn Netzwerkpartner - von Heinrich-Braun-Klinikum bis zur Krankenkasse DAK - haben am Samstag zur Ausstellung "Schwere(s)los" und Vorträgen ins Rathaus Zwickau eingeladen. Über 100 Interessenten informierten sich über die chronische Erkrankung Adipositas.

Die Redebeiträge reißen Ursachen der Fettleibigkeit an und zeigen präventive Angebote bis operative Therapien auf. Bei einer chronischen Überversorgung mit Energie ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung in kleinen Schritten unumgänglich, betont Diät-Assistentin Heike Schell. Schon eine Reduzierung auf normale Mengen bringt erste Erfolge. Ursache kann auch mangelnde Bewegung sein. Auf eine spürbare Verbesserung des Gesundheitszustandes durch regelmäßiges Kraft- und Ausdauertraining verweist Dr. Sven Zeißler, Studioleiter im Sportpark Zwickau: "Fangen Sie an, täglich fünf Minuten zu laufen. Hängen Sie jede Woche eine Minute dran." Stichwort: Seelische Konflikte. Wenn menschliche Bedürfnisse wie Gemeinschaft, Liebe, Anerkennung unerfüllt bleiben, kann Essen zur Ersatzbefriedigung werden, erklärt Diplom-Psychologe Sven Quilitzsch. Auch die Genetik spielt eine Rolle. "Unser Stoffwechselsystem ist seit Tausenden von Jahren auf Lebenserhalt durch Energiezufuhr programmiert", betont Diplom-Medizinerin Ina Hurtig. "Nach jeder Diät strebt der Körper die Wiederherstellung der Ausgangssituation an."

Von leidvollen Erfahrungen und Erlösung durch eine magenverkleinernde Operation berichten Betroffene. 90 Kilogramm hat Gert Gerhardt seitdem abgenommen. Wenn alles klappt, will der 61-jährige Zwickauer mit Ehefrau Monika 2020 den Jakobsweg angehen. Auch nach der OP ist nicht immer alles gut, berichtet Bianca Reimling vom lebenslangen Kampf mit der Ess-Störung. Ihre Kirchberger wie die Zwickauer Selbsthilfegruppe unter Leitung von Corry Stitz laden Betroffene und Angehörige zu Unternehmungen, Austausch und Fachvorträgen ein.

"Speck"takuläre Fotos, respektvolle Ansprache und qualifizierte Angebote finden das Lob der Besucher. "Der Patiententag sollte jährlich stattfinden", wünscht sich Christiane Drechsel.

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