Wo Werdau am idyllischsten ist

Ehrensache! Engagiert in Westsachsen. Heute: Der Heimatverein Werdau kümmert sich um ein Naherholungsgebiet.

Werdau.

Als Kind ist der Werdauer Bernd Pfeiffer zu gern im Landwehrgrund herumgestromert. "Meine Großmutter hat in der benachbarten Kantstraße gewohnt. Da war es für mich nur ein Katzensprung bis hierher." Der heute 63-Jährige engagiert sich vielleicht auch ein bisschen wegen dieses Gefühls aus Kindertagen für den Landwehrgrund mit seinen Teichen, Bäumen und dem vielen Grün. Gemeinsam mit den anderen Mitstreitern des eigens für die Verschönerung der Anlage gegründeten Heimatvereins hat er schon viel bewegt. Sein Nachbar Helfried Kunze packt ebenfalls mit an, wenn es auf dem Gelände etwas zu tun gibt. Auch der 76-Jährige wohnt nur wenige Minuten von dem Naherholungsgebiet entfernt.

Zu tun haben die Vereinsmitglieder, die sich seit nunmehr acht Jahren um das Areal kümmern, eine ganze Menge. "Wir machen unsere Arbeitseinsätze, wenn es Not tut", sagt Klaus-Peter Hampel, der Chef des Vereins ist, aber nicht im Mittelpunkt stehen möchte. "Was wir hier machen, ist ein Gemeinschaftswerk. Da packen viele mit an", sagt der 63-Jährige. In den zurückliegenden Tagen haben es die Frauen und Männer wieder mit den großen Rasen-flächen rund um die Teiche und den Pavillon aufgenommen. "Dabei arbeiten wir zu fünft oder sechst rund drei Stunden lang", meint Wolfgang Hase. Der 78-Jährige wohnt unmittelbar neben Werdaus schönster Grünanlage. Und engagiert sich von Anfang an mit im Verein. Zugezogen aus Zwickau ist Aline Hering. "Uns war es damals wichtig, dass das Gelände wieder zu dem wird, wie es die Werdauer von früher kannten. Und wir freuen uns, dass es viele, vor allem auch Familien, so gern annehmen", sagt die 45-Jährige. Auch das Aufsammeln von Müll oder das Jäten der Wege übernehmen unter anderem die Vereinsmitglieder. Feste, wie das schon legendäre "Dinner in Weiß", werden in ihrer Regie organisiert und durchgeführt.


Unterstützung bekommen die Vereinsmitglieder bei ihren Arbeitseinsätzen durch den Bauhof der Stadt Werdau. "Der stellt uns die Container bereit", sagt Klaus-Peter Hampel. Doch für alle Arbeiten, zu denen auch das Verschneiden von Bäumen und Sträuchern gehört, benutzen die Werdauer ihre eigenen Werkzeuge. Und allein der Strom für die Fontäne im großen Teich, die per Knopfdruck eindrucksvoll in die Höhe schießt, kostet 1000 Euro im Jahr. "Weitere Spender und Sponsoren sind also herzlich willkommen", meint Wolfgang Dietrich, ebenfalls von Anfang an dabei. Der 79-jährige Sattlermeister, der im oberen Teil des Landwehrgrundes wohnt, freut sich jeden Tag über die ordnungs- liebenden Kinder und ihre Eltern, die das neue "Spielzeug-Heisel" am Spielplatz immer so schön aufräumen.

Für den 3. September haben die Vereinsmitglieder den neuen Werdauer Oberbürgermeister von Werdau, Sören Kristensen (Unabhängige Liste), zu einem Rundgang in den Landwehrgrund eingeladen. "Wir möchten ihm zeigen, wie unsere ehrenamtliche Arbeit aussieht und was alles dazugehört. Er hat ja im Wahlkampf versprochen, das bürgerschaftliche Engagement der Werdauer mehr zu unterstützen", sagt Klaus-Peter Hampel. Also wollen ihn die Vereinsmitglieder beim Wort nehmen, damit die Grün- anlage im Westen der Stadt weiter so anziehend bleibt.


Wahl-Amerikaner mit Park ein Andenken geschaffen

Die Umgestaltung des Areals An den Teichen in Werdau, auch Landwehrgrund genannt, wurde 2011 gestartet. Es wurden Hecken und Bäume gepflanzt und eine neue Treppe angelegt. Der eigens gegründete Heimatverein arbeitet seitdem stetig an der Verschönerung des Geländes. Dem Verein gehören momentan rund 25 Leute an, zum "harten Kern" 15.

Weil der Gönner der Stadt Werdau, der Wahl-Amerikaner Fred Oettel, für die Gestaltung des Geländes Geld gab, wurde ihm zu Ehren das Areal in Fred-Oettel-Bürgerpark umbenannt. Es wurden etliche Bänke und Papierkörbe aufgestellt. In der Weihnachtszeit leuchtet ein großer Schwibbogen am Pavillon. Er wurde über Spendengelder finanziert, genauso wie die Pyramide, die sich im Advent dort dreht. Auch die große Fontäne im Teich sprüht mithilfe von Spendengeldern. Bücherzelle und Spielhäuschen ergänzen das Ensemble.

Nächster Höhepunkt ist am 27. Juli wieder das "Dinner in Weiß", zu dem in den Landwehrgrund eingeladen wird. (rdl)

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