XXL-Parkplatz: Crimmitschau muss in zwei Etappen bauen

110 Stellplätze sollen in der Nähe des Bahnhofs entstehen. Der Bedarf wird kritisch hinterfragt: Erst von den Linken-Stadträten und nun auch von den Geldgebern.

Crimmitschau.

Der neue Riesen-Parkplatz zwischen Bahnlinie und Nordverbinder in Crimmitschau wird in einer abgespeckten Variante errichtet - zumindest erst einmal. In einem ersten Bauabschnitt sollen auf der Brachfläche im nächsten Jahr rund 80 Parkplätze entstehen. Nur wenn der Bedarf besteht, folgen in einem zweiten Bauabschnitt zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal 30 weitere Parkplätze. "Wir haben uns mit dem Freistaat, der die Fördermittel zur Verfügung stellt, auf diese Verfahrensweise verständigt", sagte Bau-Fachbereichsleiter Götz Müller. Er machte deutlich: "Wir müssen auch damit rechnen, dass die Auslastung des Parkplatzes, der im ersten Bauabschnitt entstehen soll, vom Rechnungshof geprüft wird." Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf rund 1,9 Millionen Euro beziffert. Davon sollen rund 1,7 Millionen Euro aus Fördertöpfen des Freistaates und des öffentlichen Personennahverkehrs kommen. Die Stadt lässt momentan ermitteln, wie teuer nun jeder der beiden Bauabschnitte sein wird.

Im August 2017 hatte der Stadtrat den Bau des XXL-Parkplatzes mit 110 Stellplätzen beschlossen. Die Linken-Stadträte meldeten schon damals Bedenken an und fragten, ob der Bedarf für so einen großen Parkplatz vorhanden sei und wie viele Leute in Crimmitschau in Busse und Züge einsteigen. "Unsere Fraktion hat den Umfang des Projektes in der Vergangenheit zu Recht infrage gestellt. Wir sind froh, dass nun nur ein Teil der Parkplätze entsteht", sagte der Linken-Fraktionsvorsitzende Kevin Scheibel. Er machte deutlich, dass die sogenannten Verknüpfungsstellen ihre Berechtigung haben. Scheibel: "Aber vor allem an Bahnhöfen, wo wirklich etwas passiert." Der Linken-Kommunalpolitiker macht zudem deutlich, dass vor knapp drei Jahren bereits neue Parkplätze direkt vor dem Bahnhof entstanden sind.

Unabhängig davon, ob auf der Fläche nur 80 oder doch einmal 110 Stellplätze entstehen, benötigt die Stadtverwaltung in Crimmitschau nicht mehr das gesamte Grundstück zwischen Bahnlinie und Nordverbinder. Oberbürgermeister André Raphael (CDU) hatte im September 2018 nach jahrelangen Verhandlungen den Notarvertrag zum Kauf der Flächen von der Deutschen Bahn unterschrieben. Der Inhalt: Die Stadt musste für die Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 13.500 Quadratmetern einen Festpreis von 40.000 Euro überweisen. Dazu kamen noch einmal Neben- und Vermessungskosten, die zwischen 10.000 und 15.000 Euro lagen. Für die Umsetzung des Parkplatz-Projektes werden nun rund 10.500 Quadratmeter benötigt. Die restliche Fläche, die rund 3000 Quadratmeter groß ist, soll verkauft werden. Die Ausschreibung ist im Amtsblatt nachzulesen. Das Mindestgebot soll 55.000 Euro betragen. Der Blick auf die Zahlen macht deutlich: Damit würde die Stadt nun mehr einnehmen als sie für den Kauf des gesamten Areals zahlen musste.

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