XXL-Parkplatz: Stadt macht nächsten Schritt

Crimmitschau erwirbt eine riesige Fläche in der Nähe des Bahnhofs. Dafür muss weniger Geld als geplant ausgeben werden. Warum gibt es einen Schnäppchenpreis?

Crimmitschau.

Die Brachfläche zwischen der Bahnlinie und dem Nordverbinder geht in das Eigentum der Stadtverwaltung in Crimmitschau über. Oberbürgermeister André Raphael (CDU) wird heute - nach jahrelangen Verhandlungen - den Notarvertrag zum Erwerb der Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 13.695 Quadratmetern unterschreiben. Vom Stadtrat gab es bereits vor wenigen Tagen mit einem einstimmigen Beschluss grünes Licht zum Ankauf der Flächen. Auf dem Areal ist ein neuer XXL-Parkplatz geplant.

Für den Erwerb der Grundstücke muss die Stadt einen Festpreis von 40.000 Euro an die Deutsche Bahn überweisen. Die Nebenkosten für Notar und Vermessung werden auf 10.000 bis 15.000 Euro beziffert. Damit wird weitaus weniger Geld als zunächst geplant für den Kauf der Flächen benötigt. Im Baubeschluss, der im August 2017 gefasst wurde, bezifferte die Stadt den Finanzbedarf noch auf rund 130.000 Euro. Warum bekommt die Stadt die Flächen nun viel günstiger? Rathaussprecherin Andrea Beres sagt: "Es handelt sich um einen Verhandlungspreis, welcher den Zustand der Grundstücke, aber auch die geplante Nutzung, die ja im Sinne des Verkäufers ist, mit einbezieht." Sie berichtet auf Anfrage der "Freien Presse", dass die ersten Schätzungen von einem Planungsbüro mit Blick auf den Bodenrichtwert angestellt worden sind. "Wir konnten im Sinne der Stadt, vor allem aber auch im Sinne der Sache ein sehr gutes Ergebnis erreichen", sagt Beres.

Für die Schaffung des XXL-Parkplatzes, der offiziell als Verknüpfungsstelle "Park & Ride" bezeichnet wird, braucht die Stadt eine Fläche von rund 7200 Quadratmetern. Bisher ist offen, was mit dem Rest des Geländes passiert. Zwischen der Bahnlinie und dem Nordverbinder sollen 110 Stellplätze entstehen. Dazu kommen Parkplätze für Taxis und Wohnmobile sowie Elektro-Ladestationen für Autos und Fahrräder. Durch die Unterführung gibt es eine Verbindung zum Bahnhof und zum wenige hundert Meter entfernten Stadtzentrum. Zudem können Schließfächer für Fahrräder entstehen. Das ist beispielsweise eine Option für Leute, die mit der Bahn nach Crimmitschau kommen und in Firmen im Gewerbegebiet arbeiten. Die Pläne sehen zwei Ausfahrten vom Riesen-Parkplatz auf den Nordverbinder vor. Eine barrierefreie Gestaltung des gesamten Bereichs wird angestrebt. Der Finanzbedarf wurde bei der Projektpräsentation im August 2017 auf rund 1,9 Millionen Euro beziffert. Ein Großteil der Mittel soll aus Fördertöpfen des Freistaates kommen. Der entsprechende Fördermittelantrag ist in Vorbereitung und soll im Oktober eingereicht werden. Andrea Beres: "Bei einem positiven Bescheid ist die Ausführung ab 2019 geplant."

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