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Die Firma ISH hat sich in Bad Schlema eine neue Firmenzentrale gebaut. Große Teile der Fassade sind mit sogenanntem Cortenstahl verkleidet. Geschäftsführer Lutz Eismann gefällt"s.

Foto: Georg Ulrich Dostmann

Dieser Firmenneubau rostet - gewollt

Die Firma ISH hat sich in Bad Schlema einen neuen Firmensitz gebaut, der die Geister scheidet. Doch hinter der ungewöhnlichen Fassade steckt eine Idee.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 10.10.2017

Bad Schlema. Unauffällig geht anders: Das Unternehmen ISH aus Bad Schlema hat sich im Gewerbegebiet an der Herbert-Kannegießer-Straße eine neue Firmenzentrale gebaut, die rostet. Das ist aber kein Baupfusch, wie vielleicht manche glauben, sondern so gewollt.

Große Teile der Fassade sind mit sogenanntem Cortenstahl verkleidet worden, das ist ein vorgerosteter Stahl, der rötlich-braun schimmert. Er gibt der Gebäudehülle, die auch durch eine große, luftige Fensterfront besticht, einen modernen Anstrich.

Zu modern für den ein oder anderen, wie ISH-Geschäftsführer Lutz Eismann inzwischen weiß. "An dem Gebäude scheiden sich die Geister. Es gab von den Leuten schon positive, aber auch negative Reaktionen", erzählt er und zuckt mit der Schulter. "So sind wir Erzgebirger eben bei Neuem."

Zu einem der Anhänger der ungewöhnlichen Optik gehört Bad Schlemas Bürgermeister. "Die Fassade ist modern und innovativ, ein kleines Kunstwerk", schwärmt Jens Müller. Wie bei Kunst üblich gingen die Meinungen der Kritiker eben auseinander. "Im Gewerbegebiet dürfte es aber keinen stören."

ISH steht für Industrie, Service und Handel. Die Firma, die im Jahr 2002 in Bernsbach gegründet wurde, hat sich auf den Stahl- und Anlagenbau spezialisiert. Zu den Kunden gehören namhafte Firmen wie Daimler, Siemens, die Deutsche Telekom oder Goldbeck. "Wir arbeiten branchenübergreifend", sagt Eismann. "Die Hersteller kommen zu uns, weil sie ein bestimmtes Produkt herstellen wollen. Wir planen für sie die technischen Anlagen."

Vor kurzem schloss die Firma für MAN ein Großprojekt in Salzgitter (Niedersachsen) ab. Die Bad Schlemaer konstruierten als Sub-Unternehmer für ein neues Logistikzentrum des Nutzfahrzeug-Konzerns Treppen und Laufgänge. Auch die Müllermilch-Gruppe produziert mit Hilfe aus dem Erzgebirge. Für eine der Molkereien in Leppersdorf bei Dresden entwarfen die Ingenieure 2016 eine Unterkonstruktion für ein neues Rohrleitungssystem. Für die Stadt Bad Hersfeld (Hessen) baute ISH die Stahlkonstruktion für die Fassade eines großen Parkhauses, für die Hansestadt Hamburg neue Flutschutztore.

Als Zwei-Mann-Betrieb gestartet - damals noch unter Leitung von Lutz Eismanns Vater, Rolf Eismann - arbeiten heute 19 Mitarbeiter im Unternehmen. Für dieses Jahr peilt der Betrieb einen Umsatz zwischen vier bis fünf Millionen Euro an, und weiteres Wachstum ist geplant. Auch deshalb hat sich die Firma jetzt für gut 800.000 Euro den neuen Firmensitz im Kurort gegönnt. "2018 wollen wir nebenan noch eine Lagerhalle für Maschinenbau-Komponenten errichten", sagt er.

Zu den Wachstumsfeldern der Firma soll künftig auch der Bereich hochwertiger Wohnungsbau zählen. Lutz Eismann spricht von einem "boomenden Feld". Für die Architekturentwürfe wollen die Bad Schlemaer die Fassadentechnik liefern. Und an dieser Stelle kommt wieder der Cortenstahl ins Spiel. "Denn unser neuer Firmensitz ist für diese Arbeit wie eine Visitenkarte", erklärt er. "Unser Können ist schon am Bürogebäude zu erkennen."

 
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