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Auf 70-jähriges Bestehen blickt die Familien-Tischlerei Seidel in Schönheide zurück: Sohn Karsten, Vater Karl und Sohn Holger Seidel (von links) mit einem edlen Jubiläums-Zunftzeichen - natürlich aus Holz.

Foto: Eberhard Mädler

Dritte Generation übernimmt Seidel-Tischlerei in Schönheide

Freudige Anlässe kommen zusammen: Das Familienunternehmen besteht seit 70 Jahren, der bisherige Inhaber feiert seinen "70.".

Von Eberhard Mädler
erschienen am 15.11.2017

Schönheide. In dritter Generation weitergeführt wird seit gestern eine der traditionsreichsten Schönhei- der Handwerkerfirmen: Die Seidel-Tischlerei. Passend zum Jubiläum - das Familienunternehmen besteht seit nunmehr 70 Jahren - übergab Karl Seidel junior die Werkstatt in die Hände seiner Söhne Karsten und Holger.

"Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass Einem so etwas vergönnt ist", freute sich der bisherige Alleininhaber. "Umso mehr freut man sich, wenn das mit einem persönlichen Wiegenfest einher geht." Denn Karl Seidel junior wurde gestern "ganz nebenher" auch selbst noch 70 Jahre jung.

Auch ihm war der Umgang mit Holz in die Wiege gelegt worden, erblickte er doch als Kind von Ilse und Karl Seidel senior auf dem heimischen Sofa das Licht der Welt. Beide hatten kurz zuvor die örtliche Tischlerei Börner übernommen. "Finanziert haben das meine Eltern durch private Geldanleihen bei den damals als Wismut-Bergleuten gut verdienenden Schachtern", weiß das Geburtstagskind aus den Firmenannalen. Seidel senior selbst war bereits als Lehrling an der Möblierung der noch immer als Arztpraxis genutzten Villa von Doktor Chemnitz beteiligt. 1954 erhielt seine eigene Firma den ersten Großauftrag: Den Innenausbau der Kinderklinik in Eibenstock. Parallel dazu entstanden in der durch einen großen Maschinenraum erweiterten Werkstatt Küchenbuffets nach einem ersten Fotokatalog. Karl Seidel junior: "Nicht allein in der Nachkriegszeit war das meistens nur dank eigenen Materials der Kunden möglich, Material, das zuvor wiederum nicht selten gegen Lebensmittel eingetauscht worden war." Einfallsreichtum sei in der sozialistischen Mangelwirtschaft ohnehin immer geboten gewesen. So erlaubten nur selbstgebaute Pressen das Herstellen von Wohnzimmermöbeln mit Türen in moderner Stäbchenbauweise.

Bis zu neun Beschäftigte arbeiteten auf zwei Etagen in der Tischlerei im Schönheider Oberdorf. "Kamen die Gesellen nach dem Wochenende mal noch etwas unausgeschlafen auf Arbeit, wurden sie Montagfrüh zunächst zum Bretterschneiden mit der großen Handsäge auf den Hof geschickt, um frische Luft zu schnappen", erinnert sich Karl Seidel junior mit einem Schmunzeln.

Ende der 1950er-Jahre mussten alle Lehrlinge und Gesellen aus Privatfirmen in staatliche Betriebe "entlassen" werden. Damit wollte die DDR-Staatsführung die Handwerker mürbe machen. Für die Zukunft der Familienfirma brach Seidel junior deshalb sein Abitur ab. Seine Facharbeiterprüfung beendete er als Jahrgangsbester, 1971 erwarb er den Meistertitel. Meisterlich mit Furnier verarbeitete Schrankwände wurden bald der "Renner".

Ab 1984 erlaubte die DDR nur mehr die Produktion von Fenstern und Türen, als sogenannte Konsumgüter. Nach der friedlichen Revolution kehrte man zu den Ursprüngen zurück und eröffnete 1991 ein eigenes Küchenstudio. In diesem Jahr wurde die Schönheider Seidel-Tischlerei für den weltweiten "Küchen-Design-Wettbewerb" nominiert. Und mit dem dreijährigen Sohn des nunmehrigen Mitinhabers Holger Seidel ist bereits die vierte Generation als "Holzwurm" unterwegs.

 
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