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Das Flüchtlingsheim in Schneeberg: Drei Ex-Bewohner stehen jetzt imFokus der Justiz.

Foto: Georg Ulrich Dostmann

Prozess um Asylbewerber: Auf Rauswurf folgt Gefängnisstrafe

Eine Einbruchserie hatte viele Schneeberger verunsichert. Jetzt ist einer der Drahtzieher verurteilt worden. Er gehört zu einer Gruppe, die aus dem Flüchtlingsheim flog.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 09.09.2017

Schneeberg/Chemnitz. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, aber stetig, sagt ein Sprichwort. Ein 31Jahre alter Mann aus Algerien, den die Staatsanwaltschaft Chemnitz Diebstahl in gleich mehreren Fällen vorwirft, kann zumindest ersteres aus eigener Erfahrung nicht bestätigen.

Zwischen seinem Raubzug im Stadtgebiet von Schneeberg und dem Urteilsspruch des Richters vergingen nur wenige Monate - Hochgeschwindigkeit im Vergleich mit den oft viele Jahre währenden Prozessen. Das Amtsgericht in Chemnitz sprach ihn in dieser Woche schuldig: Wegen acht Diebstählen im besonders schweren Fall und acht weiteren Einbruchsversuchen muss er für zwei Jahre und vier Monate in Haft.

Zu Jahresbeginn hatte eine Serie von Einbrüchen im Schneeberger Ortsteil Neustädtel Anwohner verunsichert. Kriminelle brachen im März gut ein Dutzend Autos auf, hantierten an der Tür eines Wohnhauses und suchten zwei Einkaufsmärkte heim. Die Spur der mutmaßlichen Täter führte die Polizei schnell in die Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in der alten Jägerkaserne. Drei Bewohner - der Angeklagte aus Algerien, ein Marokkaner und ein Mann unbekannter Herkunft - stehen seither im Verdacht, gemeinsam für die Straftaten verantwortlich zu sein. Der Fall löste bei vielen Menschen in der Region Empörung aus. Das Asylbewerberheim reagierte - und verlegte eine Gruppe von Bewohnern, zudem auch das Trio gehörte, auf andere Einrichtungen im Freistaat. Im Sommer erhob die Staatsanwaltschaft Chemnitz Anklage gegen die drei Männer, jetzt kam es zum Prozess.

Von dem Trio erschien zur Verhandlung in dieser Woche aber nur der Algerier. Er war von Beamten in den Gerichtssaal eskortiert worden, sitzt seit einigen Monaten in Untersuchungshaft. Der Angeklagte sei geständig gewesen, erklärt Gerichtssprecherin Birgit Feuring auf Nachfrage. Die Beweise hätten ihn allerdings auch schwer belastet. "Man konnte ihm an den Tatorten Blutspuren und Fingerabdrücke zuordnen", sagt sie.

Das Urteil gegen den Mann ist noch nicht rechtskräftig. Ihm droht neben der Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten auch eine Geldbuße. So ordnete das Gericht an, Geld von ihm in Höhe von gut 1300 Euro einzuziehen. Ob er die Strafe in Deutschland absitzen muss, ist offen. Abhängig von seinem Schutzstatus kommt laut Landesdirektion Sachsen eine Abschiebung in Betracht. Die Mitangeklagten, die den Prozess unentschuldigt schwänzten, lässt das Gericht jetzt mit einem Haftbefehl suchen.

 
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