Wo ist Grünhains Wappen hin?

Seit 2005 ist die Stadt Grünhain-Beierfeld eine Kommune mit drei Stadtteilen. Ist Grünhains Auerhahn nur noch ein Fall für Geschichtsbücher?

Grünhain-Beierfeld.

Ein Auerhahn vor drei Tannen auf einem grünen Hain - so sah das Wappen der einst eigenständigen Berg- und Klosterstadt Grünhain aus. Das Stadtrecht erhielt sie 1267. Das ist nun bald 750 Jahre her und soll 2017 groß gefeiert werden. Beim Zusammenschluss der beiden Kommunen Beierfeld und Grünhain vor nunmehr elf Jahren brachten die Klosterstädter das Stadtrecht mit ein.

Im Zuge der Vorbereitungen fürs geplante Jubiläum wird jetzt allerdings in Grünhain die Frage laut: Wo ist unser Wappen hin? Am Feuerwehrdepot in Grünhain hängt es noch. Dort wurde es erst 2009 neu angebracht. Ortsvorsteher Jens Ullmann und Bürgermeister Joachim Rudler (beide CDU) aber sagen: "Das Wappen von Grünhain gibt es offiziell nicht mehr. Seit der Vereinigung gilt für die neue Gesamtstadt das Wappen von Beierfeld." Und das zeigt eine Traube unter zwei gekreuzten Löffeln.

Sowohl das Wappen von Grünhain als auch das einstige Wappen von Waschleithe, heute ebenfalls Ortsteil der Stadt, sind Geschichte. Haben viele Grünhainer gar nicht registriert, dass ihnen ihr Auerhahn buchstäblich davongeflogen ist?

"Wir wissen das schon, aber irgendwie finden wir das nicht ganz richtig", sagen beispielsweise die Frauen der Kreativgruppe um Heidi Gäbelein, die sich schon heute intensiv um die Vorbereitungen des großen Stadtfestes kümmern. Auch Ortschronist Detlef Riedel ist mit der Vorgehensweise in Sachen Ortswappen nicht einverstanden. "Das Grünhainer Ortswappen hat 1992 der damalige Bürgermeister Auerswald erst neu genehmigen lassen. Da kann nicht plötzlich der Bürgermeister von Beierfeld festlegen, dass es nicht mehr gilt", meint Riedel.

Das Innenministerium Sachsen erklärt, dass mit der Vereinbarung über den Zusammenschluss der beiden Kommunen die Stadt Grünhain mit Wirkung vom 1. Januar 2005 in die Gemeinde Beierfeld eingegliedert wurde, und somit die Stadt Grünhain als selbstständige Gemeinde und eigenständiges Rechtssubjekt aufgehört hat, zu existieren. Zudem verweist die Sprecherin des Innenministeriums auf Paragraf 6 der Sächsischen Gemeindeordnung, nach dem nur eine Gemeinde das Recht hat, ein Wappen zu führen, jedoch nicht ein Ortsteil: "Mit dem Untergang der Gemeinde Grünhain als eigenständiges Rechtssubjekt erlosch auch deren Recht, ein eigenes Wappen zu führen." Damit wird der Auerhahn vor den Tannen tatsächlich ins Geschichtsbuch verbannt.

Das betrifft keineswegs nur Grünhain. Demnach sind durch kommunale Fusionen zahlreiche Wappen heute nicht mehr gültig.

Wie dem auch sei: Weder das eine noch das andere Wappen soll für die Gestaltung eines Logos fürs Fest 2017 eine Rolle spielen. Geht es nach dem Stadtrat, wird ein modernes, fortschrittliches Logo favorisiert. So lautet der Auftrag ans Gestalterbüro.

Das neue Logo der Stadt Grünhain Beierfeld - nicht gleichzusetzen mit dem Wappen und zu finden auf Briefköpfen oder der Homepage - stilisiert die drei Orte am Spiegelwald. Die drei hellen Punkte stehen dabei für die drei Stadtteile. Das Logo für die Feierlichkeiten zum Stadtrecht 2017 soll daher das neue Logo der Stadt in sich tragen.

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