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Die Studentin Sarah Schürrmann aus Dresden ist eine von 13 Freiwilligen, die diese Woche für das Bergwaldprojekt im Forstrevier Eibenstock Weißtannen und Buchen pflanzen.

Foto: Heike Mann

Freiwillige pflanzen im Forst Eibenstock

Sie helfen beim Waldumbau, finden einen Ausgleich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit. Und sie erleben Natur pur.

Von Heike Mann
erschienen am 12.10.2017

Eibenstock. Es tropft unentwegt von den Bäumen. Der feuchte Dunst will an diesem Morgen nicht aus dem Wald weichen. "Ideales Wetter zum Pflanzen", sagt Hendrik von Riewel. Er bringt Nachschub, kleine Weißtannen und Buchen, hinaus zu den Freiwilligen, die für den Verein Bergwaldprojekt im Forstrevier Eibenstock eine Woche lang arbeiten.

Riewel ist freiberuflich tätiger Förster und begleitet im Jahr zehn Projekte bundesweit. Im Eibenstocker Revier ist er zum ersten Mal. Die insgesamt 13 Freiwilligen kommen aus ganz Deutschland, untergebracht sind sie in Johanngeorgenstadt in einem Schullandheim. Unterkunft und Verpflegung bekommen sie gratis, nur die Anreise müssen sie bezahlen. "Das ist eine Möglichkeit, der Natur etwas zurückzugeben", sagt Martin Müller aus Tirschenreuth. Einen ganzen Tag lang Nässe und Kälte zu ertragen, sei gar nicht so schlimm. "Um so schöner ist es dann am Abend in der trockenen warmen Unterkunft zu sein." Der 59-Jährige ist Mitglied im Verein Bergwaldprojekt und schon zum wiederholten Mal dafür im Wald im Einsatz. Die 26-jährige Sarah Schürrmann hatte keine Lust mehr, für die Bachelor-Arbeit nur noch vor dem Computer zu sitzen. Das Thema: Umweltbewusstes Verhalten. "Da passt die praktische Arbeit hier doch bestens dazu." Ebenfalls einen Ausgleich zur Arbeit hat Annette Lohmann aus Chemnitz gesucht. Die 53-jährige Veterinärmedizinerin arbeitet für die Landesuntersuchungsanstalt. "Überwiegend Büro. Hier ist Ruhe, man hört nur den Wind in den Bäumen rauschen, ist in der Natur", beschreibt sie ihre Eindrücke.

Jeder Teilnehmer bringt bis zu 200 kleine Bäumchen am Tag in den Boden. Diese wachsen im Schatten von bereits aufgelichteten Fichtenbeständen. Die Fichten werden noch 30 bis 40 Jahre stehen bleiben. Derweil sind die Weißtannen und Buchen groß genug. Gut 2500 Bäume werden in einer Woche gepflanzt. Darüber hinaus versehen die Teilnehmer die jungen Bäume mit Schafwolle, jeden einzeln, als Schutz gegen Wild-Verbiss. "Für den Forst ist das eine Hilfe, eine Ergänzung zur großflächigen Bepflanzung, die sonst Firmen oder Forstarbeiter übernehmen", sagt Chris Herrmann, stellvertretender Forstrevierleiter in Eibenstock.

Hendrik von Riewel erzählt davon, dass die Teilnehmer-Nachfrage für das Projekt so groß ist, dass man eigentlich noch mehr Einsätze übers Jahr machen könnte. "Das schaffen wir aber logistisch nicht. Unsere Ausstattung - Werkzeuge, Busse, Anhänger - ist schließlich begrenzt", sagt er. In den Projektwochen - in Eibenstock fanden zwei statt - wird den Teilnehmern auch der Sinn des ökologischen Waldumbaus nahe gebracht - weg von der Fichtenmonokultur, hin zu einem stabileren Mischwald.

Das Bergwaldprojekt wurde 1987 auf Initiative von Wolfgang Lohbeck (Greenpeace Deutschland) und dem Schweizer Förster Renato Ruf gegründet. In Deutschland hat der Verein seinen Sitz in Würzburg. In diesem Jahr finden 100 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. Der Verein finanziert sich über Spenden.

 
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