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Die am 9. Mai 1945 in der Kreisspar- und Girokasse Schwarzenberg eingegangene Rechnung über die Reparatur eines Dienstfahrrads. Der Firma wurden die 4,15 Reichsmark am 11. Mai 1945 überwiesen.

Foto: Archiv Erzgebirgssparkasse Bild 1 / 2

Hier Kriegsende, dort banaler Alltag

Hat die Sparkasse auch in der unbesetzten Zeit im Mai/Juni 1945 funktioniert? Sie hat. Eine Sonderschau in Schwarzenberg zum Museumstag belegt das.

Von Frank Nestler
erschienen am 19.05.2017

Schwarzenberg. Wer das Dienstfahrrad der Kreisspar- und Girokasse Schwarzenberg am 26. April 1945 zum Reparieren in die Firma Max Schulz gebracht hat, ist nicht überliefert. Die am 30. April ausgestellte Rechnung hingegen schon: im historischen Archiv der Erzgebirgssparkasse in Schwarzenberg. Anlässlich des internationalen Museumstages ist dort am Sonntag eine Sonderausstellung zu sehen. Sie widmet sich der Arbeit der Sparkasse in den sechs Wochen, in denen Schwarzenberg und Umgebung nach Kriegsende am 8. Mai unbesetzt blieben.

"Man kann es so zusammenfassen: Die Sparkasse hat trotz der Wirren in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges und der Zeit unmittelbar danach unvermindert weitergearbeitet", sagt Horst Möckel. Der gute Geist der sparkassenhistorischen Sammlung in Schwarzenberg - der umfangreichsten ihrer Art in ganz Deutschland - hat aus den reichhaltigen Beständen für die Exposition Dokumente ausgewählt, die seine Aussage stützen. Ob Einzahlungsbelege oder Grundbuchauszüge, ob Rechnungen oder Sparbucheinträge: In den Tagen und Wochen, als das Dritte Reich zusammenbrach und die Alliierten Deutschland besetzten, ging der banale Alltag wie in vielen Bereichen auch bei der Sparkasse zunächst scheinbar unbeeindruckt weiter. "Noch kurz vor seiner Entlassung Ende Juli hat der amtierende Landrat Hänichen als Vorsitzender des Verwaltungsrates den Kreditausschuss neu berufen", weiß Möckel aus seinen Recherchen. "Der Bruch bei den Sparkassen kam dann erst im August. In Sachsen waren sie für zwei Tage geschlossen. Danach öffneten sie als Neugründungen."

Und wie ging die Geschichte mit dem Dienstfahrrad in Schwarzenberg aus? "Die Reparaturrechnung vom 30. April wurde am 11. Mai beglichen, eine weitere Rechnung vom 30. Juni für Arbeiten an diesem offenbar stark beanspruchten Rad am 28. Juli", so Möckel. "Dramatisches" Ende: Die Inventurliste im August vermerkt das Fahrrad als gestohlen.

Die Sonderschau im historischen Archiv der Erzgebirgssparkasse in Schwarzenberg, Grünhainer Straße 10, ist am Sonntag von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt frei.

 
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