Wie kommt die Nachricht in die Zeitung?

Das Projekt "Zeitung im Unterricht" ist nicht nur für Schüler ein Teil des Lehrplans, sondern auch eine Lehrstunde für Redakteure. Wofür interessieren sich junge Leute?

Beierfeld.

Die Deutschstunde in der 8a an der Oberschule Beierfeld beginnt mit der Zeitungsschau. Die ist im Projekt "Zeitung im Unterricht" ein Muss. Jeder Schüler schnappt sich seine "Freie Presse" und liest. Es ist still. Nur das Knistern der Zeitungsseiten unterbricht die Ruhe.

Nach gut zehn Minuten beendet Cornelia Koch das Studium der aktuellen Ausgabe. Dass die Deutschlehrerin täglich einen Klassensatz aktueller Zeitungen zur Verfügung hat, ermöglichen "Freie Presse" und der Hauptprojektpartner Envia M für einen festgesetzten Zeitraum.

In der 8a baut das diesjährige Projekt bereits auf den theoretischen Stoff des Vorjahres auf. Jeder Schüler hat bereits einen Hefter mit den wesentlichen Fakten zum Aufbau einer Zeitung. Damit sind den Mädchen und Jungen auch solche Begriffe wie Nachricht, Bericht, Kommentar und Reportage bereits geläufig. Zwei Aufgaben hat die Lehrerin für diese Unterrichtsstunde im Blick: Zum einen analysieren die Jugendlichen in den nächsten Minuten die Werbung im Blatt. Zum anderen geht es um jene Themen, die sie ganz persönlich interessieren und warum. Eine spannende Frage auch für Redakteure. Umso verblüffender sind die Artikel, Texte und Bildinformationen, die sich die Jugendlichen unter diesem Aspekt aussuchen. Eifrig zücken sie die Scheren und schneiden fein säuberlich aus, was sie fesselt.

"Das klebt ihr jetzt in eure Hefter und schreibt mir fünf wichtige Informationen heraus, die nach dem Lesen dieses Beitrags bei euch hängen geblieben sind", konkretisiert die Lehrerin die Aufgabe noch einmal für alle. Ein spektakulärer Selbstmord im Gerichtssaal, die Ponys, die von Porsche spendiert werden, eine Geschichte über Außerirdische und die geplante Zusammenarbeit in Sachen Tourismus in ihrer Heimatstadt sind an jenem Tag die Themen, die in die Hefter wandern. Viele der jungen Leute kennen die "Freie Presse" von Zuhause. Oder haben zumindest bei den Großeltern oft schon darin geblättert. Und wieder andere nehmen die Zeitung des Öfteren gezielt in die Hand, um die aktuellen Fußball-Tabellen anzusehen.

Doch eine Frage beschäftigt die Schüler keineswegs nur, weil der Lehrplan es fordert: Wie kommt die Nachricht eigentlich in die Zeitung? Dazu reicht die Lehrerin zunächst eine kleine Übersicht aus. Sie nennt Agenturen, Pressemitteilungen und eigene Recherchen als mögliche Quellen. Gemeinsam versuchen die Schüler nun, den Weg eines Ereignisses bis hin zur fertigen Meldung, die mit der "Freien Presse" auf den Frühstückstisch gelangt, nachzuvollziehen. Auch die Frage, was ist ein Korrespondent, und was tut er, wird ausführlich besprochen.

Und der Gast, der an diesem Tag auf der letzten Bank im Klassenzimmer zuhört, arbeitet selbst bei der Zeitung als Reporter. Was liegt da am Ende näher, als dass die Schüler in dieser Stunde auch noch diese Gelegenheit nutzen, direkt ihre Fragen zur Zeitungsarbeit loszuwerden. Schnell wird klar: Eine Stunde ist dafür viel zu kurz. Es klingelt.

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