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Festlicher Gottesdienst in der St. Jakobi-Kirche zum 90-jährigen Bestehen des Stollberger Posaunenchors.

Foto: Cristina Zehrfeld

Ensemble feiert mit zwei Auftritten runden Jahrestag

Mit Bläserserenade und festlichem Gottesdienst ist am Wochenende das 90-jährige Bestehen des Stollberger Posaunenchores gefeiert worden. Die musikalische Leitung hatte gestern Landesposaunenwart Siegfried Mehlhorn.

Von Cristina Zehrfeld
erschienen am 16.04.2018

Stollberg. Der Posaunenchor hat dem festlichen Gottesdienst in der Jakobikirche gestern ein besonderes Gepräge gegeben. Anlässlich des 90-jährigen Ensemble-Jubiläums haben 32 Bläser aus Stollberg und den umliegenden Gemeinden den rund 150 Besuchern traditionelle und moderne Choräle geboten. Bis ins 16. Jahrhundert reicht die Historie der kirchlichen Posaunenchöre zurück. "Damals waren das quasi die transportablen Orgeln. Als durch die Erweckungsbewegung die Kirchen für die Gottesdienste zu klein wurden, haben die Posaunen draußen gespielt", verdeutlicht Siegfried Mehlhorn, der gestern die musikalische Leitung übernommen hatte. Seit 37 Jahren fungiert der 64-jährige Kirchenmusiker hauptberuflich als Landesposaunenwart. Und er misst den Bläserensembles nach wie vor eine große Bedeutung zu: "Heute, wo viele Menschen sich von der Kirche abwenden, werden Posaunenchöre mehr gebraucht denn je." In Mehlhorns Zuständigkeitsgebiet, welches die Kirchenbezirke Annaberg, Aue, Auerbach, Zwickau und Plauen umfasst, sind aktuell 120 Posaunenchöre aktiv. Sachsenweit gibt es 430 Chöre mit 6000 Bläsern. Bundesweit sind 120.000 Bläser aktiv. Zufrieden ist der Landeschef dennoch nicht: "Gerade in den ländlichen Gebieten meiner Region haben wir 10 bis 15 Chöre, in denen die jüngsten Bläser über 50 oder gar 60 Jahre alt sind."

Stollberg ist da vergleichsweise gut aufgestellt. Das jüngste Ensemblemitglied ist hier Noah Mehlhorn, der innerhalb der Bläser-Serenade am Samstag auf seinem Tenorhorn zu erleben war. Der Elfjährige hat den Bläsern schon als kleines Kind fasziniert zugehört. Vor zwei Jahren ist er beim Posaunenchor eingestiegen. Vater Donald Mehlhorn verrät: "Noahs Ziel ist es, dass auch ich mit meiner Tenorposaune beim Posaunenchor mitmache, aber dafür fehlt mir im Moment noch die Zeit."

Der Verband will Interessenten auf jeden Fall eine gute Plattform bieten: "Derzeit werden 240 Jungbläser innerhalb der Sächsischen Posaunenmission ausgebildet. Ein gutes Einstiegsalter ist die zweite, spätestens die dritte Klasse. Da kann die Musik auch zu besseren Leistungen in der Schule motivieren", so Siegfried Mehlhorn. Dabei kommt es aufs Alter letztlich nicht an, denn als Jungbläser gilt jeder Neueinsteiger. Wer einmal dabei ist, bleibt dem Posaunenchor in aller Regel treu. Und damit weisen die Posaunenchöre auch eine Besonderheit auf: "Wir sind die einzige Formation, bei der die ganze Familie von acht bis 80 Jahren mitmachen kann. Es gibt Ensembles, in denen spielen vier Generationen." Ganz so ist es in Stollberg nicht, doch Familientradition wird auch hier hochgehalten: Der 83-jährige Günter Ahner war von etwa 1951 bis 2004 als Trompeter aktiv. Daneben hat er bei Vakanzen wegen Kantorenwechsel immer wieder kurzzeitig die Leitung übernommen. Er verrät: "Ich habe auch meine Kinder angehalten, ein Instrument zu lernen." Und so halten heute mit Stefan und Christian Ahner gleich zwei Söhne die Stellung im Posaunenchor. "Angefangen habe ich als Zehnjähriger 1981. Zur Zeit spiele ich Euphonium, weil es das flexibelste Instrument ist, um alle Stimmen abzudecken", so Christian Ahner. Mit derzeit 16 Mitstreitern ist der Stollberger Posaunenchor jedenfalls gut aufgestellt. Neuerungen gab es zuletzt nicht nur beim teils modernen Repertoire: Mit Kantorin Sigrid Gratowski leitet zudem seit 2012 erstmals eine Frau das Ensemble.

 
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Kommentare
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  • 16.04.2018
    10:50 Uhr

    838118: Prima Artikel, Dankeschön!

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