Junge Leute machen alte Ziegelei für drei Tage zur Festivalstätte

Im Juli ist das Gelände in Niederwürschnitz Veranstaltungsort des "Homeward Festivals". Die Organisatoren wollen für frischen Wind sorgen.

Niederwürschnitz.

Noch sieht die Alte Ziegelei so aus wie immer: ein gemütlicher kleiner Imbiss, ein paar Radfahrer oder Spaziergänger, die das gute Wetter genießen und dazu die altbekannten roten Ziegelwände, welche das idyllische Flair abrunden. Ende Juli wird es hier aber um einiges belebter zugehen, denn dann findet zum ersten Mal das "Homeward Festival" auf dem Gelände der Ziegelei statt: "Ich und viele aus meinem Freundeskreis gehen jedes Jahr aufs Freakstock, dieses Festival fällt dieses Jahr aber aus. Also dachte man sich, könnten wir nicht auch selbst ein ähnliches Festival auf die Beine stellen?", so beschreibt Stephanie Mittelbach, Mitorganisatorin vom "Homeward Festival", wie es zu der Idee kam.

Gesagt, getan. Kaum war die Idee geboren, setzten sich die Freunde auch schon zusammen und begannen ihr ganz eigenes Festival zu planen: "Die Kerngruppe sind zirka 15 bis 20 Mann. Insgesamt arbeiten aber 100 bis 150 Leute mit und alle ehrenamtlich", so die 31-Jährige. Auch die Location für dieses Pilotprojekt war schnell gefunden, und der Förderverein der Alten Ziegelei Niederwürschnitz freut sich über die Veranstaltung: "Die Zeiten haben sich geändert und wir müssen neue Wege gehen, um das Objekt zu präsentieren, bekannter zu machen und zu zeigen, wie schön es ist", beschreibt Christian Mehlhorn, der Vorsitzende des Vereins, die Gründe warum das Gelände für das Festival zur Verfügung gestellt wurde und fügt hinzu: "Wir wollen, dass die Alte Ziegelei lebendig bleibt."

Mit Leben gefüllt wird das Gelände vom 28. bis 30. Juli auf jeden Fall, denn man hofft auf 400 bis 600 Besucher. Neben guter Musik, die von Rock, Pop, Indie bis zu Hip-Hop, Electro und Punk reicht, geht es den Veranstaltern besonders darum, dass man sich wohlfühlt: "Wir wollen ein Zuhause schaffen, wo man gemeinsam feiert und was ein offener Raum ist, in dem man neuen Leuten begegnet. Einfach ein Gefühl des Willkommenseins und des Ankommens", so Stephanie Mittelbach und sagt außerdem: "Die Organisationsgruppe sind zwar Christen, aber es ist nicht christlich kategorisiert. Absolut jeder ist willkommen."

Auch die Workshops weisen eine große Bandbreite auf, so dass für jeden etwas dabei sein dürfte. Neben Kursen, die sich mit Gott, Religion und Glauben befassen, gibt es außerdem Skate-, Bastel- und Musikworkshops sowie einen über Kapitalismuskritik. Das Samstag- und Sonntagvormittag stattfindende Hauptseminar - eine Art Gottesdienst - ist selbstverständlich auch vollkommen freiwillig. Wer darauf überhaupt keine Lust hat, kann einfach die gute Musik im netten Umfeld genießen. "Wir wünschen uns einfach eine Atmosphäre der Achtsamkeit. Dass, wenn zum Beispiel auf dem Dixi das Toilettenpapier alle ist, nicht sofort auf den Veranstalter geschimpft wird, sondern man neues hinstellt, für sich selbst und den Nächsten", so Stephanie Mittelbach.

Damit sich wirklich jeder das Festival leisten kann, beträgt der Eintritt 25 Euro auf Soli-Basis. Das bedeutet, dass jeder so viel gibt, wie er will und kann und niemand gezwungen wird, diesen Preis zu bezahlen.

Auch Kerstin Meier, die Leiterin des Imbiss in der alten Ziegelei, gefällt das Projekt: "Ich finde es gut, weil es wirklich mal etwas anderes ist."

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