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Envia M-Kommunalbetreuer Steffen Wötzel (l.) und Zschopaus Energiemanager Matthias Thümmel am intelligenten Messsystem, das im Rathaus getestet wird.

Foto: Dirk Trautmann

Energieversorger: Keine gläsernen Stromkunden

Der Umtausch der alten Stromzähler gegen digitale Messgeräte läuft. Datenmissbrauch durch Dritte sei nicht zu befürchten, sagen die Netzbetreiber. Zschopau lässt sogar freiwillig die Hosen runter.

Von Holk Dohle
erschienen am 18.05.2018

Zschopau/Marienberg. Der gute alte Stromzähler hat ausgedient. In einigen erzgebirgischen Haushalten sind die schwarzen Kästen schon ersetzt worden. Statt eines Rollenzählwerks hat die neue Messeinrichtung ein Display. Darauf kann nicht mehr nur fortlaufend die Summe der bezogenen Kilowattstunden abgelesen werden, sondern per Knopfdruck auch die tages-, wochen-, monats- oder jahresbezogenen Verbrauchswerte der vergangenen 24 Monate. Außerdem werden alle Daten gespeichert. Doch was passiert mit diesen Daten? Werden Verbraucher durch die Digitalisierung zu gläsernen Stromkunden? Schließlich könnten aus den gespeicherten Werten Erkenntnisse über Alltag, Gewohnheiten und Lebensstandard der Bewohner gewonnen werden.

Stefan Buscher winkt ab. "Die Verbrauchswerte werden nicht an Dritte übertragen. Zugriff darauf hat nur der Verbraucher. Nach der Eingabe eines Pin-Codes kann er die Werte auf dem Display ablesen", sagt der Pressesprecher der Envia Mitteldeutsche Energie AG (Envia M).

Im April 2017 habe das Unternehmen, das in Ostdeutschland nach eigenen Angaben über 1,3 Millionen Kunden mit Strom versorgt, mit dem Einbau moderner Messeinrichtungen begonnen. Bis 2032 sollen alle Kunden mit einem Jahresverbrauch von weniger als 6000 Kilowattstunden damit ausgerüstet werden. Da der Durchschnittsverbrauch in einem Haushalt bei 3500 Kilowattstunden im Jahr liege, erhalte die Mehrzahl aller privaten Stromkunden die Messeinrichtung.

In Zschopau seien vom Envia M-Netzbetreiber Mitnetz Strom bisher bei 424 von rund 6000 Kunden digitale Stromzähler installiert worden. Aber auch Kunden anderer Stromanbieter werden vom Netzbetreiber "digitalisiert". In Marienberg baute Mitnetz bisher in 230 Haushalten, die von den Stadtwerken beliefert werden, die neuen Zähler ein.

Der Zeitpunkt des Wechsels hänge von der Laufleistung des alten Stromzählers ab. Die "Lebensdauer" liege bei 26 Jahren. Erst danach erfolge der Austausch, erläutert Buscher. Haushalte, die einen neuen Zähler bekommen, muss der Messstellenbetreiber mindestens drei Monate vor dem Einbau informieren und auf die Wechselmöglichkeit zu einem anderen Betreiber hinweisen. Der Austausch und Einbau sei für den Kunden kostenlos. "Die laufenden Kosten für den Messstellenbetrieb werden über die jährlichen Messentgelte umgelegt. Diese werden dem Stromlieferanten in Rechnung gestellt", erklärt der Unternehmenssprecher. Ob und in welchem Umfang der Stromlieferant die Kosten an den Kunden weitergibt, sei vom Lieferanten und Vertrag abhängig. Als Preisobergrenze hat der Gesetzgeber maximal 20 Euro pro Jahr festgelegt. "Bisher waren es 9 Euro, aber die neuen Geräte können mehr", sagt Buscher.

Der schrittweise Einbau moderner Messeinrichtungen beziehungsweise intelligenter Messsysteme für alle Stromkunden in Deutschland war 2016 vom Bundestag per Gesetz beschlossen worden. Buscher: "Ziel ist eine bessere Kontrolle des Stromverbrauchs durch den Stromkunden. Der Gesetzgeber erhofft sich dadurch eine Veränderung des Verbraucherverhaltens und eine Steigerung der Energieeffizienz."

Das Ablesen der Stromverbrauchswerte erfolge jedoch weiterhin auf altbewährte Weise: Der Energieversorger schickt einmal im Jahr einen Mitarbeiter.

 
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Energieversorger: Keine gläsernen Stromkunden
Stadt Zschopau testet intelligentes Messsystem
 
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