Getzen-Rodeo-Verein bedauert Terminverschiebung in Zschopau

Der Plan der Grießbacher, ihr Rennen am Tag nach "Rund um Zschopau" zu starten und so für ein Enduro-Wochenende der Extraklasse im Erzgebirge zu sorgen, ist nicht aufgegangen. Das liefert Zündstoff für Diskussionen.

Zschopau/Grießbach.

Falko Haase ist enttäuscht. Der Plan des Vorsitzenden des Grießbachers Getzen-Rodeo-Vereins und seiner Mitstreiter von einem Enduro-Super-Wochenende ist fehlgeschlagen. Die Truppe hatte in der Vorwoche bekanntgegeben, dass ihr Extrem-Enduro vom 27. auf den 21. Oktober vorgezogen wird - auf das "Rund um Zschopau"-Wochenende. Die Geländefahrt war damals noch für den 20. Oktober terminiert gewesen. Doch der MSC "Rund um Zschopau" nutzte stattdessen den freigewordenen Termin, um den ohnehin prall gefüllten Wettkampfkalender im Oktober zu entzerren und verschob das Finale der Deutschen Meisterschaft um eine Woche auf den 27. Oktober.

Der Plan: Die Grießbacher wollten mit der Verlegung einer Terminüberschneidung mit einem Lauf der "World Enduro Super Serie" (WESS) aus dem Weg gehen. Denn die neue Offroad-Meisterschaft gastiert am 26./27. Oktober in Schweden. "Das haben wir erst im Dezember erfahren. Da dort die weltbesten Extrem-Enduristen starten werden, hätten die Stars der Szene wie Graham Jarvis, Jonny Walker oder Alfredo Gomez bei uns gefehlt", so Haase.

Anderseits erschien Haase die Verlegung auf den Sonntag nach "Rund um Zschopau" optimal: "Für die Region und die Fans wäre das eine Supersache gewesen. Zwei Top-Veranstaltungen im Umkreis von zehn Kilometern an einem Wochenende. Besser geht's nicht."

Die Reaktion: Die Zschopauer hatten die Nachricht aus dem Drebacher Ortsteil mit gemischten Gefühlen aufgenommen. "Beide Veranstaltungen an einem Wochenende? Gut, das kann man machen. Für die Zuschauer wären das sicher zwei tolle Tage", sagt André Rudolph. Aber, so der 2. Vorsitzende des MSC "Rund um Zschopau" weiter, wegen der Verlegung des Getzen-Rodeo stehe nun dem ursprünglichen Plan, das DM-Finale nach den Läufen in Streitberg (7. Oktober) und Woltersdorf (13./14. Oktober) erst am 27. Oktober auszutragen, nichts mehr im Weg. "Gerade nach der sicherlich anstrengenden Zweitagesfahrt in Woltersdorf dürfte das im Sinne aller Fahrer und Teams der DM sein." Bei der Terminabsprache im vergangenen Jahr sei dieser Termin durch das Getzen-Rodeo besetzt gewesen.

Die Vorgeschichte: Bei den Absprachen für den Wettkampfkalender 2018 sei "Rund um Zschopau" für den 20. Oktober noch als WESS-Rennen im Gespräch gewesen, sagt Haase. "Warum sie dann nicht in die Serie eingestiegen sind, weiß ich nicht", so der Vereinschef. "Das wäre perfekt gewesen. Die Weltelite wäre erst in Zschopau gestartet und am Tag darauf bei uns. Das hatten wir schwarz auf weiß. Schade, dass sich die Zschopauer diese Gelegenheit haben entgehenlassen."

Rudolph bestätigt, dass "RumZ" neben den weltweit namhaftesten Enduro-Veranstaltungen wie dem "Erzbergrodeo" in Österreich, dem "Trefle Lozerien" in Frankreich und eben dem "Gotland Grand National" in Schweden Teil der WESS werden sollte. "Der Vermarkter der Serie wollte das gern, er hat auch enorm Druck gemacht." Doch das Format passe nicht zum sportlichen Konzept des MSC, begründet Rudolph die Entscheidung gegen den WESS-Einstieg. "Zudem hätten wir damit die Enduro-Weltmeisterschaft boykottiert, deren Finale wir im letzten Jahr ausgerichtet haben." Der WESS wird nachgesagt, der Enduro-WM den Rang ablaufen zu wollen.

Das Rodeo: In Grießbach wird unterdessen die "Getzenpfanne" weiter fleißig gefettet. "Wir haben ein tolles Konzept mit einigen Neuerungen", macht Haase Appetit auf die siebte Auflage des alle zwei Jahre stattfindenden Spektakels. Es beginne mit der Fahrervorstellung am Samstagabend im Festzelt und ende mit der Siegerehrung im neuen Zielbereich an der "Speckschwarte". Eine Tribüne und eine große Videowand sollen dort für Stadionatmosphäre sorgen.


Teamchefs mit Pro und Kontra

Harald Sturm, KTM-Teamchef: Für uns als Team wäre ein Wochenende mit zwei Rennen nicht so schlecht gewesen: Samstag Zschopau, Sonntag wären wir alle rüber nach Grießbach gerückt, und das Wochenende darauf hätten wir frei gehabt. Etwas schade finde ich, dass die Zschopauer nicht in der WESS mitmachen. Hinter der Serie stehen starke Sponsoren, eine TV-Übertragung wäre möglich gewesen - wir hätten die Top-Fahrer erst in Zschopau und am Tag darauf in Grießbach erlebt. Wer weiß: Der Verein wird schon seine Gründe dafür gehabt haben. Man hätte es wenigstens einmal probieren können.

Marcus Kehr, Sherco-Teamchef: Beide Veranstaltungen an einem Wochenende? Das hätte sich bestimmt gebissen. Allein schon aufgrund der Abendveranstaltungen. Die Verschiebung des DM-Finales bringt etwas Luft. Für mich ist und bleibt die Enduro-Weltmeisterschaft das einzig wichtige Prädikat, auch wenn in der WESS einige Top-Piloten fahren. Zschopau ist eine Traditionsveranstaltung, das soll sie bleiben. 2017 hat "Rund um Zschopau" mit dem Finale der Enduro-WM den Stempel aufgedrückt. Diesen Stein im Brett des Weltverbandes sollte durch eine Teilnahme an der WESS nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...