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Schulleiter Rolf Otto, Ina Messig und André Fiedler (v.l.).

Foto: Matthias Degen

Schule erinnert an Neubeginn vor 25 Jahren

2500 Schüler haben seit 1992 in Zschopau ihr Abitur abgelegt. Morgen feiert die Bildungseinrichtung Jubiläum. Nicht nur für das Gymnasium war das Ende der DDR ein Aufbruch.

Von Ulrike Abraham
erschienen am 14.09.2017

Zschopau. Als Lehrerin kam Ina Messig an die Schule zurück, die sie selbst vier Jahre lang besucht hatte. 1990 war das - die Zeit der Umbrüche, im Großen wie im Kleinen. Ihren eigenen Umbruch beschreibt Ina Messig als grandios: fordernd, aber spannend. In den acht Jahren vor der Wende hatte sie an der Großolbersdorfer Oberschule unterrichtet, Deutsch und Geschichte. Innerhalb weniger Monate musste sie die Inhalte ihres Studiums über Bord werfen. Alles auf Anfang - auch für das Zschopauer Gymnasium war das Ende der DDR Neubeginn.

Morgen begeht die Schule ihren 25. Geburtstag mit einer Feierstunde in der Aula. Nach einer Übergangszeit wurde das Gymnasium 1992 gegründet, rund 2500 junge Menschen haben seitdem in Zschopau ihr Abitur abgelegt. "Wir haben uns in der Bildungslandschaft etabliert", sagt Rolf Otto, Schulleiter seit elf Jahren. Schule und Lehrer sind angekommen im neuen Bildungssystem, will Otto damit sagen. Dass auch das genügend Angriffsfläche bietet - darüber will der Schulleiter zu diesem Anlass nicht sprechen: "Das Jubiläum soll würdigen, was sich vor 25 Jahren vollzogen hat."

Ina Messigs Augen strahlen, wenn sie über die Jahre zwischen Wende und Gründung spricht, als niemand so recht wusste, wohin der Weg gehen würde: "Eine Weile war unklar, ob wir noch einmal studieren müssen oder nicht." Mussten sie nicht, zumindest nicht alle: Die Anerkennung als Gymnasiallehrer wurde ihnen im Einigungsvertrag zugesichert, erläutert Messigs Kollege André Fiedler. Er hat trotzdem noch einmal studiert: Gemeinschaftskunde, das Fach gab es vorher nicht. Geschichtslehrerin Messig hat ihr Wissen selbst auf Vordermann gebracht, sich dazu als erstes neue Bücher gekauft - und war erstaunt. Als faschistischen Putschversuch beschreibt ein DDR-Lehrbuch für zehnte Klassen den Aufstand am 17. Juli 1953, gesteuert vom amerikanischen Geheimdienst und der westdeutschen Regierung. Nie sei ihr in den Sinn gekommen, dass es verschiedene Sichten auf ein Thema geben könnte, mehr als eine historische Wahrheit, sagt die 58-Jährige nachdenklich. "Wir waren verblendet", sagt sie selbstkritisch. Frei denken zu dürfen - und zu können, empfinde sie noch heute als beglückend.

Die Erweiterte Oberschule, die zu DDR-Zeiten im Gebäude untergebracht war, trug den Namen Clara Zetkins. Zu ihren Schulzeiten stand die Büste der im Osten geehrten Frauenrechtlerin im sogenannten Traditionskabinett, erzählt Messig und stutzt: "Wo ist die wohl gelandet?" Auf dem Dachboden, vermutet Kollege Fiedler, auch Schulleiter Otto ist sich nicht sicher. Ein Großteil der Schüler war in den 1990ern gegen einen Namen, Gymnasium Zschopau heißt die Schule schlicht. Otto nickt: "Wir sind genau das."

 
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Schule erinnert an Neubeginn vor 25 Jahren
Kleine Zeittafel
 
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