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Schlafenszeit: Bücher und Schlafmatten liegen in der Kindertagesstätte "Pfiffikus" in Niederwiesa schon bereit. Erzieherin Theresa Eberhardt muss ihrer Bärengruppe nur noch selten beim Aufbau der Matten helfen.

Foto: Claudia Dohle

Die Frau, die alles können muss

Theresa Eberhardt hat viele Jobs: Seelsorgerin, Putzfrau, Musikerin und Krankenschwester und Bärenmutter. Eigentlich ist sie Erzieherin in der Kita "Pfiffikus" in Niederwiesa. Die "Freie Presse" hat sie einen Tag lang begleitet. Denn heute ist Tag der Kinderbetreuung.

Von Jonathan Rebmann
erschienen am 15.05.2017

5.30 Uhr Der Wecker klingelt. Der Tag startet früh für Theresa Eberhardt. Noch vor dem Frühstück beginnt die Arbeit: Die Erzieherin der Kindertagesstätte "Pfiffikus" in Niederwiesa packt noch schnell Geschenke ein. Ihre "Bärengruppe" hat zum Muttertag gebastelt. Noch eine Schnitte mit Honig und ein Kaffee, dann geht's zur Kita. "Ich fahre nie mit leerem Magen zur Arbeit", sagt die 29-Jährige Chemnitzerin.

7 Uhr Dienstbeginn. Gleich kommen die ersten Kinder. Unter den Erziehern herrscht gute Stimmung. Es gab gestern keine Zwischenfälle, wie etwa Schürfwunden oder andere Problemchen. Der Tag kann starten. Zwischen 7 und 9.30 Uhr liefern die Eltern ihre Sprösslinge ab. "Manche Kinder sind fröhlich, und andere haben Herzschmerz, denn sie vermissen ihre Mama", erzählt Theresa Eberhardt. "Die Eltern bleiben die Eltern, wir ersetzen sie nicht", sagt sie und fügt lächelnd hinzu: "Meist weinen die Kinder nur ganz kurz."

8 Uhr Frühstück. Alisia hat Beeren mitgebracht. Die Bärengruppe lässt sich Obst, Cornflakes und Milch schmecken. Theresa Eberhardt, die "Bärenmutter" ermahnt ihre Gruppe, beim Essen still zu sein. "Bei so vielen Kindern muss das sein", erklärt sie. Tatsächlich: Während des Frühstücks ist kaum ein Wort zu hören.

10 Uhr Notfall im Garten. "Der hat mich geschubst." Tränchen kullern über die Wange eines Jungen. Für die kleine Wunde am Knie hat "Krankenschwester" Theresa ein Pflaster parat. "Kinder sind keine Maschinen", sagt sie. "Da kommen Missgeschicke vor." Sie versuche bei ihrer Arbeit immer ehrlich mit den Kindern zu sein und zu erklären, wieso, weshalb und warum manche Dinge so sind, wie sie sind. Ihre "Bärchen" spielen wieder im Sandkasten, auf dem Klettergerüst und der Rutsche. Der kleine Notfall ist vergessen.

11.45 Uhr Ab ins Bett! Jetzt ist Zeit für den Mittagsschlaf. Müde sind die Kleinen auch wegen der ganzen Aufregung beim Mittagessen. Was ist passiert? Rückblick: Es gibt Suppe im Bärenzimmer. Nachdem ein Junge den anderen Tee eingeschenkt hat, dürfen die Kinder einzeln zu Theresa Eberhardt laufen. Die füllt die Nudelsuppe in die Schüsseln der Kinder. Als ein Mädchen sich umdreht, um zu ihrem Platz zurückzukehren, ist es bereits zu spät: Eine Suppenspur folgt ihr am Boden entlang bis zum Tisch. "Du musst den Teller gerade halten", ermahnt die "Bärenmutter", während sie schon mit Putzlappen am Boden kniet. Zum dritten Mal heute.

13.45 Uhr Aufgestanden! Jetzt gibt es erst einmal Vesper. Die Zeit, in der die Kinder geschlafen haben, hat Theresa Eberhardt genutzt, um die Aktivitäten dieses Tages im Gruppenbuch aufzuschreiben. Außerdem füllt sie regelmäßig einen Entwicklungsbogen aus, in dem sie die Fortschritte der Kinder zum Beispiel in der Motorik vermerkt. Immer wieder stellt sie dabei fest, wie unterschiedlich die Geschlechter sind. Sie sagt "Die Mädels malen gerne, und die Jungs bauen lieber Parkplätze aus Lego".

16 Uhr Feierabend. Nach dem Mittagsschlaf wurde gegessen und gespielt, nach und nach werden die Kinder abgeholt. Für Theresa Eberhardt endet ein langer Tag voller verschiedener Aufgaben und Eindrücke. "Jeder Tag ist anders, jeder Tag ist aufregend", sagt sie. "Genau das liebe ich an meinem Job." Auf die Freizeit an Wochenenden freue sie sich sehr, sagt die junge Frau. "Aber genau so sehr freue ich mich darauf, die Kinder wieder zu sehen." Heute hat sie die Knirpse wieder um sich. Heute. Am Tag der Kinderbetreuung.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
14
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 18.05.2017
    02:06 Uhr

    aussaugerges: Der große Unterschied.
    Der sichere Arbeitsplatz,geregelte Pausen, da haben die Frauen noch Zeit und Freude gehabt über ihre Kinder zu erzählen und zu berichten.
    Jetzt gibt es fast keine Pausen mehr geschweige Pausenräume.
    Jetzt werden die """Hand im Mund Essen""" mit Kamera überwacht """Lidel."""
    Und noch was so wie die Kinder die Schule erlaufen konnten,waren die Krippen und Kindergärten immer in Betriebsnähe.

    Das ist Fakt gewesen und unumstößlich,wird auch von der CDU annerkannt.

    Blackadder,da sie in der Kirche beschäftigt sind und ihre Kinder in eine vom Staat bezahlte kirchliche Kindereinrichtung gehen ist ihre Meinung nicht relevant.
    Haben sie selbst hier geschrieben.

    1 5
     
  • 17.05.2017
    17:04 Uhr

    Blackadder: @ 1953.... Nein. Ich habe nur geschrieben als was oder wie ich das erlebt habe und in die Mütter in der BRD ging es nicht, sondern darum,dass aussaugerges die Kindrbetreung in der DDR als Nonplusultra gepriesen hat, was mur dem Wohl der Kinder gedient habe.

    @ interessierte : Wenn Sie meine Kommentare nicht lesen oder verstehen können., ist das nicht mein Problem.

    5 0
     
  • 17.05.2017
    12:57 Uhr

    Interessierte: Jetze iss der @Blackadder auch noch eine ´alleinstehende` Mutter gewesen in der DDR ...
    Vielleicht hat er nun auch studiert , denn die das gemacht hatten , die hatten ihr Kind wirklich in Wochenkrippen gegeben , wenn es nicht anders ging , denn für solche Notfälle waren die ja gedacht , auf der Dresdner Straße war da mal so eine Krippe ?

    Aber da muß das Kind nun schon über 30 Jahre sein ...
    Aber hatte er nicht kürzlich geschrieben , dass er noch schulpflichtige Kinder hat ?
    Und er geht ja auch zu Hipp-Hopp-Partys , da müßte er an sich noch jung sein ? ?
    ( also , ich meine natürlich sie , sie müßte noch jung sein ...

    4 4
     
  • 17.05.2017
    11:42 Uhr

    1953866: @Blacky, "das habe ich selbst so erlebt." suggeriert erst einmal: Sie haben das als Mutter so erlebt.
    Also ich kann mich beispielsweise nicht erinnern, was ich mit 18 Wochen, oder auch noch im Alter von 2, 3 Jahren so "erlebt habe". Übrigens, wie ist es denn einer alleinerziehenden Mutti zu dieser Zeit in der BRD ergangen?

    3 3
     
  • 17.05.2017
    10:31 Uhr

    Blackadder: @Freigeist: Klasse, wenn mir andere erzählen, was ich als Kind erlebt habe. Finde ich toll. Nur leider ging es nunmal nicht anders, denn vorn irgendwas muss eine alleinerziehende Mutter ja leben, also musste sie arbeiten gehen. Das Babyjahr wurde in der DDR erst 1986 eingeführt, vorher gabs nur 18 Wochen.

    4 2
     

 
 
 
 
 
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