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Keine hohe Kunst, sondern einen Querschnitt zeitgenössischer Arbeiten möchte Uwe Schwarz auf Schloss Augustusburg in seiner Wahlheimat zeigen. In der Kleinstadt lebt der in Karl-Marx-Stadt geborene Künstler seit über 20 Jahren.

Foto: Hendrik Jattke

Die Heimat mitgestalten

Während sich im Kunst-kalender das heimische Motiv Schloss Augustusburg durchzieht, wird das Programm des Vereins Turmgalerie um Maler Uwe Schwarz in diesem Jahr international.

Von Nina Monecke
erschienen am 09.02.2018

Augustusburg. An Schloss Augustusburg erinnert sich der in Karl-Marx-Stadt geborene und aufgewachsene Künstler Uwe Schwarz noch als Ausflugsziel eines Wandertags in der Schule: "Die Krone des Erzgebirges", sagt er. Und genau die steht im Mittelpunkt des vor drei Jahren von ihm initiierten Kunstkalenders.

Die beteiligten Maler wechseln, doch das Motiv bleibt gleich. Die Künstler müssen also immer wieder einen anderen Ansatz finden. "Genau das ist die Herausforderung", sagt Schwarz. Eine, die die acht verschiedenen Künstler meistern: Mal erscheint Schloss Augustusburg als Silhouette, ist in der Ferne am Horizont zu erahnen oder schimmert durch herbstliche Bäume hindurch. Mal schaut der Betrachter von oben auf die Stadt hinab oder wirft den Blick aus dem eigenen Fenster zur Burg hinüber.

Mit dem Kalender habe der Verein Turmgalerie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, so Schwarz. Zum einen würden damit die Künstler in der Region ins Bewusstsein der Menschen gerückt und bekämen die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Zum anderen werden verschiedene Blickwinkel auf ein bekanntes Stück Heimat geworfen. Und das Interesse sei groß, die 500 aufgelegten Exemplare fast komplett verkauft. Anrufe erhält Schwarz auch von außerhalb Sachsens. Immer wieder würden Käufer erzählen, dass sie die Ansichten sammeln und einrahmen. "Die Menschen lieben nun mal die heile Welt", sagt Schwarz.

Die Bilder gibt es auch als echte Kunstwerke, zum Beispiel auf Leinwand, zu kaufen. "Die Krönung ist natürlich, wenn ein Kontakt für die Künstler zustande kommt", so Schwarz.

Der Kunstkalender ist ein Beitrag in Schwarz' Selbstverständnis, sich an dem Ort, an dem er lebt, einzubringen. "Ich bin Kritiker, packe aber auch an." Seine Arbeit als Künstler, als Stadtrat in Augustusburg und als Inhaber einer Werbeagentur in Flöha - all das gehört für ihn zusammen. "Wenn man Missstände sieht, sollte man sie beheben", sagt Schwarz. Für ihn ist das beispielsweise der Markt in Augustusburg, wo zahlreiche Flächen leer stehen und den er wieder beleben möchte. Seine Hoffnung setzt Schwarz dabei vor allem in das seit Langem leerstehende Lehngericht. Gekauft hat das Gebäude im vergangenen Jahr der Chemnitzer Unternehmer Lars Fassmann.

Ein anderes wichtiges Projekt in 2018 sind für Schwarz die geplanten Ausstellungen des Vereins Turmgalerie auf Schloss Augustusburg. Vier statt sechs soll es in diesem Jahr geben, die dafür aber länger dauern. Und es wird international: Den Anfang macht im März der Tscheche Tosa Stojnow mit Radierungen, die unter anderem den Erzgebirgskamm zeigen. Grenzübergreifende Ausstellungen mit Künstlern aus dem Nachbarland seien schwieriger geworden, sagt Schwarz. Etwa seit die gemeinnützige Stiftung Brücke/Most ihre Tätigkeit zum Ende des vergangenen Jahres eingestellt hat. "Daran hing viel finanzielle Förderung für uns", so Schwarz. Zudem seien in Tschechien Künstler kaum in Verbänden organisiert. "Das läuft dort alles sehr partiell." Umso wichtiger sei es, den Austausch am Leben zu halten. Künstler aus Bulgarien und Italien sollen ebenfalls nach Augustusburg kommen.

"Hohe Kunst ist außerhalb der Städte schwierig. Wir versuchen deshalb einen Querschnitt zeitgenössischer Kunst zu zeigen", sagt Schwarz. Dazu passt das aufwendigste Ausstellungsprojekt in 2018: Eine Reise in die Stadt Estelí im Norden Nicaraguas in Mittelamerika. Estelí ist die Heimatstadt des Künstlers und Mitglieds der Turmgalerie Rafael Gamez. Gemeinsam mit Künstlern vor Ort sollen Wandmalereien und Holzskulpturen mithilfe von Kettensägen entstehen. Geplant ist, die Ergebnisse in Tagebuchform mit Fotos in Augustusburg zu präsentieren. "Angedacht ist auch hier, dass ein Austausch entsteht und wir bald nicaraguanische Künstler bei uns begrüßen können", sagt Schwarz.

Einige wenige Restexemplare des Kunstkalenders "Augustusburg 2018", jetzt zum reduzierten Preis von 5 Euro gibt es unter anderem in der Werbeagentur "Made in Flöha", Augustusburger Straße 60 in Flöha.

www.freiepresse.de/kalender2018

 
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