Dialog um Ort des Erinnerns geht in neue Runde

Auf dem heutigen Gelände der Sachsenburg Werke war von 1933 bis 1937 eines der ersten Konzentrationslager in Sachsen. Dort soll jetzt eine Gedenkstätte entstehen. Das Konzept wurde gestern der Öffentlichkeit präsentiert.

Sachsenburg.

Am vergangenen Wochenende hatte die Lager- und Arbeitsgemeinschaft Sachsenburg zum 9. Dialog nach Sachsenburg eingeladen. Anlass dazu war die Vorstellung eines Gedenkstättenkonzeptes zum ehemaligen Konzentrationslager in Sachsenburg sowie das Gedenken und erinnern an die Inhaftierten. Dazu gab es gestern eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung.

Der Brandenburger Günter Wach erzählte, "Mein Vater war bis zur Auflösung des KZ in Sachsenburg inhaftiert. Er war Funktionär der Kommunistischen Partei Deutschlands und wurde wegen Hochverrat eingesperrt." Jungen Menschen sollte man die Geschichte nahebringen. Er und seine Frau stehen dem am Samstag vorgestellten Gedenkstättenkonzept positiv gegenüber. "Es muss nicht das gesamte Gelände eingebunden werden", argumentierte Wach. Weiterhin sagte er, "Man sollte die Gedenkstätte komprimieren und vielleicht den Zellenblock erhalten". Seine Frau meinte: "Man könnte die historischen Orte auf dem Gelände beschildern, um auf die Geschichte einzugehen". Das Ehepaar Wach wünscht sich eine schnelle Umsetzung des Konzeptes zur Gedenkstätte.

Enrico Hilbert, Vorsitzender der Lager- und Arbeitsgemeinschaft (LAG) Sachsenburg, ist dem Konzept ebenfalls positiv gegenüber gestimmt. "Das Konzept ist nicht neu. Es gab schon mal ein kleineres Konzept zur Gedenkstätte KZ Sachsenburg", so Hilbert.

Am 20. Juni muss nun der Stadtrat Frankenberg über die Konzepte entscheiden. "Es gibt drei verschiedene Varianten, in die auch die alte Kommandanten-Villa sowie die Sachsenburg Werke und der Zellenblock eingebunden sind", so Hilbert. "Der Name des KZ in Sachsenburg, die Gebäude mit ihrer Bausubstanz sowie Dokumente und Zeitzeugenberichte sind für eine Gedenkstätte schon vorhanden". Die LAG hat in Kooperation mit anderen Organisationen bereits den alten Zellenblock freigeräumt. Durch Spenden konnten Inschriften im Zellenblock gesichert werden. "Auch existiert auf dem Gelände eine kleine Ausstellung über das KZ", erklärte Hilbert. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Stoffes rund um das KZ in Sachsenburg findet Enrico Hilbert förderlich. "Zeitzeugenberichte sind sehr wichtig". Und solche Zeitzeugenberichte wurden am Sonntag bei der Gedenkveranstaltung in den Sachsenburg Werken vorgelesen. Rund 60 Personen haben an dieser Veranstaltung teilgenommen.

Das Ganze wurde von der Band Quijote aus Chemnitz musikalisch begleitet. Im Anschluss daran fand am Denkmal, welches an die Zeit des Faschismus und an die Oper erinnert, eine Kranzniederlegung statt. Interessierte konnten danach an kleinen Führungen über das Gelände teilnehmen.

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