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Das Schaf steht allein auf einer Wiese unterhalb des Sachsenburger Schlosses. Passanten und Tierschützer sorgen sich um das Schicksal des Tieres.

Foto: Franziska Pester

Einsames Schaf in Sachsenburg: Tierfreunde in Sorge

Allein und an einer Kette angebunden steht ein Tier auf einer Wiese. Passanten glauben, dass die Haltung nicht artgerecht ist. Der Fall beschäftigt den Kreis-Amtstierarzt.

Von Franziska Pester
erschienen am 08.09.2017

Sachsenburg. Mal steht es nahe am Parkplatz, ein paar Tage später ist es weiter hinten, am Weg, der zum Sachsenburger Freibad führt, angepflockt. Ein einzelnes Schaf grast seit Wochen auf einer Wiese unterhalb des Sachsenburger Schlosses im Frankenberger Ortsteil. Um das Tier, das ohne Artgenossen, an einer Kette hängend Tag ein Tag aus steht, sorgen sich Passanten und Tierschützer. Denn die Haltung sei nicht artgerecht, sagen sie.

Jessica Klitzsch bemerkte das Schaf, als sie mit ihrem Sohn das Freibad besuchte. "An dem Tag waren 30 Grad. Das Schaf stand in der prallen Sonne. Ein Eimer lag verkehrt herum neben ihm. Ich habe damit dann Wasser aus der Zschopau geholt und es hat sofort getrunken", berichtet die Frankenbergerin.

Die Kette, an die das Tier angebunden ist, sei verdreht gewesen, sodass das Schaf sich nur innerhalb eines kleinen Radius habe bewegen können. "Wir haben das Schaf mit frischem Gras gefüttert. Ich glaube, es war lange nicht mehr umgepflockt worden", so Klitzsch. "So, wie es gehalten wird, geht es meiner Ansicht nach nicht. Deshalb habe ich den Tierschutz informiert", sagt sie. An den ortsansässigen Tierschutzverein hat sich auch Katja Schmidt gewandt: "Ich bin mit einer Schulklasse zum Bad gegangen, und uns ist schon des Öfteren aufgefallen, dass dieses Schaf bei hohen Temperaturen kein Wasser hatte."

Angelika Kunze, Vorsitzende des Frankenberger Tierschutzvereins, kennt den Fall und ist empört. Früher hätten auf der Wiese zwei Schafe gestanden. "Das andere wurde vermutlich geschlachtet." Darüber, dass nun ein Schaf allein angepflockt auf der Wiese gehalten wird, hat sie den Amtstierarzt im Landratsamt informiert. "Unserer Ansicht nach muss der Besitzer entweder ein zweites Tier anschaffen und einen ordentlichen Stall bauen, oder er schafft auch das einzelne Schaf ab - auf welchem Weg auch immer", sagt Kunze. Der Verein könne das Schaf nicht aufnehmen, da er für Nutztiere nicht zuständig sei.

Das Landratsamt bestätigte auf Nachfrage, dass dem Amtstierarzt der Hinweis bekannt sei. Es habe auch einen Vor-Ort-Termin gegeben. Details nannte die Behörde allerdings nicht, da es sich um ein laufendes Verfahren handele.

Zur Haltung von Schafen gibt es Vorgaben. Bereits 1992 hat der Europarat eine Empfehlung abgegeben. Auf diese verweist das Bundeslandwirtschaftsministerium zur artgerechten Tierhaltung. So heißt es in Paragraf 2 wörtlich: "Die Mitglieder dieser Art sind sehr sozial und verbringen ihr ganzes Leben in engem Kontakt mit anderen Tieren der Herde." Später wird erklärt: "Schafe sollten möglichst nicht einzeln gehalten werden." Außerdem heißt es, dass Wasserschalen so aufgestellt sein sollten, dass sie vor Verunreinigungen geschützt sind und dass nicht die Gefahr besteht, dass das Wasser gefriert oder verschüttet wird. Zudem müsse sichergestellt werden, dass "jedes Schaf täglich Zugang zu einer angemessenen Menge an nahrhaftem [...] Futter [...] erhält". Paragraf 14 legt fest, dass Schafe nicht dauerhaft fixiert sein dürfen. "Werden sie zeitweise angebunden, so sollte dies nur für kurze Zeit gestattet sein und nicht an Stellen erfolgen, wo es Hindernisse gibt oder die Gefahr besteht, dass die Tiere von Hunden oder Raubtieren angegriffen werden."

Der Besitzer des Schafes, Mike Zühlke, erklärt auf Nachfrage der "Freien Presse", dass mit dem Tier alles in Ordnung sei. Er bestätigt, dass er früher zwei Schafe hatte und eins geschlachtet habe. "Das eine ist so lieb, deshalb hab ich es behalten", sagt er. Bis zum Winter wolle er aber auch dieses schlachten. Bei ihm hätten sich noch nie Spaziergänger oder Tierschützer über die Haltungsbedingungen des Schafs beschwert.

 
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