Werbung/Ads
Menü

Themen:

Navigationsgeräte verraten mehr, als manch Autofahrer glaubt. Josefine Köpke beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit, wie man diese Daten auswertet, um Verbrechern das Handwerk zu legen.

Foto: Falk Bernhardt

Erlauerin will Täter mittels Navigationssystem aufspüren

Josefine Köpke gehört zum ersten Studiengang "Allgemeine und Digitale Forensik" der Hochschule Mittweida. Sie schreibt beim Bundeskriminalamt Wiesbaden ihre Bachelorarbeit. Das Thema hat es in sich.

Von Ute George
erschienen am 15.07.2017

Mittweida/Erlau. Die Erlauerin Josefine Köpke ist derzeit nur ein paar Tage in ihrer Heimat, dann muss sie zurück nach Wiesbaden - ins Bundeskriminalamt (BKA). Die junge Frau ist nicht etwa straffällig geworden, ganz im Gegenteil, sie ist hinter Straftätern her, solchen, die digitale Spuren hinterlassen - in Navigationsgeräten.

Josefine Köpke gehört nämlich zu den ersten Studierenden, des seit Oktober 2014 an der Hochschule Mittweida angebotenem und bislang bundesweit einmaligem und überaus erfolgreichem Studiengang "Allgemeine und Digitale Forensik". Beim BKA absolvierte sie ein Praktikum und schreibt jetzt dort ihre Bachelorarbeit zum Thema "Navigationssysteme". "Beim BKA Wiesbaden gibt es eine Abteilung zur Untersuchung von Navis. Das hat mein Interesse geweckt", begründet die Erlauerin ihre Praktikumswahl. Die Ermittler nehmen die Einbaugeräte auseinander. Die Platinen sowie Speicherbausteine werden ausgelesen und ausgewertet. Klingt einfach, ist es aber nicht, da es sich meist um geschützte Daten handelt, die geknackt werden müssen. "Das ist zum Beispiel bei einem Entführungsfall nützlich, wenn die Personen noch vermisst werden", berichtet Josefine Köpke. Ist das Entführungsfahrzeug gefunden, könnten so Zieleingaben - auch gelöschte - entdeckt werden. "Das sind Ansatzpunkte dafür, wo sich vermisste Personen aufhalten könnten."

Da es heutzutage möglich sei, Mobiltelefone ans Navi zu koppeln, würden auch darüber wichtige Daten übertragen. "So kann man zum Beispiel die Bluetooth-Adresse ermitteln und damit auch den Telefonbesitzer, das ist zum Beispiel bei Mietwagen von Vorteil", erzählt Josefine Köpke. Mehr Details möchte sie nicht aufzählen, um es den Straftätern nicht zu einfach zu machen.

Bis August muss sie ihre Bachelorarbeit fertig haben. Nach erfolgreicher Verteidigung könnte sie theoretisch ins Berufsleben starten. "Ich sehe die Zukunft unserer Absolventen durchaus positiv", erklärt Dirk Labudde, Professor für Bioinformatik an der Hochschule Mittweida. Viele Jobangebote gingen derzeit ein. Wie viele der Studenten des ersten Studienganges ihren Abschluss machen und in welchen Unternehmen und Institutionen sie dann eingesetzt werden, kann er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ein objektives Bild ergebe sich erst im Herbst.

Josefine Köpke könnte sich sofort beim BKA bewerben. Doch die junge Erlauerin hat sich anders entschieden: Sie möchte ab Herbst den neuen Masterstudiengang "Cybercrime/Cybersecurity" an der Hochschule belegen. Dafür gibt es zunächst nur 30 Plätze, Bewerber müssen also an einem Auswahlverfahren teilnehmen. "Wenn ich angenommen werde, geht es im Oktober los", erklärt die 21-Jährige.

Bereut hat sie ihre Wahl nie. "Eigentlich wollte ich ja in der Nähe von Bonn naturwissenschaftliche Forensik studieren", erzählt sie. Doch in dem Jahr, in dem sie Abitur machte, wurde der neue Studiengang in Mittweida - praktisch vor der Haustür - ins Leben gerufen. "Grundsätzlich geht es bei der Digitalen Forensik um die Untersuchung von Festplatten und anderen Datenträgern", erzählt Josefine Köpke. Ob Betrug, Erpressung oder Kinderpornografie - Straftäter machen sich immer mehr die digitalen Medien zunutze, weiß sie. Im Masterstudium "Cybercrime" wird sich die Erlauerin mit der Analyse von Computer-Angriffen beschäftigen. Welche Daten wurden gestohlen? Wie haben sie sich Zugriff zum Computer verschafft? Beruflich möchte sie später in der Strafverfolgung arbeiten, beim BKA oder LKA. Dafür würde sie sogar aus der Heimat weggehen.

 
Seite 1 von 2
Erlauerin will Täter mittels Navigationssystem aufspüren
Studiengang auf 120 Plätze beschränkt
 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
Wetteraussichten für Mittweida
So

24 °C
Mo

23 °C
Di

15 °C
Mi

17 °C
Do

°C
 
Unsere Youtube-Videos

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Freie Presse Immobilien
Immobilienangebote für Mittweida und Umgebung

Finden Sie Ihre Wohnung in der Region Mittweida

Immobilienportal

Mietangebote

Kaufangebote

 
 
 
 
Ärztliche Notdienste
Apotheken und Ärzte der Region

Manchmal muss es schnell gehen. Notrufe und Notdienste der Apotheken und Ärzte finden Sie hier.

weiterlesen
 
 
 
 
Freie Presse vor Ort

09648 Mittweida
Rochlitzer Straße 64
Telefon: 03727 983-0
Öffnungszeiten:
Mo/Di/Do 9:00-13:00 Uhr und 14:00-17:30 Uhr
Mi/Fr: 9:00-13:00 Uhr

weiterlesen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm