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Jens-Uwe Miether - Bürgermeister in Altmittweida

Foto: Falk Bernhardt

Gemeinderat plädiert für Urlaub vom Kindergarten

Mehr Recht auf Freizeit für Kinder und höhere Beiträge für die Eltern. Das sind die wesentlichen Änderungen, die der Altmittweidaer Gemeinderat beschlossen hat.

Von Rita Türpe
erschienen am 15.11.2017

Altmittweida. Ab Januar müssen Eltern für die Betreuung ihrer Sprösslinge in den kommunalen Kindereinrichtungen der Gemeinde Altmittweida tiefer in die Tasche greifen. Außerdem gelten einige neue Regeln für die Betreuung der Kinder in Krippe, Kindergarten und Hort. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen.

Krippenplätze werden danach um bis zu knapp 19 Euro pro Monat teurer. Für die Betreuung der Kindergartenkinder müssen Familien künftig reichlich fünf Euro mehr einplanen und im Hort steigen die Elternbeiträge um bis zu reichlich acht Euro. Die zusätzliche Belastung der Eltern sei notwendig, um die Einnahmen der Kommune im gesetzlich vorgegebenen Rahmen zu halten, begründete Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) die neue Elternbeiträgen.

Die Steigerung, etwa im Krippenbereich von jetzt maximal rund 185 auf 204 Euro für neun Stunden Betreuung sowie im Kindergarten von maximal knapp 97 Euro auf 102 Euro und im Hort von unter 57 Euro auf 65 Euro sei zudem ein fairer Beitrag, sagte er. Für Kinder von Alleinerziehenden sowie bei der Betreuung mehrerer Kinder einer Familie oder verkürzte Betreuungszeiten gelten niedrigere Sätze. "Alle Kindereinrichtungen der Kommune sind in einem sehr guten Zustand, sowohl baulich als auch hinsichtlich der Ausstattung", so Miether. Höhere Personalkosten, die sich in den Betriebskosten bemerkbar machen, seien vor allem dadurch bedingt, dass die Zahl der Kinder pro Erzieherin geringer geworden ist. "Das sollte den Eltern die höheren Beiträge wert sein", erklärte er.

Mit den neuen Elternbeiträgen liegt Altmittweida laut Miether bezogen auf die Betriebskosten des Jahres 2016 genau "in der goldenen Mitte". Der Gesetzgeber fordert mindestens 20 Prozent Beteiligung der Eltern. Andernfalls muss die Kommune die Differenz ausgleichen. Als Höchstgrenzen sind im Gesetz für Krippen 23 Prozent sowie für die Betreuung älterer Kinder 30 Prozent der im vorangegangenen Zeitraum abgerechneten Betriebskosten festgelegt.

In Altmittweida steigt der Elternbeitrag in der Krippe von jetzt 19 auf 21,5 Prozent, Kindergarten und Hort erhöhen von jetzt 24 und 22 Prozent auf 25 Prozent. Auf die Fragen von Gemeinderätin Sabine Lauterbach (parteilos/Liste Linke) und Gemeinderat Ralph Steiner (CDU) nach den Auswirkungen künftiger Veränderungen in der Höhe der Betriebskosten auf die Elternbeiträge erklärte Miether, dass die Festlegung der Sätze viel Luft nach oben und unten lasse. Eine Neufestlegung sei erst dann wieder nötig, wenn die vorgegebenen Mindest- oder Höchstgrenzen nicht mehr eingehalten werden.

Neue Preise gelten ab Januar auch für das Überschreiten der vereinbarten Betreuungszeit und für Gastkinder. Werden Kinder nicht pünktlich abgeholt, liegen die Kosten pro halbe Stunde bei bis zu 12,50 Euro. Für Gastkinder verlangen die Einrichtungen pro Tag zwischen 10 und 30 Euro. Die Aufnahme soll allerdings auf maximal zehn Tage im Monat beschränkt werden.

Mit einer Änderung in der Betreuungssatzung will die Gemeinde laut Miether allen Kindern zu Urlaub von der Kita verhelfen. "Es gibt Kinder, die seit zwei Jahren ununterbrochen in der Einrichtung sind", erklärte der Ortschef. "Tag für Tag von 6 bis 16 Uhr, dass ist Stress, die Kinder müssen sich davon erholen können", sagte er.

Mindestens zehn Tage Urlaub von der Kita sollen die Eltern ihren Kindern deshalb einräumen. Die neue Satzung legt zudem fest, dass der Träger das Jugendamt über Verstöße gegen diese Regelung informieren kann.

 
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