Baden in Sandgruben: Ein Vergnügen mit Risiko

Die Sandgruben rund um Penig werden immer wieder zum Baden genutzt. Außer in Biesern ist das verboten. Auch für die Zwickauer Mulde und die Talsperre Kriebstein gibt es Vorschriften.

Rochlitz/Penig.

Der Sommer kommt - was gibt es bei Hitze und Sonnenschein schöneres, als einen Sprung ins kühle Nass? Die Mulde, Sandgruben und Teiche locken in der Region mit klarem Wasser und werden mitunter zum Baden genutzt. Doch das Schwimmen in solchen Gewässern birgt Gefahren. An manchen Stellen ist es verboten, weil Lebensgefahr besteht.

Baden im Fluss: Alle Flüsse in Sachsen, auch die Zwickauer Mulde und die Zschopau, sind keine ausgewiesenen Badegewässer. Das heißt, dass sie gesetzliche Vorgaben, die an Badegewässer gestellt werden, nicht erfüllen. Das teilte Britta Andreas, Pressesprecherin der Landestalsperrenverwaltung, mit. Allerdings sehe das Sächsische Wassergesetz für natürliche Gewässer, zu denen Flüsse gehören, einen Gemeingebrauch vor. "Das Baden in Flüssen ist also nicht per se verboten", erklärt die Sprecherin den Begriff. Aber es gibt Einschränkungen: An Wehranlagen ist das Baden grundsätzlich verboten.

In Rochlitz und Penig gibt es keine Sonderregelungen, die das Baden in der Mulde untersagen. "Es muss jeder selbst für sich entscheiden, ob er sich beim Baden in öffentlichen Gewässern möglicherweise einem Gesundheitsrisiko oder anderen Gefahren aufgrund schlechter Wasserqualität, von unbekanntem Untergrund, Untiefen oder Strömungen aussetzt", so der Rochlitzer Hauptamtsleiter Mario Rosemann. Genau wie in Rochlitz hat man aber auch in Penig nicht beobachtet, dass die Mulde regelmäßig zum Baden genutzt wird, sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Sie verweist auf gefährliche Strömungen im Bereich von Wehranlagen: "Von oben wirkt der Wasserspiegel ganz harmlos". Doch vor elf Jahren seien zwei junge Männer mit ihrem Floß gekentert und ertrunken.

Baden in Sandgruben: Beliebt, aber verboten und auch sehr gefährlich ist das Baden in den Sandgruben rund um Penig, so die Sprecherin. "Das strahlend blaue Wasser lädt zum Baden ein, es kann jedoch zu Abbrüchen und unterirdischen Abgängen kommen, welche ebenfalls zu Strömungen führen. Die können auch erfahrene und kräftige Schwimmer nicht bewältigen", so Tschök-Engelhardt. Das bestätigt Ulrich Schnarre, Geschäftsführer der Sandwerke Biesern. "Die Gruben sind hochgefährlich." Er habe in den vergangenen Jahren immer wieder auf die Gefahren hingewiesen. Dennoch würden sich öfters Badende auf dem Betriebsgelände aufhalten.

Anders verhält es sich bei der Sandgrube Biesern als ehemaliges Bergbaugewässer mit hergerichteter Uferzone. Dort ist das Baden nicht verboten. "Aber jeder, der badet, muss sich bewusst sein, dass er alle Risiken selbst trägt und dies auf eigene Gefahr tut", erläutert Mike Uhlemann. Er ist Geschäftsführer des Anglerverbandes Südsachsen Mulde/Elster, der das Fischereirecht am See gepachtet hat. Ein Problem sieht Uhlemann darin, dass immer wieder Müll liegenbleibt und vom betreuenden Angelverein entfernt werden muss. Verboten ist, die Inseln in der Mitte zu betreten, hier leben Vögel, sagt der Seelitzer Bürgermeister Thomas Oertel.

Baden in Teichen: Baden in öffentlichen Gewässern ist in Zettlitz kein Thema, erklärt Bürgermeister Steffen Dathe. Auch in Geringswalde bevorzugt man die Atmosphäre des Freibades. Einzig der Teich zwischen Schweikershain und Neuwallwitz wird mitunter zur Erfrischung genutzt, wie Holzhausens Ortsvorsteher Siegfried Weinert weiß. Der Großteich Schweikershain wird von den Teichwirtschaften Fuhrmann & Schlegel bewirtschaftet, ebenso wie rund 30 weitere Gewässer in der Region, zu denen auch der Schloßteich in Königsfeld und der Speicher Schwarzbach zählen. "Wir erlauben keinem, bei uns in den Gewässern baden zu gehen. Es handelt sich um Fischaufzuchtgewässer", sagt Mitinhaber Volker Fuhrmann.

Das einzige natürliche Gewässer in Mittelsachsen, das laut sächsischem Sozialministerium offiziell als Badegewässer gilt, ist der Erzengler Teich bei Brand-Erbisdorf.

Baden in der Talsperre: In der Talsperre Kriebstein kann man nur auf eigene Gefahr baden, sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Talsperrenzweckverbandes. Da der Einzugsbereich der Talsperre am Fichtelberg beginne und auf dem Weg von dort Schwemmteile eingespült würden, könne die fürs Baden geforderte Wasserqualität nicht garantiert werden. Auch müssten Schwimmmeister und Rettungsschwimmer vor Ort sein. Wenn die Jugendherberge Falkenhain das Baden erlaube, sei sie als Veranstalter für die Sicherheit verantwortlich. "Das Baden an der Talsperre wird geduldet, aber es kann uns niemand haftbar machen", so Caro. Demzufolge könne man auch vom Boot aus ins Wasser springen. Der Bootsführer müsse aber an Bord bleiben und das Boot steuern. Verstöße würden durch die Wasserschutzpolizei geahndet. (mit ule/grün)

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