Nach der Wahl: Leere Räume, andere Farbe und neue Gesichter

Die Linke schließt das Bürgerbüro in Rochlitz. Auch die SPD zieht sich zurück. Indes will die AfD in der Region einen Standort eröffnen.

Rochlitz/Mittweida.

Info-Zentrum, Treffpunkt und Veranstaltungsort - in den großen Städten der Region betreiben Mittelsachsens Bundes- und Landtagsabgeordnete Bürgerbüros. Nach herben Niederlagen, die SPD und Linke bei der Bundestagswahl erlitten haben, fallen mehrere Anlaufstellen für Bürger weg. Auch die AfD verliert ein Büro.

Neue Lösungen für den Weiterbetrieb ihrer Parteibüros brauchen die Linken. Denn bei der Bundestagswahl hatte Jörn Wunderlich, der im Wahlkreis163, zu dem die Rochlitzer Region gehört, angetreten war, es nicht erneut in den Bundestag geschafft. Das Direktmandat ging an CDU-Mann Marco Wanderwitz. Bei der Bewerbung um einen aussichtsreichen Listenplatz war Wunderlich gescheitert. Das Büro an der Burgstraße in Rochlitz hatte er bisher finanziert, wird es aber nach seinem Aus im Bundestag nicht weiter tragen. Dennoch will der Kreisverband der Partei das Büro behalten.

Ohne Erfolg blieb auch der Mittweidaer Falk Neubert, der hatte es im Wahlkreis 161 nicht geschafft, das Direktmandat zu holen. Auf eine Kandidatur für die Landesliste hatte der Linkenpolitiker verzichtet. Da er seit September im Thüringer Sozialministerium arbeitet, hatte er im August auch sein Landtagsmandat abgegeben. Die Linke-Büros in Mittweida und Döbeln, die Neubert bisher betreut hatte, soll Landtagsmitglied Antje Feiks übernehmen. Das Büro in Freiberg wird hingegen die Landtagsabgeordnete Jana Pinka behalten.

Auch SPD-Frau Simone Raatz hat den Wiedereinzug in den Bundestag verpasst. Bereits wenige Tage nach der Wahl, Ende September, wurde das Bürgerbüro der SPD an der Tzschirnerstraße geschlossen. Ende dieses Monats macht Raatz ihre Räume in der Kreisstadt Freiberg dicht. Beide Büros hatte sie bislang finanziert. "In Döbeln hatte ich mich mit dem Landtagsabgeordneten Henning Homann in die Finanzierung des Büros geteilt. Das trägt und besetzt Herr Homann jetzt allein mit seinen Mitarbeitern", so Raatz. Die Mitarbeiter der scheidenden Bundestagsabgeordneten, die bisher die Büros in Mittweida und Freiberg betreut haben, müssen sich neue Jobs suchen. Auch zwei Stellen, die Raatz bisher in ihrem Büro in Berlin hatte, fallen weg.

Veränderungen stehen auch im Büro von Andrea Kersten (AfD), an der Rochlitzer Straße in Mittweida bevor. Die Lichtenauerin hat vor wenigen Tagen ihren Austritt aus der Landtagsfraktion erklärt. "Ein längeres Ausharren und Agieren als Fundamentalopposition widerspricht meiner politischen Ambition", teilt sie mit. "Die wiederholte thematische Fokussierung in der Partei auf die Zeit des Nationalsozialismus und die damit verbundene Relativierung dieser Ideologie" nennt sie "befremdlich". Das Bürgerbüro will Kersten offen halten. "Es wird Anlaufstelle für eine liberal-konservative Politik bleiben, für die ich 2014 in den Landtag eingezogen bin." Die Gestaltung der in AfD-Blau beklebten Fensterscheiben werde verändert. Indes will AfD-Mann Ulrich Oehme, erfolgloser Direktkandidat im Wahlkreis 163, dem aber über die Liste der Einzug in den Bundestag gelang, im Raum Rochlitz ein Büro eröffnen. (mit tz)

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