Rochlitzer Leseratten erhalten modernes Haus in alter Hülle

Die rund 2,65 Millionen Euro teure Sanierung des historischen Gebäudes soll Anfang März beginnen. Die Stadt erhält dafür mehr als 1,7 Millionen Euro Zuschuss.

Rochlitz.

Nachdem die Zuschüsse aus verschiedenen Fördertöpfen für die Sanierung des Büchereigebäudes in der Schulgasse 8-10 sicher sind, soll es nun schnell gehen. "Jetzt können Leistungen ausgeschrieben und Aufträge vergeben werden", sagt Architekt Falk Ueberschär vom ortsansässigen Architekturbüro Ueberschär und Knoll.

Das historische Gebäude im Rochlitzer Stadtkern soll von der Untergrundstabilisierung bis zum Dachneuaufbau gründlichen wiederhergestellt und modernisiert werden. Der Startschuss ist gestern mit der Übergabe des Fördermittelbescheides aus dem Programm "Brücken in die Zukunft" durch Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) im Rochlitzer Rathaus gefallen. 360.000 Euro sicherte Schmidt der Stadt für die geplante Maßnahme zu.

Rund 1,37 Millionen Euro Zuschuss gibt es nach Angaben der Amtsleiterin für Stadtentwicklung und Bauen, Cornelia Quaas, überdies von Bund und Land als Zuschuss aus Mitteln der Städtebauförderung. Insgesamt würden die Baukosten nach der bisherigen Planung auf etwa 2,65 Millionen Euro veranschlagt, sagt sie. Die restlichen mehr als 900.000 Euro muss die Stadt selbst aufbringen.

Zwei Jahre Bauzeit sind laut Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) vorgesehen. Die Zeit sei knapp kalkuliert. Die Bibliothek befinde sich in einem Haus mit mehr als 1000 Quadratmetern Bestandsfläche. Im Inneren solle "alles raus und neu aufgebaut werden", so der Stadtchef.

Die alte Lateinschule, die laut Quaas ab 1910 zum Bibliotheks-Domizil wurde, ist marode und soll durch die Sanierung zugleich auch vielfältiger nutzbar werden. Das denkmalgeschützte Gebäude, dessen Ursprung bis in das Jahr 1595 zurückreicht, vereint verschiedene Baustiele. Wertvolles soll laut Ueberschär erhalten werden.

"Wir schaffen ein modernes Gebäude in historischer Hülle", sagt Dehne. Im Inneren des Hauses sind moderne, funktionelle und barrierefrei zugängliche Räume vorgesehen. Auch der Brandschutz soll verbessert werden. Die Bibliothek bleibe das Kernstück, sie werde sich über mehrere Ebenen erstrecken, so Ueberschär. Im Erdgeschoss sind nach seinen Angaben thematische Bereiche wie die Kinderbibliothek und Mehrzweckräume geplant. Diese könnten für Schulungen, Veranstaltungen und Angebote der Volkshochschule genutzt werden, sagt er.

Das Dachgeschoss soll künftig neben der Bibliothek einen Bereich für eine Dauerausstellung mit Kostümen aus dem Fundus des Fürstenzuges beherbergen. Der Haupteingang wird bei den Arbeiten von der wenig repräsentativen Nordseite auf die Südseite und somit auf den Vorplatz der Kunigundenkirche verlegt.

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