Ansturm beim Thementag: Pfiffige Besucher kommen zeitig

Zur Gartenfaszination haben sich im Umweltzentrum Oberlauterbach über 1000 Besucher mit Pflanzen eingedeckt. Wer die größte Auswahl wollte, musste früh da sein.

Oberlauterbach.

Kaum eine Sekunde Verschnaufpause kann sich Hans-Jürgen Knospe gönnen. Der Pflanzenverkauf läuft wie am Schnürchen, und das reißt nie ab. Zum mittlerweile dritten Mal reiht sich das Oberhaupt vom Rodewischer Gartenbaubetrieb Knospe zum Thementag Gartenfaszination im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum Vogtland (NUZ) in die Händlerreihe ein. 25 Stände sind es zur neunten Ausgabe am ersten Mai-Tag. Und mehr als 1000 Besucher. Ein voller Erfolg, finden die Ausrichter.

Hans-Jürgen Knospe hatte beizeiten aufgeschlichtet, was seine Firma anbietet: Blumen, Kräuter, Gemüse, Stauden. Machte zusammen Pflanzen aus 50 bis 60 Arten. "Man muss sehr zeitig hier sein", fand auch Beate Karl und urteilte dabei aus Kundensicht. Die Auerbacherin suchte nach bunter Blumenpracht für ihre noch leeren Beete. "Schon früh um zehn ist es ganz schwer, einen Parkplatz halbwegs in der Nähe zu bekommen", erzählte sie. "Und wenn man später herkommt, ist das meiste wahrscheinlich weg. Dass um die Zeit hier so viel los ist, hätte ich nicht gedacht." Wiederkommen will sie nächstes Jahr unbedingt. "Man kriegt hier richtig schöne und frische Dinge", begründete sie ihre schnell gefällte Entscheidung.

Am Stand von Hans-Jürgen Knospe gingen vornehmlich Kräuter weg wie sprichwörtliche warme Semmeln. "Die liegen nach wie vor im Trend", sagte der Gartenbaumeister und Geschäftsinhaber in zweiter Generation. "Ich habe heute aber auch schon ganz viel Rucola verkauft." Balkonpflanzen waren beinahe genauso begehrt. Bei den Blumen führten Geranien und kleine Petunien die Wunschliste an. "Da bin ich überrascht, dass das jetzt schon losgeht", staunte der Fachmann. Immer öfter stellt er auf Märkten fest, dass sich die Vogtländer gerne mit Kräutern und Gemüsesorten für den eigenen Anbau versorgen. "Hier kommen viele Leute aus einer dörflichen Region, da haben alle einen Garten", kombinierte er. "Das ist schon ein ganz anderes Publikum als in der Stadt."

Andere über den Gutshof und angrenzenden Parkrand verteilte Händler brachten Sträucher, Obstbäumchen, Gemüse, Obst, Marmeladen und Dekoratives für draußen an den Mann und die Frau. Wer wollte, konnte sich beraten lassen. Genau genommen begann der Thementag allerdings nicht erst mit der offiziellen Eröffnung am Vormittag, sondern viel früher: Punkt fünf Uhr brach Ornithologe Michael Thoß mit 17 Naturfreunden zur Vogelstimmenwanderung auf. Ein ähnliches Angebot gab es auch später. Dann standen Kräuter im Fokus.


Stimmen zur Gartenfaszination

Bettina Bruchholz vom Umweltzentrum hat die Marktorganisation unter ihren Fittichen. Sie weiß, worauf Besucher und Anbieter Wert legen. "Wir haben viele Stammgäste. Die wissen genau, dass am 1.Mai hier Gartenmarkt ist und sie den Händler hier finden, bei dem sie einkaufen wollen", sagte die Projektleiterin. Die Resonanz habe zugenommen, stellte sie fest. "Um die 1000 Leute kommen jedes Jahr mindestens her." Geachtet wird auch auf Vielfalt und umweltschonende Düngung. "Wir arbeiten immer darauf hin, dass wir gute Leute da haben."

Dario Dörfel schaut jedes Jahr vorbei, seit er in der Nähe wohnt. "Das ist eine schöne Veranstaltung", urteilte der Mechelgrüner. "Von der Atmosphäre her, aber auch wegen der Pflanzenauswahl. Dazu gibt es noch fachliche Beratung von Gärtnern." Er interessierte sich vornehmlich für Kräuter und Obstgehölze. Seine Frau sei für die Blumen zuständig, so der Besucher. Klasse fand er, dass nur Pflanzen verkauft werden, die aus der Region stammen oder zumindest mit vogtländischem Klima klarkommen. "Das ist uns sehr wichtig."

Steffen Janke aus Schönberg bei Plauen züchtet Kartoffeln. Die können ihren Ursprung gerne in einer ganz anderen Region haben. "Weil ich öfter nach Südamerika fahre, habe ich mich auch auf Andenkartoffeln spezialisiert", berichtete er. "Das Klima ist dort ziemlich das gleiche wie hier." Also lagen neben Knollen mit gelblichem Innenleben auch solche mit lila, blauer und rötlicher Färbung. Oder schrumpeliger statt glatter Oberfläche. Gefragt seien neben deutschen Klassikern auch diese Arten. Aber eher bei jüngeren Menschen. (dien)

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