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Günter Ackermann leitet die Geschicke des Ortes ehrenamtlich. Dazu gehört die derzeit stattfindende Sanierung des Rathauses.

Foto: Joachim Thoß

"Die Wahl war den Bergenern eine Lehre"

Der neue Verwaltungschef Günter Ackermann fordert von seinen Mitbürgern mehr Engagement für den 1000-Seelen-Ort

erschienen am 12.06.2018

Nach dem Wahlerfolg vom Sonntag gegen den Plauener Stephan Schulze (AfD) steigt der Bergener Günter Ackermann vom amtierenden zum gewählten Bürgermeister des Ortes auf. Was sich der 73-Jährige vorgenommen hat und ob er seine Amtszeit bis zum Ende ausüben möchte, darüber sprach mit ihm Lutz Hergert.

Freie Presse: Dass Bergen nun doch nicht von einem AfD-Mann aus Plauen regiert wird, dürfte am Sonntagabend für Aufatmen in der Gemeinde gesorgt haben ...

Günter Ackermann: Ich sehen die hohe Wahlbeteiligung von fast 70 Prozent als Beweis dafür, dass die Bergener die Wahl beschäftigt hat. Deshalb möchte ich mich auch bei allen bedanken, die mir ihr Vertrauen entgegengebracht haben.

Sie sind jetzt 73 Jahre alt, wenn Sie die Amtszeit ausschöpfen, sind Sie 80. Gesundheit vorausgesetzt: Wollen Sie bis zum letzten Tag im Amt bleiben?

Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass ich mit den Aufgaben immer stärker werde und wachse. Natürlich tickt die biologische Uhr. Wenn alles passt, die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat weiter gut klappt, bleibe ich bis 80 im Amt. Aber ich werde darauf hinarbeiten, dass es für die nächste Bürgermeisterwahl einen oder mehrere Kandidaten aus dem Ort gibt.

Wie lange Sie im Amt bleiben, hängt auch von der Zukunft Bergens ab. Wo sehen Sie die: bei Falkenstein oder im Verwaltungsverband Jägerswald?

Es gibt den Ratsbeschluss zum Weg nach Falkenstein. Außerdem läuft das Berufungsverfahren gegen den Vogtlandkreis, der den Anschluss nach Falkenstein ablehnt. Für mich hat das Thema aber keine Priorität. Wir sind offen für Gespräche und lassen alles auf uns zukommen.

Wie wollen Sie es erreichen, dass bei der nächsten Wahl Einwohner von Bergen für das Bürgermeisteramt kandidieren?

Ich glaube, dass den Bergenern diese Wahl eine Lehre gewesen ist. Sie wissen nun, dass sie nicht nur zuschauen können. Wer möchte, dass etwas besser wird, muss selbst Verantwortung übernehmen. Diesen Ruck habe ich bei vielen Bergenern gespürt.

Wie hat Ihre Familie reagiert, als Sie gefragt wurden, ob Sie eine Wahl annehmen würden?

Als der Ruf von vielen Ratsmitgliedern, Vereinen und Einwohnern kam, hat der Familienrat beschlossen, dass ich die Wahl annehmen soll. Ich wollte auch das Vertrauen nicht enttäuschen, das mir die Menschen entgegengebracht haben.

Welche dringenden Aufgaben müssen Sie im Ort anpacken?

Die Feuerwehr braucht ein neues Auto. Das wollen wir 2019 ausschreiben. Außerdem soll das Feuerwehrgerätehaus einen Anbau mit Sanitäranlagen und einem Schulungsraum erhalten. Der Sportverein möchte die Jugendarbeit verbessern. Deshalb müssen wir die Sportanlagen erneuern. Um junge Leute im Ort zu halten, soll Bergen ein Wohngebiet erhalten. Die Pläne dafür müssen fortgeschrieben werden.

Wann soll Ihre Vereidigung stattfinden?

Wir haben für 26. Juni eine Gemeinderatssitzung geplant. Das könnte dort passieren.

 
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