Silberdraht gibt Unikaten letzten Schliff

Neben 18 anderen Händlern hat Inge Schreiter zum 11. Hobby- und Kunsthandwerkermarkt in Auerbach am Samstag gezeigt, was sie drauf hat.

Auerbach.

Acht Stunden Arbeit stecken in dem gerade noch handlichen Schmetterling. In kleineren Motiven nicht viel weniger. Denn die Vorbereitung ist identisch. Tiffany-Glasmalerei heißt die Technik, mit der Inge Schreiter beim Hobby- und Kunsthandwerkermarkt "EinzigARTig" am Samstag in der Auerbacher Göltzschtalgalerie vertreten war. Die Oberlauterbacherin gehört zur festen Marktbelegschaft. 19 Vogtländer und Erzgebirger zeigten, womit sie sich in ihrer Freizeit am liebsten beschäftigen: der Entstehung von Gebrauchsgütern und angewandter Kunst aus Glas, Steinzeug, Keramik, Holz, Metall und etlichen anderen Naturmaterialien. Weil Ostern fast vor der Tür steht, kreiste die elfte Ausgabe um dieses Thema.

Inge Schreiter brachte einen Querschnitt dessen mit, was in ihrer häuslichen Werkstatt entsteht. Der reichte vom Osterei bis zum Schwibbogen. Dazwischen standen und hängten Teelichthalter, Wandbilder, bunte Häuschen, Schmuck, Tierporträts und Plastisches. Obst liege derzeit im Trend, sagte sie. Und ganz besonders eine Sorte: Ananas. Also fand das exotische Früchtchen Eingang in ihr Repertoire. Inge Schreiters Kunstwerke sind nicht nur für die Innenanwendung gemacht. "Man kann sie auch das ganze Jahr über draußen im Garten lassen, da passiert nichts", berichtete sie.

Woher die Oberlauterbacherin ihre Ideen nimmt, kann sie gar nicht so genau sagen. "Die kommen einfach. Und ich orientiere mich daran, was gerade Mode ist", erzählte sie. Das schließt neue Gestaltungsarten ein. Glasfusing heißt der allerletzte Schrei: Mit Hilfe eines eigens für ihr Hobby angeschafften Brennofens zaubert sie Farbverläufe. Denn experimentieren gehört für Inge Schreiter dazu. Manchmal reichen "einfache" Glaskunstwerke dann doch nicht. Hier und da wird ein Schmuckstein oder Spiegel integriert.

Vor 28 Jahren entdeckte Inge Schreiter die Tiffany-Glasmalerei für sich und eignete sich in einem Lehrgang Grundkenntnisse an, musste das Hobby aber längere Zeit auf Sparflamme köcheln. Als Rentnerin steht sie nun oft in der Werkstatt. Die ehemalige Bauzeichnerin vermutet, dass ihr Beruf einen nicht unerheblichen Anteil an der Begeisterung für Glasmalerei hat. Außerdem mag die Kunsthandwerkerin Einzelstücke. Ein Unikat ist sie auch fast selbst auf Märkten. Wenige Leute würden sich diesem Hobby widmen, sagte Inge Schreiter. "Weil es kosten- und zeitintensiv ist." Und nicht unbedingt kinderleicht. Ist das farbige Glas per Schablonen zugeschnitten, wird es mit selbstklebender Kupferfolie eingefasst. Zinn oder Silberdraht und ein Lötkolben geben dem Objekt dann den letzten Schliff.


Märchenhaft bis skurril: Bastler schaffen sich an Naturmaterialien

Märchenhaft: Ein Wohngebäude aus dem Märchenreich feierte Marktpremiere. "Das ist das Babajaga-Hexenhaus", sagt Petra Günther aus Stützengrün. Es wird aus Buche hergestellt, ist beleuchtbar und mit einer Vorrichtung für Räucherkerzchen versehen. Verwendetes Baumaterial muss vor der Verwendung mindestens drei Jahre lagern.

Ulkig: Bier in Strömen fließt an einem Tisch der Münchner Wiesn. Die trinkfreudigen Figuren und ihr Umfeld bestehen aus Naturmaterialien. Beim Sammeln sei sie auf die Idee gekommen, eine solche Szene zu basteln, sagt Ulla Häret aus Schönheide. Auf dem richtigen Oktoberfest war sie noch nie. Macht nichts: "Ich fand das einfach nur ulkig."

Schick: Bei Ulrike Stier aus Mylau werfen sich Kunststoffeier in Schale. Zur Verzierung verwendet sie alte Spitze, Federn und Notenblätter-Schnipsel. Als Vorbilder dienen Vintage-Kunstobjekte. "Das ist nach wie vor aktuell", sagt sie. Die ovalen Hingucker sind ein Dauerbrenner in ihrem Sortiment. "Ich mache das gerne für Ostern, weil es gut geht."

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