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Die Aktiven von der Bürgerplattform Pro Vogtlandschaft bei ihrer jüngsten Besprechung in Stelzen. Mit am Tisch: Wolfgang Hahn (rechts) aus Dresden.

Foto: Simone Zeh

Erfolg für Bürgerplattform: Windrad-Pläne liegen auf Eis

Dieses und wohl auch nächstes Jahr werden nahe Unterkoskau, Stelzen und Kornbach vorerst keine Windkraftanlagen errichtet. Doch warum wurde das Vorhaben gestoppt?

Von Simone Zeh
erschienen am 09.02.2018

Stelzen. Ein Gutachten über das Vorkommen geschützter Tierarten gab offenbar den Ausschlag, dass die geplanten Windkraftanlagen an der sächsisch-thüringischen Grenze in diesem und wohl auch im kommenden Jahr nicht gebaut werden. "Ich freue mich, dass die Natur im Vordergrund steht und dass die Vernunft gesiegt hat", sagt Karin Hohl von der Bürgerplattform Pro Vogtlandschaft, welche bundesländerübergreifend von Ostthüringen übers sächsische Vogtland bis Oberfranken agiert. Es sei ein großer Erfolg, den man erreicht habe.

Gemeinsam mit dem Verein Stelzenfestspiele bei Reuth hatte man das unabhängige Gutachten, welches selbst zu finanzieren war, in Auftrag gegeben. "Wir haben Ornithologen vor Ort, die das Gebiet und die hier vorkommenden Vogelarten seit vielen Jahren kennen", umreißt Wolfgang Hahn. Der Dresdener Sachverständige, der ein Ingenieurbüro in den Bereichen Naturschutz und Landschaftsplanung sowie Artenschutz und Biotopentwicklung führt, war für ein fachliches Gutachten, welches den Vogelbestand nachweist, in der Region tätig. "Ich habe auch den Auftrag für die Bürgerplattform Pro Vogtlandschaft und den Verein Stelzenfestspiele bei Reuth übernommen, da hier über den Tellerrand geschaut wird. Es geht hier nicht nur um die schöne Naturkulisse, sondern um eine Natur-Kultur-Landschaft." Henry Schneider, Vorsitzender des Vereins Stelzenfestspiele, hatte deutlich gesagt, dass es mit dem Bau der Windkraftanlagen die Stelzenfestspiele nicht mehr geben würde.

"Verschiedene Vogelarten sind vorhanden, auch in hoher Dichte", sagt Hahn. Zu den geschützten Arten gehören der Rotmilan und der Schwarzstorch. Auch sechs Eulenarten, etwa Waldkauz, Sperlingskauz und Schleiereule, sind gesichtet worden. Auch Horste seien von den Ornithologen in den vergangenen Jahren gefunden worden. Das betreffe das gesamte Gebiet zwischen Plauen, Weischlitz, Kornbach und Stelzen. Vor allem Greifvögel sollen unter Windrädern leiden. "Das sind Leittiere für andere Vogelarten", sagt Hahn. Sie seien es, die mit den Windkraftanlagen am ehesten kollidieren, da sie in gleicher Höhe fliegen und sich - so wie die Errichter von Windrädern - den Wind zunutze machen. Darin bestehe der Konflikt.

Ein dem Landratsamt Saale-Orla-Kreis bisher vorliegendes Gutachten besagt, dass es keine geschützten Tierarten in dem zu bebauenden Gebiet geben soll. Es war von den Investoren der Windkraftanlagen in Auftrag gegeben worden. Laut Aussage der Ornithologen, die regelmäßig und seit Jahren vor Ort tätig sind, gebe es geschützte Vogelarten in dem Gebiet aber sehr wohl. "Das haben wir vorgebracht in der Unteren Naturschutzbehörde des Saale-Orla-Kreises", sagt der Dresdener Sachverständige. Auch dass es auf dem Areal einen Schwarzstorch-Horst gegeben hat. Aus dem Landratsamt hat der Sachverständige nun die mündliche Info, dass das Bauvorhaben der Windräder vorerst gestoppt wurde. Denn gerade ein Schwarzstorch-Vorkommen sei bislang nicht betrachtet worden. Nun sei der Investor angehalten, ein neues fachliches Gutachten von unabhängiger Seite vorzulegen. Es müssen Untersuchungen in der Brutperiode der Vögel durchgeführt werden. Dann soll neu entschieden werden.

Das nächste Treffen, zu welchem die Bürgerplattform Pro Vogtlandschaft und der Verein Stelzenfestspiele bei Reuth einladen, findet am Sonntag, 19 Uhr, in Stelzen im Gasthaus "Zum Löwen" statt. Interessenten sind willkommen.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
8
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 09.02.2018
    22:01 Uhr

    kgruenler: @Tauchsieder: Sie sollen sich ja auch mit mir unterhalten, aktuell liegt "meine" Partei bei Umfragen recht stabil bei 8,5..10% http://www.wahlrecht.de/umfragen/
    Aber wenn Sie es vorziehen zu kneifen, frage ich mich natürlich, wovor Sie Angst haben. Mein Vorschlag steht.

    5 3
     
  • 09.02.2018
    20:14 Uhr

    Tauchsieder: Ich unterhalte mich mit Leuten einer Partei nicht, die zur nächsten Wahl Geschichte ist!

    4 4
     
  • 09.02.2018
    20:09 Uhr

    kgruenler: "Meinungsfreiheit", "freie Meinungsäußerung"... Soso.
    Sie kennen mich und meine Einstellungen überhaupt nicht, sonst würden Sie nicht so einen Nonsens von sich geben. Ich schlage Ihnen vor, dass wir uns mal zu einem perönlichen Gespräch treffen, gern können Sie den Ort vorschlagen und jemanden mitbringen, dann können wir mal grundsätzliches klären und Sie können mich kennenlernen, vielleicht stellen Sie sich und Ihren Hintergrund mal ausführlicher vor. Soweit mein Vorschlag.

    6 3
     
  • 09.02.2018
    19:57 Uhr

    Tauchsieder: "kgruenler", dass nennt man Meinungsfreiheit!!!!!
    Was sie sich wünschen ist schon seit fast 30 Jahren Geschichte und dies wünscht sich die Mehrheit nicht zurück. Wiederum zeigt dies aber ihre Einstellung zur freien Meinungsäußerung, wer nicht für mich ist, ist gegen mich.
    Parolen raushauen kann doch jeder, diese aber mit Wissen zu unterfüttern nicht. Wer sich zu weit über die Balkonbrüstung rauslehnt .... !
    Und was den ...charly betrifft, lag halt 1850 der Wert bei 0,015 und jetzt bei 0,038. Bedeutet damals Pille Palle und heut noch immer.

    4 4
     
  • 09.02.2018
    12:49 Uhr

    61charly: Weil tauchsieder hier schon immer Lügen verbreiten durfte.
    So wie diese:
    "Der CO2 Gehalt in der Luft war vor der Industrialisierung bei 0,04% und jetzt im Jahr 2016 lieg der Wert immer noch bei 0,04% CO2 in der Erdatmosphäre."
    (freiepresse.de/NACHRICHTEN/WELT/UN-Wetterexperten-erwarten-fuer-2016-neuen-Waermerekord-artikel9682975.php#kommentare 17.11.2016 14:28 Uhr)

    5 4
     

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