Kirchgemeinden in Oberlosa und Ostvorstadt fusionieren

Die zwei Pfarreien verzeichnen immer weniger Gläubige in ihren Reihen. Deshalb tun sie sich ab Januar zusammen. Das soll Vorteile bringen.

Plauen/Oberlosa.

Es soll ein Neuanfang sein: Ab Januar gehen die Christusgemeinde und die Kirchgemeinde Oberlosa gemeinsame Wege. "Weil wir gut zusammenpassen", begründet Pfarrer Stephan Tischendorf die Fusion. Doch dass die Chemie stimmt zwischen den rund 1000 Christen der Region um den Kemmlerberg, ist nicht der einzige Impuls. "Wir sind zahlenmäßig an eine Grenze geraten und haben die eventuellen Folgen realistisch eingeschätzt", so der für beide Gemeinden zuständige Tischendorf.

Wäre die Entwicklung der beiden kleinen Kirchgemeinden nämlich so weitergegangen - jedes Jahr würden sie laut Tischendorf etwa zwei bis drei Prozent ihrer Mitglieder verlieren-, hätte ein funktionierendes Gemeindeleben nicht mehr gewährleistet werden können. "Wir hätten schon in den nächsten fünf Jahren über die Schließung der Kapelle nachdenken müssen", so Pfarrer Tischendorf. Er und seine Kirchvorstände haben mit dem Zusammenschluss also die Notbremse gezogen.

Ganz unbekannt sind sich die Gemeindeglieder ohnehin nicht. Schon seit 2005 besteht ein Schwesterverhältnis mit der Johanniskirchgemeinde sowie mit den Straßberger Gläubigen. Doch die räumliche Nähe sei ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen. Die vereinigte Gemeinde soll "Stephanus" heißen. Mit dem Vornamen des Pfarrers hat das freilich nichts zu tun. Wie er erklärt, sei der biblische Stephanus ein Diakon und der erste christliche Märtyrer gewesen, ein "Verwalter der Nächstenliebe".

Für den seit 2014 in Plauen predigenden Tischendorf - er ist verheiratet und hat drei Kinder (8, 9 und 12) - ändert sich indes nicht viel, denn er ist zuständig für die Ortsteile Ost- und Südvorstadt, Mammengebiet, Ober- und Unterlosa, Stöckigt und Brand. Die wichtigste Neuerung allerdings stellt für den Gottesmann eine Erleichterung dar. Er wird nur noch einen wöchentlichen Gottesdienst abhalten - vom Palmsonntag bis zum Michaelistag, dem 29. September, in Oberlosa, außerhalb dieser Zeit in der Christuskapelle. "Es gibt künftig sozusagen eine Sommer- und eine Winterkirche," sagt Tischendorf. Manchmal wundert er sich, wie rasant das Bündnis voranschreitet. Nur rund ein Jahr habe es gedauert vom Beschluss bis zur nun anstehenden Fusion. "In der Praxis wird sich zeigen, ob alles so funktioniert, wie wir's uns dachten", so Tischendorf. Angedacht sind auch Nachmittagsgottesdienste, zum Beispiel für Familien, denen Sonntagfrüh um 10 zu zeitig ist.


Die beiden Kirchgemeinden

Die Christuskapelle ist der einzige Gottesdienstortin der sächsischen Landeskirche, dergepachtet ist. Das Gebäude an der Fiedlerstraße 10, ein ehemaliger Kindergarten gegenüber der Kemmler-Oberschule in der Plauener Ostvorstadt, wird von der Stadt Plauen zur Verfügung gestellt. Der Vertrag läuft bis 2064.

In der Kapelle gibt es unterschiedlich große Räume. 80 Personen fasst der helle Gottesdienstsaal im Erdgeschoss. Die Gemeinde existiert seit 103 Jahren, seit 1998 an dem Ort.

Aus dem Jahr 1786 stammt die Oberlosaer Dorfkirche mit ihrer Trampeli-Orgel. Seit sieben Jahren heißt der Sakralbau im Dorfzentrum Stephanuskirche. Nicht alle haben das laut Pfarrer Tischendorf verinnerlicht.

Im benachbarten Pfarrhaus, Kirchplatz 11, soll sich künftig der Pfarramtssitz befinden. Dort treffen sich schon jetzt die "Jesus Kids" zur Christenlehre sowie der Seniorenkreis. In den Wintermonaten ist im Pfarrsaal Gottesdienst. Platz ist dort für maximal 40 Leute. (sasch)

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