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Eine Gruppe Radwanderer stoppt auf dem Elsterradweg im Bereich Straßberg. Bis er fertig ist, soll es noch dauern.

Foto: Ellen Liebner

Radwege: Kreis schaltet einen Gang höher

Mit dem Radverkehrskonzept des Vogtlandkreises ist der Weg für Verbesserungen an Radlerrouten frei - zumindest ein Stück weit. Umsetzen müssen es vor allem Kommunen.

Von Elsa Middeke
erschienen am 14.06.2018

Plauen. Gemeinden im Vogtlandkreis können nun in Sachen Radrouten kräftiger in die Pedalen treten. Denn es locken Fördermittel für den Radwegebau. Dafür hat der Kreistag gesorgt, als er das Radverkehrskonzept des Landkreises beschlossen hat. Das ist quasi das Ticket für Städte und Gemeinden, um Fördergeld zu beantragen. "Die Kommunen sind gefragt", sagte Jochen Bittner. Der Sachgebietsleiter Kreisstraßenbau hat den Helm im Landratsamt auf, wenn es um Unterhalt und Bau von Radwegen in der Region geht. Das vom Dresdener Ingenieurbüro ISUP GmbH ausgearbeitete Konzept sei weder eine Prioritäten-Liste noch eine feste Planung des Landkreises, so Bittner weiter, sondern eine Grundlage. Was sich mit dem Konzept für Drahtesel-Liebhaber in der Region bis 2025 ändern könnte.

Radtourismus: Der Vogtlandkreis hat mehrere Touristen-Routen, beispielsweise den Mulde-, der Elster- und der Göltzschtalradweg. Ziel sind künftig mehr Tages- und Übernachtungsgäste auf zwei Rädern, darunter Nutzer von Pedelecs (Räder mit zusätzlichem Elektro-Antrieb). Große Bedeutung misst der Landkreis unter anderem dem Lückenschluss des Elsterradwegs zwischen Adorf und Oelsnitz zu, ebenso dem Elsterradweg von der Talsperre Pöhl über Elsterberg nach Thüringen. Vor 2025 sieht Jochen Bittner aber keinen fertigen Elsterradweg im Vogtland. Auch Wege des Sachsen-NetzRad sind im Vogtland zu finden. Einige Strecken sollen überarbeitet werden: wie ein neues Konzept für den Musikantenradweg im oberen Vogtland oder eine bessere Einbindung der Stadtkerne von Rodewisch und Auerbach.

Sicherheit und Komfort: Weniger Unfälle, mehr Sicherheit und bessere Strecken lauten die Ziele. An 360 Kilometern des künftigen Wegenetzes besteht Handlungsbedarf, weil Radwege fehlen oder Oberflächen in schlechtem Zustand sind.

Alltags-Radler: Ziele im Alltag sollen besser erreicht werden - und das möglichst direkt. Im Blick hat der Vogtlandkreis hier zum Beispiel Schüler und Fahrrad-Pendler. Für Letztere soll vor allem die Verbindung zwischen Plauen und dem Umland sowie der Raum Reichenbach, Rodewisch, Auerbach, Ellefeld, Falkenstein und Treuen eine Rolle spielen. Gewerbegebiete sollen ebenso ans Radwegenetz angebunden werden - auch als Anreiz für Pedelec-Fahrer.

ÖPNV-Verknüpfung: Damit mehr Einwohner Bike & Ride (Anfahrt zur Bahn per Rad, Weiterfahrt per Bahn) nutzen, müssen mehr Abstellmöglichkeiten für Drahtesel an Bahnhöfen her. Knapp 200 Bahnhöfe im Vogtlandkreis haben schon welche. Außerdem will der Landkreis prüfen, wo weitere Bike-&-Ride-Anlagen eingerichtet werden könnten, zum Beispiel in Falkenstein, Bad Elster oder Neumark. Außerdem soll auf den Prüfstand, ob nicht künftig auch E-Bikes, Tandems oder Radanhänger in öffentlichen Verkehrsmitteln mitfahren dürfen.

Wegweiser: Alte Schilder sollen modernisiert werden, da zum Beispiel auf manchen die Schrift zu klein ist. Auch ein Knotennummernsystem auf den Wegweisern soll für bessere Orientierung sorgen.

Kosten: Im Vogtland sind Gemeinden und Städte zuständig für gut 850 Kilometer des Radwegenetzes. Die Kosten für notwendige Baumaßnahmen an ihnen schätzt die ISUP GmbH auf 21,3 Millionen Euro. Der Vogtlandkreis hat sich um gut 412 Kilometer Kreisstraßen zu kümmern (Baumaßnahmen an ihnen werden auf 4,5 Millionen Euro geschätzt) und um den Elsterradweg. In die bauliche Verantwortung des Freistaats fallen etwa 350 Radweg-Kilometer, an denen Arbeiten rund 24 Millionen Euro kosten sollen.

 
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Kommentare
4
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 15.06.2018
    20:14 Uhr

    WilhelmTell: Die Verantwortlichen zum Radwandern zu verpflichten ist nicht die Lösung, eher die zum auswandern.
    Politiker kann man (bei uns) abwählen, Verwaltungen überdauern seit Beginn aller Kulturen überall JEDEN Regimewechsel.

    0 1
     
  • 15.06.2018
    19:59 Uhr

    BuboBubo: Welch große Bedeutung der Landkreis dem Elsterradweg zumisst, kann man gerade sehr gut am Abschnitt Kürbitz-Straßberg beobachten. Dort hat ein Düker kurz nach Kürbitz offenbar nicht beherschbares Niederschlagswasser unter den Bahndamm hindurchgeleitet und damit den Radweg unterspült. Das war 2013 auch schon so. Die Reparatur damals zog sich über Wochen hin.
    Ok, kann passieren.
    Und was macht man da? Man stellt in Kürbitz und Straßberg Sperrschilder auf. In Straßberg sogar für Fußgänger! Dann klebt man noch einen Radwegweiser zu - und das wars. Kein Hinweis zum Grund der Sperrung oder zur voraussichtlichen Dauer. Und eine Umleitungsempfehlung schon gar nicht. Motto: Radtourist, friß oder stirb! Warum bist Du überhaupt hierher gekommen? Selber schuld!
    In Wirklichkeit kann man an der fraglichen Stelle einfach vorbeischieben - mehr als 10 m sind das nicht. Wegen so einer Lappalie soll der Radwanderer also umkehren?
    Man kann den Verantwortlichen nur wünschen, einmal selbst mit großem Gepäck auf Tour zu gehen - um dann, fern der Heimat, mit derartigem Unfug konfrontiert zu werden.
    Ob sie danach eine solcherart verwaltete "Destination" jemandem weiterempfehlen wollen?

    0 0
     
  • 14.06.2018
    10:26 Uhr

    Tauchsieder: Das ist doch eine glatte Lüge, ohne rot zu werden. Zitat aus dem Artikel: -Große Bedeutung misst der Landkreis unter anderem dem Lückenschluss des Elsterradwegs zwischen Adorf und Oelsnitz zu - Zitat Ende.
    Wäre es denn so, hätte man nicht versucht diesen "Lückenschluss" in Form eines Schwarzbaus zu errichten.
    Dieser sogenannte "Lückenschluss" zwischen Adorf und Oelsnitz könnte schon seit etwa 4 Jahren vollzogen sein, wäre da nicht dieser Schwarzbau. Da das LRA mit einer Anzeige rechnen musste, dass LRA (Hr. Bittner) wurde im Vorfeld darüber informiert, klingen diese Worte wie ein Hohn. Hält man die Bevölkerung wirklich für so blöd?

    0 2
     
  • 14.06.2018
    09:35 Uhr

    WilhelmTell: Nachdem sich das LRA wegen dem Elstertalradweg durch alle Instanzen bei Gericht ein blutige Nase geholt hat will man nun die Verantwortung für das Radwegenetz auf die Kommunen delegieren.
    Hoffentlich sind diese vernünftiger und rechtsstaatlicher orientiert als man das im LRA war!

    0 2
     

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