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Seit gut zwei Wochen laufen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes Geipel in Plauen Streife, auch am Wochenende. Schon allein das Erscheinen der Security-Leute beruhigt die Passanten, Einwohner sowie Touristen.

Foto: Ellen Liebner

Schwarze Sheriffs auf Streife: Im Stadtzentrum wird es ruhiger

Ein privater Sicherheitsdienst patrouilliert wieder in Plauens Innenstadt. Woher kommt das Unternehmen und welche Strategie haben die Mitarbeiter gegen Stänkerei?

Von Sabine Schott
erschienen am 18.08.2017

Plauen. Seit 1. August erhalten die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes im Stadtzentrum Unterstützung vom Team des Plauener Sicherheitsdienstes Geipel - spätnachmittags, abends und an den Wochenenden. Es ist eine Möglichkeit, das neue Sicherheitskonzept der Spitzenstadt umzusetzen.

Und es ist wohl nicht die schlechteste Variante, denn seit die seriös wirkenden Männer und Damen in den schwarzen Shirts Streife laufen, sei es tatsächlich ruhiger im Zentrum geworden. So empfinden es die Security-Leute. Bisher sei es zu keinem außergewöhnlichen Vorkommnis während der Einsätze gekommen, sagt Anja Ullmann, Fachbereichsleiterin Sicherheit und Ordnung im Rathaus. Was so an Gewöhnlichem geschieht, landet als Bericht auf ihrem Tisch - ob es sich um wildes Pinkeln rund ums Theater handelt, um enorme Lautstärke oder Handgreiflichkeiten.

Aggressivität begegnen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mit Geduld. Ruhig bitten sie die Leute an der Postplatzkastanie, Musik leiser zu drehen. Auf eine Reaktion stößt das allerdings nicht immer. "Manchmal erhalte ich als Frau mehr Respekt", sagt eine der drei in Geipels Team. Es komme aber auch vor, dass sie beschimpft wird. "Das perlt an mir ab, ich bin seit zwei Jahren dabei, da kann man nicht jeden Vorfall mit nach Hause nehmen", erklärt sie ihre Strategie gegen Stänkerei.

Es wurde Zeit für die Streife, sagen Plauener Passanten. "Von ihnen gibt es viel positive Resonanz, wenn meine Wachleute patrouillieren", sagt Michael Geipel (40). Zu zweit oder zu dritt sind sie unterwegs, vorwiegend an Bahnhof- und Dobenaustraße sowie rund um den Tunnel. Hoheitliche Rechte bestehen nicht. Im Zweifelsfall werden gesetzliche Ordnungshüter herbeigerufen.

Ob der Job so aufregend wie im Fernseh-Krimi ist? Über die Frage lächelt Geipel: "Es wird übertrieben", stellt er fest. Eigensicherheit habe Vorrang, wenn es zu brenzligen Situationen kommt. Denn eine Waffe haben Geipel und seine Leute nicht. "Höchstens Tränengas, nicht mal einen Knüppel", sagt der Chef. Auf Uniformen verzichten die Ordner. Ihre Waffe ist ihr Körper. Der wird im Fitness- und Kampfsportstudio gestählt oder am Boxsack trainiert. Dies klappt in den Räumen direkt neben dem Büro im Hinterhof der Seestraße 45. Seit 2011 finden Geipels Auftraggeber ihn dort. Bezüglich der zahlenden Kunden stimmt das Klischee übrigens nicht: Observiert werden in der Realität vor allem Unterhaltssäumige, Langzeitkrankmacher und Ladendiebe.

Zum Glück kann man sich als ausgebildete Fachkraft für Schutz und Sicherheit wie auch als langjähriger Detektiv unsichtbar machen. Er könne sich zwar nicht in Luft auflösen, sagt Geipel, aber sich unauffällig verhalten. Dabei sei er stets hellwach, alle Sinne geschärft, sagt er: "Ich bewege mich in Discountern so, als wäre ich selbst ein Käufer."

Zu den Aufträgen der fünf Festangestellten gehört auch das Absichern von Veranstaltungen, zum Beispiel in der Plauener Festhalle und dem Malzhaus. Dann sind auch Minijobber im Boot. "Seit wir bei den Mittwoch-Discos für Ordnung sorgen, kommt es nicht mehr zu Auseinandersetzungen", sagt Geipel. Wert legt er auf die Tatsache, dass auch betrunkene oder gewalttätige Deutsche keinen Zutritt mehr erhielten - ebenso wie Ausländer.

Ob die Einsatzzeit das Streifendienstes in Nachtstunden ausgeweitet wird, sei noch nicht entschieden, so Ordnungsamtschefin Ullmann.

 
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