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Ein bisschen Spaß muss sein. Reni Klein (links) und Melanie Tilch binden Krimitage-Organisatorin Petra Steps im Plauener Tanzstudio Merhaba einen Sari um. Bei der Lesung mit Aussteigerin Katharina Finke war das Tanzstudio proppenvoll. Es ist auch das Engagement der Krimi-Tage-Partner, das zum Flair des Lesefestivals beiträgt.

Foto: Carsten Steps

Gäste: Die Krimi-Literatur-Tage passen genau so wie sie sind

Mehr als 2000 Besucher haben die elfte Auflage des größten Lesefestivals der Region verfolgt. Damit liegt der Zuspruch leicht über dem des Vorjahrs. Für die Organisatoren vom Förderverein Schloss Netzschkau sind aber auch im Hinblick auf 2018 nicht nur Zahlen spannend.

Von Gerd Möckel
erschienen am 30.06.2017

Netzschkau. Bei nahezu jeder der insgesamt 30 Veranstaltungen der Krimi-Literatur-Tage Vogtland lagen Fragebögen aus, die Petra Steps im Anschluss an die Lesungen eingesammelt und ausgewertet hat. Besucher-Tenor im Hinblick auf Vorschläge für die nächsten Auflagen von Vogtlands größtem Lesefestival: Alles passt genau so wie es ist. Ergo: Also bleibt auch (fast) alles so wie es ist. "Dieses Feedback deckt sich mit unserer Auffassung. Wir gehen nicht auf Masse, sondern auf Klasse. Das spiegelt sich in der Auswahl der Autoren genauso wider wie in Ausstattung und Flair der mit unseren Partnern thematisch passend abgerundeten Veranstaltungen", sagt Petra Steps vom Veranstalter Förderverein Schloss Netzschkau.

Die Einschätzung der Festival-Gründerin bezieht sich demnach auch auf den in den letzten Jahren relativ konstanten Gäste-Zuspruch. Die jetzt beendete elfte Auflage des Spektakels haben mehr als 2000 Krimi- und Literaturfans besucht, das sind etwas mehr als im Vorjahr. Statistisch gerechnet sind das pro Veranstaltung 55,7 Gäste, im Vorjahr lag der Schnitt bei 55,4. "Selbst wenn wir es wollten, wir könnten die Kapazität nicht wesentlich erhöhen, wenn auch die Nachfrage bei einzelnen Veranstaltungen natürlich höher liegt als das Angebot", sagt Petra Steps. "Doch mit mehr Gästen würde auch die einzigartige Atmosphäre des Festivals verlorengehen. Mehr Gäste sind also auch im nächsten Jahr nicht unser Ziel, auch wenn bei einzelnen Veranstaltungen mehr Gäste wünschenswert wären; speziell in Reichenbach ist da noch Potenzial da. Woran das liegt, weiß ich nicht."

Beispiel: Die Lesung mit Andreas Föhr in der Jürgen-Fuchs-Bibliothek. Der Auftritt des preisgekrönten Krimi- und Drehbuchautors ("Der Bulle von Tölz", "Tatort") war weit unter Schnitt besucht. Der Prophet galt dagegen im eigenen Lande etwas, als Kai Hensel mit dem Rad in die Salzgrotte (ausverkauft) anreiste. "Oft ist es so, dass die Veranstaltungen dort sehr gut besucht sind, wo unsere Partner über persönliche Kontakte werben." Doch auch 2017 gab es einige Lesungen, die sebst ohne Mund-zu-Mund-Propaganda aus allen Nähten geplatzt sind. Etwa jene im Planetarium Rodewisch mit der Mars-Frau Christiane Heinicke. Aufgrund der riesen Nachfrage wurde flugs eine zweite Veranstaltung organisiert. Auch kleine Turbulenzen wurden gut gemeistert. Zum Beispiel, als Julia Bruns einen Tag vor ihrem Auftritt im Gärtnerhaus Mylau krankheitsbedingt absagen musste. Via Facebook wurde umgehend Christiane Dieckerhoff gewonnen. Die Krimi-Lady aus dem Ruhrpott trat sofort ordentlich aufs Gaspedal. Petra Steps: "Und es wurde eine super Veranstaltung. Frau Dieckerhoff kommt sicher wieder."

Eine prominente Repräsentantin des Krimi-Tage-Wohfühlklimas ist auch Elke Pistor, die im Küchenstudio Geipel in Theuma und auf dem Pöhl-Krimi-Dampfer las. Die Autorin reiste eher an, um in der Gästewohnung der Wohnungsbaugesellschaft Reichenbach in Schreibklausur zu gehen. Dort schloss sie ihren neuen Weihnachts-Krimi ab, aus dem sie sicher auch 2018 im Vogtland lesen wird.

Elke Pistor gehört zu einer Reihe von Akteuren, mit denen Petra Steps im Hinblick auf die zwölfte Auflage bereits in Kontakt steht. So gut wie sicher ist das Debüt von Luci van Org ("Hey, Süßer!"), die mit Ulf Torreck amüsant über Serienkiller mit besonderen Vorlieben plaudert. Premieren sind auch in Buchform geplant: So gut wie abgeschlossen ist die Arbeit von Petra Steps und Friederike Schmöe als Herausgeber-Duo von "Mörderische Prachtbäder" - mit spannenden Einblicken in die Bäderwelt von Bad Elster bis Bad Kissingen. Auch die Rodewischer Autorin Maren Schwarz wird ein neues Buch vorstellen. Neugierig macht zudem der Auftritt von Vertretern des Bundesamtes für magische Wesen. Auch der Auftakt (am 21. März) dürfte den Nerv vieler Fans treffen. Schauspielerin Isabella Archan liest dann in der Sparkasse Reichenbach aus einem Zahnarzt-Krimi.

 
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