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Chefarzt Frank Hendrich, Oberbürgermeister Raphael Kürzinger im Gespräch mit Maik Herold.

Foto: Carsten Steps

Paracelsus-Klinik: Insolvenz als Chance auf Gesundung

Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger (CDU) übergab Weihnachtsgeschenke an Patienten und Mitarbeiter. Die Probleme der Klinikgruppe wirken über das Krankenhaus hinaus.

Von Petra Steps
erschienen am 27.12.2017

Reichenbach. Für die Patienten im Reichenbacher Paracelsus-Krankenhaus läuft alles wie gewohnt weiter trotz der kurz vor Weihachten angemeldeten Insolvenz der Paracelsus-Klinikgruppe: Das wurde beim Rundgang des Reichenbacher Oberbürgermeisters Raphael Kürzinger (CDU) zusammen mit dem Regionaldirektor Lutz Möller und Chefarzt Frank Hendrich deutlich. 44 Patienten und Mitarbeitern wurden zu Heiligabend Weihnachtswünsche überbracht und kleine Geschenke übergeben.

Maik Herold aus Rothenkirchen, der nach schwerer Erkrankung auf dem Weg der Besserung ist, erklärte: "Ich fühle mich hier gut aufgehoben." Er fügte an: "Man merkt schon, dass die Situation die Schwestern und Ärzte belastet, aber alle geben ihr Bestes. Wenn ich im Lotto gewinnen würde, würde ich das Krankenhaus kaufen." Evi Weichold bedankte sich für die nette Überraschung und hatte auch gleich einen Verbesserungsvorschlag für die Zimmer: Da viele Patienten nicht aufstehen können, wäre ein Foto mit der Aussicht als Wanddekoration nett, damit man weiß, was sich außerhalb des Zimmers befindet.

Der Rundgang wurde auch für Gespräche mit Ärzten und Schwestern genutzt: "Wir lassen uns durch die Situation nicht unterkriegen", sagte der seit Juli 2017 eingesetzte Regionaldirektor. Er sieht in der Insolvenz die Chance, das Unternehmen in einem überschaubaren Zeitrahmen wieder in gesundes Fahrwasser zu bringen. "Das Reichenbacher Krankenhaus gab es, gibt es und soll es weitergeben. Ich bin nicht angetreten, um ein Haus zu schließen", versicherte er auch den Schwestern, die während des Rundgangs ihre Fragen loswurden. "Wir geben die Hoffnung nicht auf und tun täglich unser Bestes", sagte Schwester Angelika Stieb, der neben der Station auch die gynäkologische Tagesklinik am Herzen liegt. Möller mahnte den Zusammenhalt an, der auch in der Durchsetzung erforderlicher Maßnahmen zum Ausdruck komme. Diese Restrukturierungsmaßnahmen sollen aufgrund gründlicher Analysen festgelegt werden, denn Reichenbach ist eines der defizitären Akut-Krankenhäuser in der Klinikgruppe. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat seien konstruktiv gelaufen, das Insolvenzgeld sicher. "Für mich war das heute auch ein sehr emotionaler Rundgang. Ich habe das Gefühl, die Mitarbeiter stecken den Kopf nicht in den Sand. Das erfüllt mich mit Stolz", so der Regionaldirektor.

Reichenbachs OB erklärte, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Bestand des Krankenhauses einsetzen zu wollen: "Wir sind als Stadt jedoch nur eine Randfigur, denn bei einer Insolvenz können wir nichts machen." Er sicherte zu, mit der Klinikleitung in Verbindung zu bleiben und bei der Öffentlichkeitsarbeit zu helfen.

Die Insolvenz der Paracelsus-Klinikgruppe hat auch Auswirkungen über das Krankenhaus hinaus. Im Januar soll entschieden werden, ob Paracelsus in eine Etage des neuen Woba-Ärzte-Wohnhauses am Solbrigplatz einzieht. "Ich werde mich dafür einsetzen, denn ich bin von der Idee und vom Konzept überzeugt", so Regionaldirektor Möller. Allerdings wirke sich die Insolvenz auch auf derartige Zukunftsentscheidungen aus. Ohne Abstimmung mit der Konzernzentrale gehe nichts. "Wir haben keine Not, das Haus vollzukriegen. Paracelsus müsste Interesse an dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) haben, denn die Ärzte weisen ja ins Krankenhaus ein", meinte OB Kürzinger (CDU) am Rande des Krankenhausrundganges. Es würden sich jedoch auch so Ärzte finden, die in den Neubau einziehen. Möller versicherte, dass es keine Abstriche an den außerstationären Angeboten wie dem MVZ am Krankenhaus gebe. Auch die Schmerztherapie, die tagsüber Räume im Blauen Haus nutzt, laufe weiter wie gewohnt. Eine geplante Erweiterung wurde allerdings vorerst gestoppt. "Perspektivisch wollen wir die Schmerztherapie ausbauen. Entscheidungen liegen jedoch erst einmal in der Warteschleife", so der Regionaldirektor.

Zum neunten Mal begleitete das Streichquartett Kon.sequenz den Rundgang. Aus einigen Zimmern drangen Applaus und Dankes-Rufe. Die vier jungen Frauen waren als Schülerinnen zusammen am Schumann-Konservatorium. Nun gehen sie durch Studium oder Beruf getrennte Wege. Lisa Beutner studiert Architektur und bedauert sehr, dass ihr das Studium in Reichenbach nicht möglich war. Sophia Rönnecke hat ihr Psychologiestudium abgeschlossen. Victoria Kürzinger hängt an das Geologiestudium die Spezialisierung Marinegeowissenschaften an und will in zwei Jahren in die Antarktis starten. Franziska-Marie Ludwig ist mit einem Studium an der Musikhochschule Weimar der Musik treu geblieben.

 
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