Pflanzaktion: Vogtland um Safran-Apfelbäumchen reicher

Es gibt ihn seit 300 Jahren, und in Waldkirchen weiß jeder, was ein Safranapfel ist. Die sächsische Sorte des Jahres 2017 gilt als Allrounder schlechthin.

Waldkirchen.

Die sächsischen Pomologen haben jüngst gemeinsam mit dem Obstbauverein Waldkirchen sowie den Mädchen und Jungen des Awo-Kindergartens Pusteblume die Apfelsaison des Freistaates eröffnet, allerdings nicht die der Plantagenäpfel, sondern die der alten Sorten. Den Safranapfel, eine vor allem im Vogtland und dem Erzgebirge verbreitete regionale Sorte, stellt die Landesgruppe Sachsen des Pomologenvereins im kommenden Jahr als Sächsische Obstsorte 2017 in den Mittelpunkt.

Es ist das zweite Mal, dass der Pomologenverein eine Apfelsorte des Jahres kürt. Voriges Jahr drehte sich alles um die Gelbe Sächsische Renette. Diese Sorte wächst bereits auf dem Kindergartengelände. Nun kam noch ein kleiner Safranapfelbaum dazu. Den pflanzten Vertreter der Vereine gemeinsam mit den Kindern auf einem kleinen Hügel. Er wurde fachmännisch ins Pflanzloch gehievt, angegossen und bekam einen ebenso professionellen Pflanzschnitt verpasst.

Grit Striese vom Pomologenverein fasst die Vorteile der Sorte zusammen: "Es ist uns wichtig, regionale Sorten in den Mittelpunkt zu stellen. Gerade der Safranapfel ist frostunempfindlich, lässt sich lange lagern, ist reif um die Weihnachtszeit und ist vielfältig verwendbar." In Waldkirchen rennt sie mit der Aufforderung, den Safran-Apfel verstärkt zu pflanzen, offene Türen ein. Bernd Mothes, der Vorsitzende des Waldkirchener Obstbauvereins: "Das machen wir doch schon seit Jahren. Ich schätze, dass in Waldkirchen in jedem Garten ein Safranapfelbaum steht. Auch in den Orten der Umgebung gibt es viele Bäume dieser Sorte."

Pomologe Manfred Schrambke aus Chemnitz kennt die Besonderheiten des Safrans: "Der Züchter ist unbekannt. Die Verbreitung des Apfels ging hier von einer Waldkirchner Baumschule aus. Deshalb schreibt man auch irrtümlicherweise dem Ort die Zucht der Sorte zu, was aber nicht stimmt. Die Oberfläche des Apfels fasst sich narbig an, das ist ganz typisch, steht aber in keiner alten Sortenbeschreibung." Kindergartenleiterin Katrin Graupner: "Ja, er ist richtig knubblig." Im Garten ihrer Eltern in Waldkirchen stehen zwei große Bäume.

Es gibt fast nichts, was die Waldkirchener nicht mit dieser Sorte machen: Apfelsaft, Apfelmus, den Gansbauch zu Weihnachten füllen. Außerdem schnippeln sie ihren Lieblingsapfel an jedes Krautgericht, und er nimmt jedes Jahr zur Apfelausstellung des Obstbauvereins seinen festen Platz ein. Die Vereinsmitglieder bieten die Sorte körbeweise zum Verkauf an. Trotz seines stattlichen Alters von mehr als 300 Jahren halten zumindest die Waldkirchener ihren Apfel in Ehren. Er ist so etwas wie das Wahrzeichen des Dorfes und hat sogar seine eigene Webseite. Unter der Adresse www.von-tailleur.de finden sich viele Informationen zum Ort und zum Apfel.

Außerdem haben sich neun Baumschulen in Sachsen auf eine verstärkte Nachfrage aufgrund der Aktion des Pomologenvereins eingerichtet und stellen 300 Apfelbäume zur Verfügung.

www.pomologen-sachsen.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...