Frei laufende Rottweiler verursachen Reitunfall

Weil ihr Pferd von Hunden gehetzt wurde, fiel eine 19-Jährige herunter und verletzte sich schwer. Die Hunde waren nicht angeleint.

Hohenstein-Ernstthal.

Den Sturz vom Pferd hat die 19-Jährige noch schmerzlich in Erinnerung. "Ich bin mit dem Kopf gegen mein Auto geknallt, auch mit dem Körper. Das Pferd hat mich noch ein Stück mitgeschleift. Ich hatte schwere Prellungen an Rippen und Hüfte, auch Abschürfungen. Noch heute habe ich Probleme mit der verletzten Knochenhaut am Schienbein", berichtet sie. Dabei hatte sie noch Glück. Reitunfälle enden oft im Rollstuhl.

Scheinbar entspannt hört sich die 31-jährige Angeklagte, die wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht sitzt, die Schilderung der Zeugin an. Sie ist davon überzeugt, dass sie keine Schuld an dem Vorfall trifft, der sich am 19. Oktober 2017 gegen 17 Uhr im Meeraner Annapark ereignet. Damals reitet die Geschädigte mit ihrem Pferd aus, passiert auch den Annapark. Plötzlich rennen drei nicht angeleinte Hunde auf sie zu. Sie hält die Tiere für zwei Rottweiler und einen Westie. Als die Hunde das Pferd umzingeln und anbellen, geht es durch. Sie kann das verschreckte Tier nicht mehr halten. Damit beginnt eine Verfolgungsjagd über mehr als einen Kilometer. Am Reitstall kann sich die Reiterin nicht mehr im Sattel halten und stürzt ab.

Die Reiterin selbst sieht damals nicht, wer mit den Hunden unterwegs ist. Zeugen, die den Vorfall im Annapark direkt beobachtet haben, gibt es nicht. Nur der Reitstall-Besitzer hat die Hunde gesehen, die hinter dem Pferd her sind, als es im gestreckten Galopp Richtung Stall flüchtet, erinnerte sich die ermittelnde Polizeibeamte an dessen Aussage. Der Reitstallchef konnte sie offenbar dem Besitzer zuordnen. Dieser soll damals angeblich in Urlaub gewesen sein und die Verantwortung für die Hunde seiner Tochter, jener Angeklagten, übertragen haben. Die gab jedoch vor Gericht an, dass sie von dem Vorfall überhaupt nichts wisse und an dem Tag nicht mit Hunden unterwegs gewesen sei.

Jetzt will Richter Manfred Weber noch den Reitstallchef in den Zeugenstand holen. Auf ihm ruhen die Hoffnungen der Anklage. Er hatte sich für den ersten Termin entschuldigt, weil er beruflich verhindert war. "Wir können aber auf seine Aussage nicht verzichten. Wir müssen es aufklären", so Richter Weber. Der Prozess wird nächste Woche am Freitag fortgesetzt.

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