Giftmörder Chapman erlebt Wiederauferstehung

Der bekannte Krimi-Autor Mario Schubert aus Hohenstein-Ernstthal hat ein Faible für perfide Morde. Jetzt hat er für seine Leser sogar einen berühmten Killer wieder ins Rennen geschickt.

Hohenstein-Ernstthal.

George Chapman (1865 bis 1903) war kein Guter. Der Mann mit dem großen Schnauzbart hat einst in London drei ahnungslose junge Frauen um die Ecke gebracht. Die Damen sind elend zu Grund gegangen. Magenkrämpfe, Durchfall, Fieber. Dann war es aus mit ihnen. Chapman ist als einer der berühmtesten Giftmörder in die Geschichte eingegangen. Jetzt feiert der skrupellose Killer so eine Art Wiederauferstehung.

Zu verdanken ist das dem bekannten Krimi-Autor Mario Schubert (47) aus Hohenstein-Ernstthal. Er arbeitet hauptberuflich als Leiter des Daetz-Centrums in Lichtenstein und ist außerdem noch Schöffe am Landgericht in Zwickau - da gibt es offenbar jede Menge Anregungen. Auch in seiner neuen Kriminalerzählung geht es um einen Giftmord. Titel der fiktiven Story: "Dämonenaugen". Der Name des Killers: Georg Scheppmann. Die Geschichte ist in einer neuen erweiterten Auflage der Anthologie "Giftmorde 1" erschienen.

"Die Handlung führt den Leser in die Küche einer Schülerspeisung", erzählt Mario Schubert. Dort arbeitet eben dieser Georg Scheppmann, ein Mensch, der Schüler hasst, weil die Krach machen und seinen Vorgarten zumüllen. So kommt es schließlich zu seinem folgenschweren Entschluss: "Mittels Gift werde ich mir Ruhe verschaffen."

Der wahre Chapman verwendete bei seinen Morden in den Jahren um 1900 das Gift Antimon. Der Scheppmann von heute setzt dagegen - wie es auch der Titel der Erzählung verrät - auf Dämonenaugen. Er versetzt den Nachtisch mit einer eingekochten Fruchtmasse aus Tollkirschen. Aber es kommt etwas dazwischen. Die Behälter mit den Mahlzeiten werden aufgrund eines logistischen Fehlers in eine andere Schule geschickt - so erwischt es den Falschen. Opfer wird ausgerechnet ein Schüler, der einem anderen das Kompott stiehlt. Er trägt den Namen Arnold Spink. "Spink hieß auch das erste Opfers von Chapman", erläutert Mario Schubert. Einer seiner Grundsätze: Die Namen der handelnden Personen sollen so weit wie möglich einen bestimmten Hintergrund haben. So hat sich Schubert zu dem Thema Giftmorde belesen und ist dabei auf die historischen Namen Chapman und Spink gestoßen. "Vom Krimi-Schreiben wird man schlauer", sagt Schubert lachend. Übrigens kann man den Krimi-Autor auch buchen. Mario Schubert kommt zu Ihnen nach Hause und liest auf dem Sofa. Echt etwas gruselig.

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