Mühlsteig vorerst ohne Tempobremse

Ein Schleichweg macht den Gersdorfern Sorgen. Für die exponierte Einbahnstraße findet die Kommune keine Lösung.

Gersdorf.

Klaus Weinöhl fährt gern Rad. Doch wenn er von seinem Grundstück aus auf den Mühlsteig einbiegt, muss er hellwach sein. Für Radfahrer und Fußgänger ist die Straße kreuzgefährlich.

Der Mühlsteig ist eigentlich keine Straße, eher ein Weg, der direkt an der Ampel der Kreuzung B 173/ B 180 in Gersdorf als Einbahnstraße nach rechts abzweigt und zur Stollberger Straße (B 180) führt. Insider nutzen die schmale Straße gern als Schleichweg, um damit das Warten an zwei Ampeln zu umgehen. "Die Straße ist aber so eng, dass ein Personenauto und ein Kinderwagen nicht aneinander vorbeikommen. Es grenzt an ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist", sagt Weinöhl. Werner Mutschmann, der an der engsten Stelle der Straße wohnt, kann dem nur beipflichten: "Ich erlebe hier oft kritische Situationen." Ab der Rechtskurve ist die Straße keine Einbahnstraße mehr. "Dort kommen oft Radfahrer entgegen. Da wird es brenzlig", sagt er. Die Anwohner bemühen sich seit Jahren darum, dass die Straße entschärft wird. Bis zur Wende als Spielstraße deklariert, verschwand irgendwann das Schild. Anwohner vermuten, es passierte im Zusammenhang mit einer Aktion, bei der man den Schilderwald in der Region auslichten wollte. "Jetzt darf hier theoretisch jeder 50 km/h fahren", sagt Weinöhl. Doch auf dem Mühlsteig sind schon 30 km/h zuviel. "Nach der Kurve geben die meisten Stoff", sagt Roland Petzold. Er wohnt hinter der Kurve und kennt das Spiel.

Vor zwei Jahren brachte Weinöhl das leidige Thema in den Gemeinderat. Getan hat sich bislang nichts. Jetzt hat der Gersdorfer noch einmal einen Vorstoß unternommen. Doch die Chancen stehen schlecht. Lisette Kramer vom Ordnungsamt weiß, warum: "Wir haben das Problem mehrfach in Verkehrskommissionen auf den Tisch gebracht. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung lässt der Gesetzgeber nur dort zu, wo auch die vorgeschriebene Geschwindigkeit kontrolliert werden kann. Das ist auf dieser Straße nicht möglich." Eine Begrenzung auf 30 km/h sei aus Sicht der Verwaltung unnötig, weil dort sowieso kaum mehr als Tempo 30 gefahren werden kann.

Die Anwohner sehen das anders. Sie wollen eine praktikable Lösung, vor allem im Interesse der Kinder. "Muss denn erst etwas passieren?" fragt Weinöhl.

Callenberg hat für seine fußweglose Zufahrt zur Grundschule in Langenberg eine Lösung gefunden. Dort bremsen sogenannte "schlafenden Poliziste" - Bremsschwellen - den Verkehr aus. Zwei an den exponierten Stellen könnten am Mühlsteig wirkungsvoll Abhilfe schaffen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...