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Peter Riemer, der Faschingschef, als Einheizer. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Foto: Andreas KretschelBild 1 / 3

Peter, der Einheizer

Der Heinrichsorter Karneval hat ein Alleinstellungsmerkmal. Die Narren müssen fast rund um die Uhr einen Ofen befeuern, damit es in ihrem Saal nicht allzu kalt wird.

Von Erik Kiwitter
erschienen am 10.02.2018

Heinrichsort. Der große Ofen mit den grünen Kacheln ist ein Relikt aus ganz alten Zeiten. Peter Riemer hat sich vor die kleine Luke gekniet und die Tür geöffnet. Dann füttert er den Ofen mit ein paar Scheiten Holz und ein paar Briketts.

Genau genommen ist das schon eine kleine Sensation. Der große Kachelofen steht im Saal des Gasthauses "Zur Krone" in Heinrichsort. Heute Abend wird dort wieder Fasching gefeiert, 200 Narren werden den Saal bevölkern. Weil es in dem historischen Saal keine Heizung gibt, wird zum Fasching mit Holz und Kohle eingeheizt. Als wäre die Zeit stehengeblieben, als gäbe es keine Heizungen. "Ich kenn' das hier gar nicht anders", sagt Peter Riemer. Er ist der Präsident des Heinrichsorter Carnevalvereins (Schlacht- ruf: "Mauskuber-Mauskuber-Mauskuber"). Der 64-Jährige gehörte 1977 zu den Gründungsmitgliedern. Seit jeher musste der Ofen angefeuert und dann wochenlang beheizt werden, damit Feuer oder Glut nicht erloschen. "Heute bekommen wir die Briketts gesponsort. Eine Tonne brauchen wir je Saison", erzählt Riemer, der Einheizer. Oft wechseln sich die Vereinsmitglieder aber auch ab. Der Saal ist 244 Quadratmeter groß, da muss der Ofen schon was hergeben. Bis zum Morgen sinkt die Quecksilbersäule so auf die sieben Grad. Gegen neun wird zum ersten Mal eingeheizt, gegen 14 Uhr zum zweiten Mal. "Am Abend, wenn unsere Faschingsveranstaltung beginnt, haben wir so 18 Grad", verspricht der Vereinspräsident. Im Saal steht noch ein zweiter Kachelofen. Aber der ist außer Gefecht. Die Esse hat hier ihren Geist aufgegeben. "Aber es wird bei uns ganz schnell heiß", sagt Ortsvorsteherin Annett Richter und meint das durchaus zweideutig.

Aus den alten Zeiten stammen aber nicht nur die Öfen, von denen keiner so recht weiß, wie alt sie genau sind. Es gibt auch noch eine Schwarzweiß-Aufnahme aus dem Gründungsjahr 1977, die den ersten Elferrat zeigt. Links hinten steht Peter Riemer noch mit Vollbart und vollem Haar. "Einige leben schon nicht mehr", sagt Riemer. Die Veranstaltungen in der DDR mussten Mitternacht zu Ende sein. Eine Verlängerung musste beantragt werden. Die ging dann aber, vorausgesetzt, sie wurde genehmigt, auch nur bis um eins. "Politik hat in unserem Programm keine Rolle gespielt. Das war nicht unser Ding", erinnert sich Riemer. Honecker aufs Korn zu nehmen wie heute Merkel oder Schulz - das wäre ohnehin nicht gegangen. Die Partei- und Staatsführung der DDR hat keine Späße auf ihre Kosten verstanden.

 
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