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Stephanie Stiens (vorn) mit Conny Rosemann-Dittrich und Klaus Rosenow in ihrem Büro in der Sucht- und Drogenberatungsstelle in Hohenstein-Ernstthal.

Foto: Markus Pfeifer

Suchtberatung stellt sich neu auf

750 Sucht-Klienten betreut das Diakoniewerk Westsachsen im Jahr. Die Beratungsstelle hat neuerdings eine Leiterin.

Von Markus Pfeifer
erschienen am 12.10.2017

Glauchau/Hohenstein-E. Seit 18 Jahren hat Klaus Rosenow als Leiter der Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakoniewerkes Westsachsen miterlebt, was passiert, wenn Menschen Probleme mit dem Alkoholkonsum bekommen, der Spielsucht verfallen oder illegale Drogen konsumieren. Nun kann der 63-jährige Lichtensteiner aber Abstand von diesen Themen gewinnen, denn er ist in Ruhestand gegangen. Seine Nachfolge übernimmt Conny Rosemann-Dittrich, doch sie geht jetzt in eine Babypause, sodass bis auf weiteres Stephanie Stiens in der Suchtberatung die Regie übernimmt. Die 38-Jährige hat ein Duales Studium an der Berufsakademie Breitenbrunn absolviert und war in den Praxisabschnitten in der Suchtklinik Magdalenenstift in Chemnitz tätig. "Ich habe gemerkt, dass diese Arbeit die richtige für mich ist", sagt Stephanie Stiens, die auch noch eine Zusatzausbildung zur Sozialtherapeutin absolviert hat.

In der Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakoniewerkes ist sie seit Anfang 2013 tätig. Schwerpunkt der Arbeit ist die Hilfe für Alkoholabhängige und ihre Angehörige, wobei die Mehrzahl der Betroffenen Männer sind. In den Gesprächen Zugang zu den Leuten zu finden, ihre Lebenssituation und ihre Probleme zu verstehen, um anschließend einen Weg aus der Sucht heraus zu finden, ist die größte Herausforderung. "Als Frau hat man in den Gesprächen vielleicht anfangs sogar einen kleinen Bonus", sagt Conny Rosemann-Dittrich.

Rund 750 Betroffene werden jährlich von der Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakoniewerkes Westsachsen betreut. Rund die Hälfte davon sind Alkoholkranke und ein knappes Drittel Angehörige, die Hilfe für Betroffene suchen. Angehörige mit einzubeziehen ist wichtig, da bei den meisten Suchtkranken das persönliche Umfeld durchaus eine Rolle spielt. Drogen, vor allem Cannabis und Crystal, sind bei knapp 20 Prozent der Klienten der Grund für ihre Probleme. Außerdem werden hin und wieder Spielsüchtige betreut. "Der Anteil der Drogenabhängigen hat in den letzten Jahren zugenommen", sagt Stephanie Stiens. Problematisch sei dabei besonders, dass es oft junge Menschen betrifft, die sich ihren Lebensweg früh verbauen und nur mit viel Mühe wieder aus der Sucht herauskommen.

Dass der Alkohol das größte Problem ist, liegt aus Sicht der Experten daran, dass er in der Gesellschaft oftmals verharmlost wird und für viele einfach dazu gehört. Der Weg in einen gefährlichen Konsum ist kurz, denn die Mengen, bei denen es riskant wird, sind sehr gering. Laut Stephanie Stiens liegt die Grenze für einen risikoarmen Konsum bei Männern bei einem Bier pro Tag, wobei es dann aber wöchentlich zwei Tage ohne Alkohol geben sollte. Bei vielen ist es deutlich mehr, weshalb in Deutschland knapp zehn Millionen Menschen einen gefährlichen Alkoholkonsum haben.

Wer aus der Abhängigkeit herauskommen will, bekommt über die Sucht- und Drogenberatungsstelle neben der Beratung auch Klinikaufenthalte vermittelt. Anschließend gibt es die Möglichkeit, Selbsthilfegruppen zu besuchen. Im Lutherstift in Hohenstein-Ernstthal gibt es zudem die Begegnungsstätte "Windlicht" und Wohnmöglichkeiten. Außenstellen betreibt die Sucht- und Drogenberatungsstelle des Diakoniewerkes Westsachsen in Glauchau, Lichtenstein und Limbach-Oberfrohna.

Kontaktiert werden kann die Beratungsstelle unter Wahrung der Anonymität unter Ruf 03723412115 oder per Mail. sucht@diakonie-westsachsen.de

 
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