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Robby (links) und Marcel Oertel und einige ihrer Arbeiten.

Foto: Andreas KretschelBild 1 / 3

Zwillinge wollen Besucher erschrecken

Die Künstler Robby und Marcel Oertel aus Kuhschnappel zeigen seit gestern in einer Ausstellung Menschen mit verrückten Zombie-Gesichtern. Sie erklären, was sie mit ihren skurrilen Bildern bezwecken wollen.

Von Erik Kiwitter
erschienen am 14.09.2017

Kuhschnappel. Wenn man in diese Gesichter schaut, bekommt man ein klein wenig Angst. Fratzen, die an die Grusel-Clowns erinnern, die vor einiger Zeit ihr Unwesen trieben. Schwülstige Lippen, blaue Bärte, grüne Tränensäcke, verzerrte Mundwinkel. Alle Gesichter: teilnahmslos, ohne Emotionen.

"Arbeitszombies" haben Robby und Marcel Oertel einige ihrer Bilder und Skulpturen überschrieben. Die beiden jungen Männer sind Zwillinge, 37 Jahre alt, versuchen, mit ihrer Kunst Geld zu verdienen, und leben zusammen in einem Haus im beschaulichen Örtchen Kuhschappel. Gestern Abend wurde in Meerane eine Ausstellung mit ihren Bildern eröffnet. Die Frage ist gestattet: Wollen Sie die Besucher und Betrachter mit ihren skurrilen Kunstwerken erschrecken?

"Na ja, ein klein wenig schon", sagt Robby Oertel. "Die Leute sollen sehen, wohin eine bestimmte Entwicklung hinführen kann. Natürlich haben wir - wie das in der Kunst üblich ist - alles etwas zugespitzt dargestellt." Den beiden Künstlern geht es speziell um den zum Teil immer monotoner werdenden Arbeitsprozess in den Betrieben - der dazu führt, dass viele Menschen immer teilnahmsloser werden. Marcel Oertel: "In unserer Gegend gibt es einen Betrieb, da fahren wir manchmal vorbei. Wenn Schichtwechsel ist und die Leute zur Spätschicht anrücken, sieht das aus wie ein Trauerzug."

Beide haben lange Zeit in der metallverarbeitenden Industrie gearbeitet. Bis 2015 waren sie bei Hevatec, einem Betrieb in Hohenstein-Ernstthal, der pleitegegangen ist. Robby Oertel: "Als ich einmal mit meiner Spiegelreflexkamera eine Dokumentation über bestimmte Arbeitsabläufe anfertigen sollte, habe ich mir meine Kollegen durch den Sucher erst einmal richtig angesehen: Sie wirkten teilnahmslos, desillusioniert, ja sogar abgestumpft. Irgendwie wie Zombies." Zu den Gründen sagte er: "Durch die Automatisierung ist oft immer weniger Kreativität gefragt. Dazu sind viele nicht mit den Löhnen zufrieden."

Ein Bild in der Ausstellung zeigt eine Politikerin im Deutschen Bundestag. Es bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen, wer mit ihr gemeint ist. Die Oertel-Brüder üben Kritik an der Politik: Ihre Vertreter würden sich - unnahbar - in einer abgeschotteten Welt bewegen.

 
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