Die Aktiven vom Hellmannsgrund erfüllen sich einen Traum

In Langenchursdorf soll bald ein kleines Skisprung- Museum eröffnen. Zwei Ehemalige der einstigen BSG Traktor richten es ein. Dafür bauen sie auch den Kopf der alten Pionierflugschanze am Fuße Waldenburgs nach.

Langenchursdorf/Waldenburg.

Mario Reimann weiß genau, wie weit er damals gesprungen ist. "Meine größte Weite waren 48 Meter, zwei Meter unter dem kritischen Punkt der Schanze", sagt der 42-Jährige aus Waldenburg, der heute als Hausmeister an der Europäischen Oberschule arbeitet. Er hat das Ende der Schanze im Hellmannsgrund zwischen Waldenburg und Langenchursdorf im Jahr 1989 miterlebt. Von 1980 bis 1988 war er aktiver Skispringer und trainierte auf der Pionierflugschanze, von der heute nur noch die maroden Überreste stehen.

Er war sofort Feuer und Flamme, als der Obercallenberger Danny Neukirch (36) mit der Museums-Idee daherkam. Neukirch war auch Mitglied der Sektion Skispringen bei Traktor Langenchursdorf. Bei einem Waldspaziergang im Jahr 2009 sah er, dass im Kampfrichterturm noch zwei alte Sprunglatten Marke Germina standen. "Die habe ich sichergestellt, seitdem gärte die Idee in meinem Kopf." Er trainierte von 1986 bis 1989 in der Sektion mit dem hochkarätigen Namen "Technisches Leistungszentrum". "Wir waren alle Nordische Kombinierer", erinnert er sich. Manfred Brendel trainierte damals die jungen Talente. Auch er ließ sich nicht lange bitten, als er von der Idee zum Einrichten des Museums in der alten Schule erfuhr. Wimpel, Sprunganzüge, Ski, Stiefel, Medaillen, Pokale, das Originalplakat eines Skisprung-Wettkampfes aus DDR-Zeiten, das 30 Jahre auf einem Dachboden lagerte - er steuerte etliche Utensilien bei.

Die beiden Initiatoren organisierten auch vom VSC Klingental einige Stücke, um ihre Ausstellung zu komplettieren, von Oberwiesenthal gab es Sprunganzüge. Die Besucher sehen unter anderem einen original Sprung-Ski samt Stiefel vom zweifachen Weltcupsieger Ulf Findeisen. Neukirch und Reimann bauten in dem Ausstellungsraum die originale Ampelanlage und die Beschallungsanlage wieder auf. Auch ein Teil des Trainerturmes ziert inzwischen die Wand. Selbst dessen Eingangstür fand Verwendung. An der gegenüber liegenden Wand wollen die beiden den Schanzenkopf nachbauen.

Die verrostete Eisenleiter, die damals als Aufstieg diente, liegt längst bereit. "Wir wollen so viel wie möglich Originalteile verbauen, das macht die Geschichte einfach authentischer", sagt Danny Neukirch, der als Maler und Lackierer viele handwerkliche Arbeiten selbst erledigt. "Ich hoffe, wir finden noch ein paar Leute aus Langenchursdorf und Umgebung, die uns alte Fotos oder Ausstellungsstücke als Leihgaben zur Verfügung stellen." Ein kleiner Teil der damals 1,5 Kilometer langen Skiroller-Trainingsstrecke ist schon nachgebaut. Sogar eine alte Garderobenleiste mit den Namensschildern von ehemaligen Aktiven gibt es, ebenso die wackelige Werkbank aus der Ski-Werkstatt. Im Oktober soll alles fertig sein.

1962, im Gründungsjahr der Sektion, erfolgte der Spatenstich für den Schanzenbau, ein Jahr später stand die Holzkonstruktion. "Insgesamt hat es drei Schanzen gegeben", sagt Neukirch. 1974 erfolgte der Bau der Pionierflugschanze, 1975 ging sie in Betrieb. Von da an wurde jährlich um den "Töpferpokal" gesprungen.

Leihgaben für das Skisprung-Museum können unter Ruf 0174 3628521 angeboten werden.

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