Steinpleiser Abenteurer bäckt in Afrika

Zum zweiten Mal nimmt Ralf Jubelt an der Benefiz-Rallye Dresden-Gambia teil. Am Ziel will er noch mehr tun: einige Tage für ein Waisenhaus Brot backen.

Steinpleis.

Ralf Jubelt ist einer, den nichts so schnell aus der Bahn wirft. Doch die Eindrücke, die er im März des Vorjahres in Banjul, der Hauptstadt von Gambia, sammelte, haben eine bleibende Wirkung hinterlassen. Der 44-jährige Bäckermeister nahm im Vorjahr gemeinsam mit seinem Kumpel Jörg Göbel aus Werdau zum ersten Mal an der Benefiz-Rallye Dresden-Gambia teil. Vier Wochen waren die beiden Männer unterwegs und legten dabei 8139 Kilometer zurück - mit ihnen 49 weitere Teams, die alle zusammen am Ziel ihre Fahrzeuge versteigerten und die Rückreise im Flieger antraten. Der Erlös, den der Verkauf der Autos der Teilnehmer an der Rallye vor Ort einbrachte, wurde für den Aufbau einer Schule in Banjul verwendet. Schon damals stand für Ralf Jubelt fest: Er wird erneut an der Rallye teilnehmen, die ein Dresdener Verein jeweils zwischen der Trocken- und Regenzeit in Gambia zweimal im Jahr organisiert.

Im März ist es wieder so weit. Dann wird der Bäcker aus Steinpleis jedoch ohne seinen Kumpel, der beruflich verhindert ist, an den Start gehen und allein die Strecke zurücklegen. Das Fahrzeug, mit dem er am 1. März in Dresden an den Start geht, hat er bereits erworben und ist damit auf Werbetour. "Es ist ein 20 Jahre alter VW Sharan. Der hat gut 300.000 Kilometer auf dem Buckel, ist aber noch gut in Schuss", sagt der 44-Jährige. Momentan sucht er noch Sponsoren und Spenden. "Benötigt wird in Gambia fast alles."

So wie bei der letzten Tour soll auch das Fahrzeug wieder versteigert werden. Der Erlös soll im kommenden Jahr einem Waisenhaus für Mädchen in Banjul zugute kommen. "Dort leben circa 40 Mädchen unter Bedingungen, die wir uns hier nicht vorstellen können. Wir möchten einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Mädchen künftig unter besseren Bedingungen aufwachsen können", sagt Ralf Jubelt.

Noch etwas Gutes will der Geschäftsmann tun. "Sollte sich noch ein Interessent finden, der ebenfalls an der Rallye teilnehmen möchte, würde ich dem ein Fahrzeug sponsern. Ich habe noch einen Ford Ka, der rund zwölf Jahre alt ist und bisher eines meiner Firmenfahrzeuge war. Den würde ich zur Verfügung stellen." Ein paar Bedingungen sind damit verknüpft: Der Interessent müsste sich für die Fahrt gut vier Wochen freinehmen und rund 2500 Euro für die Nebenkosten während der Abenteuerreise aufbringen.

Ralf Jubelt will, wie die meisten Teilnehmer an der Benefiz-Rallye, nicht nur "ein geiles Abenteuer" erleben, wie er es selbst bezeichnet, sondern vor Ort zusätzlich Hilfe leisten. "Ich möchte noch einige Tage in einer ebenfalls bereits vom Verein finanzierten Bäckerei aushelfen und dort für die Kinder aus dem Waisenhaus im Armenviertel von Banjul Brot backen." Das benötigte Material will er in seinem Kleintransporter mitnehmen. "Ein Kilo Zucker kostet in Gambia umgerechnet rund 5 Euro. Das können sich die meisten Familien in dem kleinen Land nicht leisten. Wenn man deren Dankbarkeit vor Ort erlebt, geht einem das Herz auf." Eine Erfahrung, die der Steinpleiser bereits bei seinem vergangenen Aufenthalt machte. Nach seiner Premierenfahrt stand er ebenfalls noch einige Tage in der Bäckerei und verrichtete dort seinen Job als "der weiße Bäcker von Afrika".

Bevor sich Ralf Jubelt auf große Fahrt begibt, steht noch ein anderes Ereignis ins Haus. Im August will er seine Dana heiraten. Zur Familie gehört dann auch noch ein zehnjähriger Sohn. Und irgendwann will Ralf gemeinsam mit Dana und später auch mit dem Sohnemann an der Rallye teilnehmen und ihnen Gambia zeigen. "Das Land und seine Menschen sind einfach wunderbar."

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