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André Poggenburg, Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt.

Foto: Sebastian Kahnert

Aschermittwoch: Höcke bejubelt, Poggenburg sorgt für Eklat

Mit Björn Höcke hatten alle gerechnet, für den Eklat sorgte dann aber André Poggenburg beim politischen Aschermittwoch der AfD. Die ostdeutschen Landesverbände üben den Schulterschluss mit Pegida.

erschienen am 14.02.2018

Nentmannsdorf (dpa/sn) - Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg hat mit wüsten Beschimpfungen gegen die Türkische Gemeinde für einen Eklat gesorgt. Beim politischen Aschermittwoch im sächsischen Nentmannsdorf (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) sprach er von «Kümmelhändlern» und «Kameltreibern», die «selbst einen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern am Arsch» hätten und nun etwas «über Geschichte und Heimat erzählen» wollten. Er bezog sich dabei auf die Kritik der Gemeinde an dem geplanten Innen- und Heimatministerium in einer möglichen großen Koalition. Neben Poggenburg traten am Mittwochabend auch die AfD-Landeschefs aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg, Jörg Urban, Björn Höcke und Andreas Kalbitz, auf.

Höcke beschwor einen Aufbruch, den seine Partei bei den Wahlen in den ostdeutschen Bundesländern zu spüren bekomme. Er sprach vom «bürgerbewegten» Osten. Der «gute Geist von 1989 ist aus der Flasche... Der Michel wacht jetzt auf.» Eine große Hilfe dabei sei das islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bündnis, ohne das die AfD «nur halb so stark» wäre. Pegida «ist Teil unserer Bewegung». «Ihr als Pegida seid der manchmal so notwendige Tritt in den Hintern der Partei», sagte er an Pegida-Chef Lutz Bachmann und seine Vize Siegfried Daebritz gerichtet, die ebenfalls im Saal saßen.

Auf die frühere und inzwischen ausgetretene Parteichefin Frauke Petry, die ihren Landesverband immer auf Distanz zu Höcke und Pegida gehalten hatten, ging der Thüringer Rechtsaußen nur kurz ein. «Über diese Dame ist die Geschichte hinweggegangen», sagte er und nannte Petry die «Frau mit den zwei Mandaten». Schon deshalb würde er sich über Neuwahlen im Bund freuen. Der Saal, der in dem Wahlkreis liegt, in dem Petry ihr Bundestagsmandat geholt hatte, quittierte das mit «Volksverräter»-Rufen.

Sachsens neuer Landesvorsitzender Urban zeigte sich mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr siegessicher: «Wir sind jetzt schon die stärkste Partei in Sachsen... Unsere Zeit ist jetzt gekommen.» Doch nicht nur Sachsen, «auch Thüringen und Brandenburg haben die Chance zur Wende.» Die AfD war bei der Bundestagswahl in September stärkste Kraft geworden.

«Sachsen zeigt, wie's geht, nicht nur parlamentarisch, sondern auch auf der Straße», sagte sein Brandenburger Kollege Kalbitz mit Dank an Pegida. Wie die anderen Redner teilte auch er gegen die «etablierten Parteien» aus. Es gehe für Deutschland «nicht nur um kleinliche Veränderungen, es geht um einen Koordinatenwechsel». Die AfD sei «die konservative Konterrevolution gegen das Erbe von '68.»

 
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